Rowohlt

Gelesen | April 2018

Der Mai ist da. Wenn ich so in mein Bücherregal schaue und sehe, was ich in diesem Jahr bereits gelesen habe, erfüllt mich das schon mit etwas Stolz. Denn nachdem das Jahr lesetechnisch schleppend voran ging, habe ich mächtig aufholen können. Es gibt einfach so viele lesenswerte Bücher. 

Jenni´s Lesemonat

(1) Mein April begann mit dem vierten und letzten Teil der Seelenstern-Reihe Nebelstern von Susanne Ertl. Ich habe ja schon einige Bücher von ihr hier rezensiert und es wird auch noch eine Rezension zur Gesamtausgabe der Seelenstern-Reihe geben. Ich kann jedoch schon einmal verraten, dass mir der letzte Band wirklich gut gefallen hat! Diese Reihe wurde einfach mit jedem Teil besser und ich bin richtig traurig, dass sie nun vorbei ist.

(2) Das zweite Buch habe ich gelesen, weil ich an meiner Uni ein Seminar dazu besucht habe. Ich habe mich sehr auf Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren gefreut, weil ich die Geschichten von Michel, Lotta und Pipi sehr liebe. Hier wurde ich jedoch von einer völlig anderen Geschichte überrascht, womit ich nicht gerechnet hätte. Trotzdem hat sie mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, auch wenn ich mich mit dem Ende einfach nicht anfreunden kann.

(3) Das dritte Buch war auch mein Monatshighlight. Ich reden von Scythe von Neal Shusterman. Ich habe ihn bereits auf der Leipziger Buchmesse gesehen und musste mir nach dem ausführlichen Interview einfach das Buch holen. Eine ausführliche Rezension findet ihr hier.

(4) Das vierte Buch war der zweite Teil der Grimm-Chroniken von Maya Shepherd. Zu dem ersten Teil findet ihr hier eine Rezension von mir und auch zu diesem Teil wird eine folgen. Ich kann jedoch schon einmal verraten, dass mir der zweite Band nicht so gut gefallen hat, wie der erste. Jedoch finde ich die Geschichte der heutigen Schneewittchen unglaublich spannend und würde dazu gerne viel mehr erfahren. Teil drei steht auch schon in meinem Bücherregal bereit und wartet darauf, gelesen zu werden.

(5) Das fünfte und letzte Buch im April war Berühre mich. Nicht von Laura Kneidl. Dazu ist hier gerade eine Rezension erschien und ich kann euch alles das Buch nur ans Herz legen. Es hat mich positiv überrascht und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil. Lauras Schreibstil ist so wundervoll und die Ausarbeitung ihrer Charaktere ist sehr gelungen!

Neri´s Lesemonat

(1) Begonnen habe ich den Monat April mit Eine Liebe, in Gedanken von Kristine Bilkau. Ich mochte die Geschichte sehr gerne. Die hauptsächliche Protagonistin Antonia und auch ihr Ehemann Edgar werden sehr klar und nachvollziehbar gezeichnet, auch wenn ich gerade Edgar nie ganz verstehen konnte. Am Ende blieb ich sehr nachdenklich zurück, kann das Buch aber wirklich jedem ans Herz legen. Die Seiten sind angenehm dick und der Schutzumschlag ist sehr hübsch gestaltet. Hier gehts zur Rezension.

(2) Buch Nummer zwei erinnerte mich direkt auch an das erste. Kranichland von Anja Baumheiher überzeugt mit Emotionen, Historik und jeder Menge Familiengeheimnissen. Hauptsächlich dreht sich die Handlung um die Familie Groen und deren Schicksal durch die Zeit in der DDR und damit verbundene Leiden und Entscheidungen, welche die Familie ein Leben lang begleiten. Der Debüt-Roman der Autorin konnte mich vollends überzeugen. Die Rezension gibts hier.

(3) Selten habe ich bisher ein Buch über die Liebe gelesen. Natürlich schon einige Male Romane, in denen die Liebe eine große Rolle spielte, aber keines, welches sich ausschließlich mit der Liebe befasst. In Michela MarzanoAlles, was ich über die Liebe weiß dreht sich alles um dir stärkste Emotion. Die Autorin berichtet von ihren eigenen Erfahrungen mit eben dieser in vergangenen Beziehungen und mit ihrem jetzigen Ehemann und lässt vor allem auch Wissenschaftler zu Wort kommen. Ein Muss! Hier lest ihr die Rezension.

(4) Nachdem ich New York zu verschenken ganz witzig fand, wollte ich auch 36 Fragen von Vicki Grant lesen. Ein Jugendbuch, indem zwei junge Menschen sich einem Experiment unterziehen, in welchem es darum geht, ob sich zwei Teilnehmer beim Beantworten der 36 Fragen ineinander verlieben können. Das Buch konnte mich nicht überzeugen. Mir fehlte das gewisse Etwas. Cleverness, Spannung und Witz waren leider wenig vorhanden. Die ganze Rezension gibts hier.

(5) Goodbye Beziehungsstress von Elena-Katharina Sohn war für mich eine der größten Enttäuschungen seit einiger Zeit. Ich habe das Buch aus reinem Interesse gelesen, nicht weil ich selbst gerade akut betroffen bin. Aber natürlich kenne ich Liebeskummer, Probleme in Beziehungen und im Umgang miteinander. Ich habe mir neue Sichtweisen erhofft und war wirklich gespannt, wie ein Profi an Stress in der Beziehung vorgeht. Leider gefiel mir die Schreibweise ganz und gar nicht. Ich fühlte mich als Leser nicht ernst genommen und meist als stark beschränkt wahrgenommen. Keine Empfehlung.


Was gab es bei euch im April zu lesen?

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Gelesen | Januar 2017

Und wieder ist es soweit. Wieder sind vier Wochen vergangen und der Januar ist somit zu Ende. Während Jenni fünf Bücher gelesen hat, waren es bei mir nur zweieinhalb – denn das dritte Buch habe ich erst gestern zu Ende gelesen. Der Februar wird hoffentlich erfolgreicher, was das Lesen anbelangt. Wir freuen uns, wenn ihr uns am Ende verratet, was ihr im Januar gelesen habt und auch, was euch besonders gefiel. Für Tipps sind wir immer dankbar.

Jenni´s Lesemonat

(1) Mit Taty und Paul von Natascha Sturm bin ich in das Jahr 2018 gestartet und war begeistert. Ich habe die Autorin letztes Jahr auf der Buch Berlin kennen gelernt und durfte dann ihr Buch mitnehmen. Natürlich ist auch eine Rezension dazu auf unserem Blog erschien, weswegen ich nun nicht weiter auf meine Meinung dazu eingehen möchte. Jedoch muss ich betonen, dass es definitiv mein Monatsfavorit war!

(2) Den dritten Teil von Dark Elements habe ich nicht gelesen, sondern gehört. Es war der dritte und letzte Band und wie ich finde ein wirklich gelungener Abschluss. Für nähere Informationen einfach weiter nach unter scrollen, dort findet ihr meine Reihenrezension zur Trilogie.

(3) Ich habe mich sehr gefreut Der schwarze Thron von Kendare Blake zu lesen. Ich habe auch schon den zweiten und letzten Band hier und bin gespannt wie es weiter geht und ob er dem ersten das Wasser reichen kann. Eine Rezension gibt es hierzu natürlich auch.

(4Kuss der Lüge von Mary E. Pearson ist ein so schöne Buch. Endlich habe ich geschafft es zu beenden, nachdem ich es vor ca. 4 Monaten angefangen habe. Ich weiß auch nicht warum, doch habe ich es nicht geschafft, es an einem Stück zu lesen und musste es immer wieder weglegen. Zum Glück konnte ich mich immer wieder direkt in die Geschichte einfinden und war auch von den letzten Seiten und allgemein der Story begeistert. Auch zu diesem Buch wird noch eine Rezension folgen.

(5) Im Rahmen der Rory Gilmore Reading Challenge las ich Die allertraurigste Geschichte von Ford Madox Ford. Das Buch ist leider mein Flop des Monats geworden. Ich gebe auch zu, dass ich es leider nicht beenden konnte. Ich habe es wirklich versucht, doch konnte ich einfach nicht in die Geschichte reinfinden. Ein Beitrag mit meiner Meinung hierzu findet ihr hier. Ich hoffe, dass es mir mit dem nächsten Buch aus der Challenge besser ergehen wird.

Neri´s Lesemonat

(1) Mein erstes Buch in diesem Jahr war zugleich eines, welches mich unfassbar prägte. Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Viele von euch werden es kennen. Es ist ein literarischer Klassiker. Ich dachte ich wäre den schrecklichen Zeiten von Nationalsozialismus und Apartheid in Buchform überdrüssig, weil es mich immer wieder auf´s Neue sehr fertig macht. Die Autorin hat mit ihrem Werk aber einen Meilenstein geschaffen. Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren in Amerika. Harper Lee beschreibt mutig, klug und eindringlich welche Unterschiede in dieser Zeit zwischen schwarz und weiss herrschten. Zur Rezension geht es hier.

(2) Nachdem mein erstes Buch schon an die Nieren ging, tat es auch das zweite. Madeleine Thien erzählt in Sag nicht, wir hätten gar nichts von dem Heimatland ihrer Eltern – China. Sie beginnt während der grausamen Zeiten der Kulturrevolution und den Umerziehungslagern (1940er Jahre) und endet in der Gegenwart. Die vielen Namen haben mich etwas verwirrt. Ansonsten kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Thien verpackt die Historik in viele emotionale Geschichten. Ein sehr beeindruckender, Generationen übergreifender Roman. Hier findet ihr meine Rezension.

(3) Last but not least: Ivy und Abe von Elizabeth Enfield. Von diesem Buch hatte ich bereits viel gehört und auf anderen Blogs gelesen. Es hat mir viel besser gefallen, als ich annahm. Ich rechnete mit einer Story, die man so oder so ähnlich schon hunderte Male gelesen hat. Aber weit gefehlt. Enfield erzählt die Geschichte von Ivy und Abe rückwärts und immer wieder anders. Die beiden lernen sich auf verschiedene Weise immer wieder neu kennen und können nie ganz vergessen. Meine Rezension dazu folgt.


Welche Bücher haben euch im Januar besonders gefallen?

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Wer die Nachtigall stört

Es ist ein absoluter Klassiker und doch las ich es erst jetzt. Die Rede ist von Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Ich habe das Buch im Rahmen der Rory Gilmore Reading Challenge gelesen. Jenni hatte es für mich ausgewählt. Ich freue mich natürlich auch, dass das erste Buch zur Challenge abgehakt werden konnte. Welchen Titel ich für Jenni auswählte, erfahrt ihr demnächst natürlich in ihrer Rezension. Nun aber zu Wer die Nachtigall stört: ich habe erwartet, dass es mich prägen würde. Und das tat es.

Darum gehts

Amerika in den 1930er Jahren. Scout ist acht Jahre alt und lebt mit ihrem älteren Bruder Jem und dem gemeinsamen Vater Atticus in den Südstaaten. Die Zeit ist geprägt von Rassismus. Atticus ist ein erfolgreicher Anwalt und gilt als stets menschenfreundlich. Die brutale Wirklichkeit erfasst Scout und Jem, als ihr Vater den schwarzen Landarbeiter Tim Robinson vor Gericht verteidigt. Dieser soll angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt haben. Scout und Jem versuchen fortan für Gerechtigkeit zu kämpfen und ihren Vater beim Verteidigen von Robinson zu unterstützen.

Spoilerfreie Rezension

Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Die Schreibweise der Autorin lässt sich fließend lesen und ich mochte die fesselnde Art der Protagonistin Scout sofort. Sie ist frech, mutig und wild. Sie hinterfragt alles. Wie im Klappentext zu lesen, spielt der Roman in den 30ern in Alabama, in den Vereinigten Staaten. Die Geschwister Scout und Jem leben gemeinsam mit ihrem Vater, einem anerkannten Rechtsanwalt in ihrem Geburtshaus. Calpurnia, eine schwarze Haushälterin, gehört zur Familie. Die damalige Zeit war vor allem durch den Hass der Weißen auf die schwarze Bevölkerung geprägt.

Ich hatte zunächst große Schwierigkeiten, immer wieder mit dem Wort „Neger“ konfrontiert zu werden und es löste eine Wut in mir aus. Wut, weil es keineswegs eine ausgedachte Geschichte ist. Natürlich weiß ich um die geschichtlichen Ereignisse, welche historisch gesehen, nicht weit zurückliegen. Und gerade auch deshalb,  ist es nicht nachvollziehbar, das Menschen einander hassen, aufgrund von Hautfarbe, Ethnie und Religion.

Genau diese Thematik ist die Message des Buches. Nein viel mehr ist die Aussage von Wer die Nachtigall stört, dass es da diese weiße Bevölkerung gab, die es der schwarzen Minderheit sehr schwer machte, sie mit Hass, Abwertung und Vorurteilen und strafte. Aber auch, dass es damals schon Menschen gab, wie Familie Finch, welche diesen unnützen Hass nicht vertraten, ihn immer wieder hinterfragten.

Das Buch ist in zwei Teile aufgegliedert. Zu Beginn geht es vor allem um den seit fünfundzwanzig Jahren in seinem Haus eingeschlossenen Boo Radley, den Nachbarn der Finchs. Scout und Jem wollen gemeinsam mit ihrem Freund Dill herausfinden, was es mit Radley´s Rückzug auf sich hat, weswegen ihn seit so vielen Jahren niemand zu Gesicht bekam. Und so fangen sie an, ihm Streiche zu spielen.

Diese Handlung ist zunächst eher nebensächlich, spielt aber im weiteren Verlauf eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Im Mittelpunkt steht aber weiterhin der „schwarze Hass“. Die Charaktere im Buch werden von der Autorin sehr detailliert ausgeschmückt und als Leser erfährt man, wie ungeheuerlich diese Vorurteile gegenüber der schwarzen Bevölkerung sind und dass sie auf nichts als Unwissenheit beruhen. Bald ist es der Prozess gegen den schwarzen Landarbeiter Robinson, der die hauptsächliche Handlung ausmacht. Aber kann ein Schwarzer in den USA der Dreißiger überhaupt vor Gericht gegen einen Weißen gewinnen?

Wer die Nachtigall stört, hat mich geprägt, aufgewühlt und mir immer wieder ins Gedächtnis rufen lassen, wie wichtig diese Ereignisse sind. Auch wenn sie vor vielen Jahren geschahen, liegen sie historisch gesehen, nicht weit zurück. Wir leben hoffentlich in einer gerechteren Welt, aber der Fremdenhass ist nicht ausgestorben. Er existiert noch immer. Und es ist die Aufgabe von uns allen, der jetzt Lebenden, ihn mit aller Macht weiter zu bekämpfen, nicht zuzulassen, dass Menschen aufgrund von Andersartigkeit diskriminiert werden. Wir alle sind anders. Niemand ist dem anderen in allem gleich.

Zitate aus dem Buch

„Es gibt nämlich Menschen, die … die sich so sehr um das Jenseits sorgen, dass sie nie gelernt haben, im Diesseits zu leben.“

„Das Einzige, was sich keinem Mehrheitsbeschluss beugen darf, ist das menschliche Gewissen.“

„Über die Hölle, die die Leute anderen Leuten bereiten, ohne auch nur nachzudenken. Über die Höllen die die Weißen den Farbigen bereiten, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, dass die auch Menschen sind.“

„Je älter du wirst, desto mehr solcher Fälle wirst du erleben. Gerade vor Gericht sollte allen Menschen, von welcher Farbe des Regenbogens sie auch sein mögen, das gleiche Recht zuteilwerden. Nur neigen die Leute leider dazu, ihre Vorurteile mit auf die Geschworenenbank zu nehmen. Du wirst später tagtäglich Weiße sehen, die Schwarze betrügen. Aber eines möchte ich dir sagen, und bitte, vergiss es nicht: Wenn ein Weißer – ganz gleich wie angesehen, wie vornehm, wie reich er ist – einem Schwarzen so etwas antut, dann gehört dieser Weiße zum Pack.“

„Mut heißt, von vornherein wissen, dass man geschlagen ist, und trotzdem den Kampf – ganz gleich, um was es geht – aufnehmen und ihn durchstehen. Man gewinnt selten, aber zuweilen gelingt es.“

Fazit

Ich habe mich sehr gefreut, diesen Klassiker lesen zu dürfen und danke dir, liebe Jenni, noch einmal für die Inspiration. Wer weiß, wann und ob ich sonst noch irgendwann mal zu diesem Buch gegriffen hätte. Den einzigen Abzug gibt es wegen der manchmal sehr langatmigen Beschreibungen, rund um Maycomb County, welche ich nicht immer für handlungsentscheidend hielt. Ansonsten ist die Aussage des Buches immens wichtig und von großer Bedeutung, die Charaktere sind authentisch und Harper Lee schreibt aufrüttelnd und mutig.

Rund ums Buch

Wer die Nachtigall stört • Harper Lee • Originaltitel: To Kill A Mockingbird • Übersetzerin: Claire Malignon • Rowohlt • 2016 • 448 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-499-21754-8 • Preis: €9.99€ • Buch kaufen


Habt ihr „Wer die Nachtigall stört“ gelesen? Vielleicht sogar als Schullektüre? Wie gefiel es euch?

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Die Bücherfreundinnen

Das ist doch tatsächlich meine erste Rezension in diesem Jahr. Und das, obwohl das 2018 bereits zwei Wochen hinter sich gebracht hat. Aber nun ist es soweit. Das Buch, von welchem ich heute berichte, habe ich bereits im Sommer letzten Jahres zu Besuch bei meiner Familie in Berlin gelesen. Innerhalb von vier Tagen hatte ich es durch und bis bis jetzt nie dazu gekommen, es zu rezensieren. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher. Damit euch Die Bücherfreundinnen von Jo Platt aber nicht weiter vorenthalten bleiben, kommt hier meine Rezension zum Buch.

Darum gehts

Fünf enge Freundinnen, sie sind immer füreinander da. Und neben der zwischenmenschlichen Nähe verbindet sie vor allem auch die Literatur. Alle vier Wochen treffen sie sich in ihrem Buchclub. Mittlerweile fehlt jedoch eine unter ihnen. Lydia, die an Krebs starb. Lydia´s Wunsch war, dass ihre Freundinnen ihren geliebten Ehemann in ihrem Buchclub aufnehmen. Fortan ist Jon bei jedem Treffen dabei. Lydia´s Tod hat die vier Freundinnen und Jon eng zusammengeschweißt. Alice, eine der Freundinnen ist unglücklich. Sie lernt einen Mann nach dem anderen kennen und jedes Treffen endet in einer Katastrophe. Ihre Freundinnen wollen Alice zu ihrem Glück zwingen.

Wer sind die Bücherfreundinnen?

Alice ist 32 Jahre alt und arbeitet als Innenarchitektin. Sie mag ihren Job und liebt ihre kleine Wohnung mit Garten. Alice ist verplant und deshalb geschehen ihr immer wieder Missgeschicke. Ihr Gefühlsleben versucht sie so gut es geht nicht nach außen zu tragen.

Connie ist 40 Jahre alt und unterschätzt ihre eigenen Stärken aufs Größte. In ihren Freundinnen hingegen sieht sie immer das Beste. Ihr Ehemann Greg traut Connie wenig zu und mit ihrem kleinen Sohn gibt es große Schwierigkeiten, da dieser sie nicht ernst nimmt.

Miriam ist schon seit Uni-Tagen mit Craig liiert. Beide haben zwei Kinder und leben in einem Haus. Craig scheint in Miriam nur noch die Mutter seiner Kinder zu sehen.

Sophie ist die Arbeitskollegin von Alice und versprüht viel Lebensfreude. Durch ihr freches, offenes Auftreten, wirkt sie auf andere oft unverletzbar und anmaßend. Dabei hat Sophie ein großes Herz und ist sehr sensibel.

Abigail wird von ihren Freunden „Abs“ genannt. Sie arbeitet als Lehrerin und liebt diesen Beruf. Unter den Freundinnen ist sie die Jüngste. Ihr Lebensgefährte ist der Anästhesist Pete. Abigail neigt zu Ausbrüchen, die von großer Leidenschaft geprägt sind.

Spoilerfreie Rezension

Das Schöne und interessante war für mich, dass es um die Liebe zur Literatur geht. Zumindest, sollte man das beim Titel vermuten. Und hier kommt dann leider ein kleiner Kritikpunkt. Obwohl „Die Bücherfreundinnen“ impliziert, dass es hauptsächlich um Bücher geht, ist die Message eine ganz andere. Grundsätzlich spielt Freundschaft die tragende Rolle der Geschichte. Die vier Freundinnen Alice, Miriam, Sophie, Connie und Alice verbringen viel Zeit miteinander. Eine fehlt jedoch. Lydia starb drei Jahre zuvor und kann nicht mehr am gemeinsamen Buchclub teilhaben und mit ihren Mädels lachen und weinen, Spass haben und gemeinsam essen. Am Meisten leidet ihr zurück gelassener Mann unter ihrem Tod.

Des Weiteren ist neben der freundschaftlichen Komponente auch die Liebe großes Thema. Die 32jährige Alice hat einfach kein Glück mit Männern und sucht verzweifelt nach dem Einen. Ihre Freundinnen wollen ihr deshalb helfen und übersehen, dass der Richtige wahrscheinlich viel näher ist, als sie glauben. Die Bücherfreundinnen ist allerdings alles andere als ein kitschiger Liebesroman. Die Charaktere sind liebenswert und menschlich und schafften es so sehr  schnell, mich für sie zu begeistern.

Zitat aus dem Buch

„In der Zwischenzeit hatten wir ein aufschlussreiches Gespräch am Telefon geführt, in dem er mir erklärte, sei seit vier Jahren eine gute Freundin und seit beinahe zwei Jahren eine sehr gute Freundin. Als ich eine Erklärung dieser Freundschaftskategorien forderte, wurde klar, dass eine gute Freundin jemand ist, dem man vertraut, während eine sehr gute Freundin jemand ist, mit dem man bei jeder sich bietenden Gelegenheit bis zu Besinnungslosigkeit vögelt.“

Fazit

Die Autorin verleiht den Protagonisten viel Herz und der Handlung so große Emotionen. Ab und an liefen bei mir auch Tränen. Titel und Klappentext sind allerdings etwas verwirrend, weil es um sehr viel mehr geht, als man auf den ersten Blick glauben mag. Ich mochte Die Bücherfreundinnen sehr gerne lesen und war sehr überrascht, von den klugen und traurig-schönen Momenten, welche die Geschichte bereithält.  Beim Weglegen am Ende des Buches war ich richtig traurig, dass ich Alice und ihre Freundinnen „hergeben“ musste.

Rund ums Buch

Die Bücherfreundinnen • Jo Platt • Originaltitel: • Übersetzerin: Katharina Naumann • Rowohlt • 2016 • 384 Seiten • Paperback• ISBN: 978-3-499-26886-1 • Preis: €9.99€ • Buch kaufen


Kennt ihr „Die Bücherfreundinnen“ oder weitere Bücher von Jo Platt? Dann lasst es uns wissen.

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Selbst das Heimweh war heimatlos

Bericht eines jüdischen Emigranten. Nicht nur wegen seiner äußerst wichtigen Message ist Selbst das Heimweh war heimatlos ein wertvolles Buch und sollte gelesen werden. Die Flucht vor den Nationalsozialisten und die Gefangenschaft unter selbigen, ist Hauptbestandteil des Buches. Das Besondere ist wohl, dass es sich um das Manuskript des Autors Moriz Scheyer handelt. Dieser starb 1949. Das Erzählte wird somit aus erster Hand wiedergegeben und so wirkt es äußerst emotional und authentisch. An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie sehr mich diese Erzählungen aufgewühlt und beeinflusst haben.

Darum gehts

Moriz Scheyer berichtet aus ganz persönlicher Sicht von seinen Erfahrungen als jüdischer Emigrant. Von der Flucht vor den Nazis, seiner Gefangenschaft unter diesen und seinem Überlebenswillen.

Spoilerfreie Rezension

Geschrieben hat Scheyer das Manuskript zum Buch in einem Franziskanerinnen-Kloster in der Dordogne. Zu dieser Zeit hat er sich mit seiner Frau dort vor den Nationalsozialisten versteckt. Das Manuskript geriet lange Zeit in Vergessenheit, bis es 2015 von seinem Stiefenkel in London im Familiennachlass entdeckt wurde.

Obwohl ich bereits vieles über die NS-Zeit gelesen habe, erfährt man immer wieder neue, erschreckende Erkenntnisse. Scheyer schreibt sensibel und aufklärend und schildert erschreckende Geschehnisse. Kaum eine Seite ließ mich kalt und vieles wühlte mich schon beim Lesen so sehr auf, sodass ich mir für das Buch viel Zeit nehmen musste.

Zitat im Buch

„Ja, dieses Frankreich war mir wie eine Geliebte, der man freudig dient und an der man unmöglich eine Enttäuschung erleben kann. Noch ihre kleinen Schwächen empfindet man als eine Reiz mehr. In Österreich war ich zu Hause. Aber in Frankreich fühlte ich mich daheim. So war das Bild Frankreichs in mir. Damals, vor der Emigration.“

Fazit

Ein bewegendes Zeugnis dieser grauenvollen Zeit im Nationalsozialismus. Sehr authentisch, ehrlich und beklemmend, erzählt der Zeitzeuge Scheyer, was er erlebt hat. Einzig wirkten mir manche Textpassagen etwas engstirnig, was mich beim Lesen aber nur zu einem kleinen Teil beeinflusste und sicherlich auch meiner Unwissenheit zuzuschreiben ist. Schließlich muss man verstehen, dass Frankreich, insbesondere Paris, aufgrund der fürchterlichen Erfahrungen, dem Autor nicht in bester Erinnerung blieben. Nach dem Lesen blieb ich etwas sprachlos, wütend und traurig zurück. Ich bin sehr froh, dass dieses Manuskript die Menschen heute mit Wissen und der Wahrheit bereichert.

Rund ums Buch

Selbst das Heimweh war heimatlos •  Moriz Scheyer • Rowohlt • 2017 • 384 Seiten • Hardcover • ISBN: 978-3-498-06441-9 • Preis: €22.95 • Buch kaufen


Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Ein Meilenstein für die Nachwelt. Sehr zu empfehlen.

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Deutschland á la française

Deutschland á la Française ist vor wenigen Wochen in meinem Bücherregal eingezogen. Aber nur kurz. Fortan lag es auf meinem Nachttisch, denn ich habe das Buch verschlungen. Pascale Hugues ist Französin und lebt seit über 28 Jahren in Deutschland. Sie ist Korrespondentin und schreibt sowohl für französische, als auch deutsche Zeitungen. In diesem Buch geht es um typisch deutsche und französische Merkmale, die Macht der Sprachen, um Gemeinsamkeiten beider Länder, die Mentalitäten, politische Gegensätze und vor allem um persönliche Anekdoten der Autorin.

Darum gehts

Deutschland und Frankreich. Nachbarländer mit großer Geschichte. Pascale Hugues kommt aus Frankreich, lebt aber schon seit 1989 in Deutschland. Somit kennt die Französin beide Länder wie ihre Westentasche. Sie berichtet über Eigenarten, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Redewendungen, nationale Mythen und Klischées.

Spoilerfreie Rezension

Frankreich hat mich schon immer interessiert. Besonders die Sprache hat es mir angetan. Keine hat diesen unverwechselbaren und charmanten Klang. Für mich persönlich ist es die mit Abstand Schönste und die, der ich am Liebsten lausche. Ich selbst spreche kein französisch. Dennoch lese ich häufig französische Kurzgeschichten, einfach, um die Worte auszusprechen und mich am Klang zu erfreuen. Da ich seit über einem Jahr in der Nähe der französischen Grenze lebe, ist Frankreich mir nun nicht nur geografisch näher, sondern auch im Herzen. Denn durch die kurze Entfernung, konnte ich das Elsass des Öfteren besuchen und bin seit dem ersten Besuch verliebt.

Als ich von dem Buch las und das hübsche Cover sah, war ich sofort gewillt, es zu lesen. Ich bin gebürtige Berlinerin und fand den Umstand, dass die französische Autorin seit langem in Berlin lebt, wunderbar. So konnte ich auch einiges über das Berlin erfahren, welches mir aufgrund meines Alters fremd ist und sah viele im Buch erwähnte und mir bekannte Ortschaften vor meinem inneren Auge und fühlte mich in meine Heimat zurück versetzt. Gleichzeitig erfährt man viel über das Elsass: die Herkunft der Autorin und inzwischen auch ein bisschen neue Heimat für mich.

Beim Lesen wird einem bewusst, welch große Unterschiede es zwischen beiden Ländern gibt und wie viele Gemeinsamkeiten Deutschland und Frankreich auch haben. Von Politik, beiden Sprachen, Kultur und Mentalität über persönliche Erlebnisse der Autorin ist alles dabei. Besonders schön finde ich, dass einem Deutschland als Land, als Heimat wieder näher gebracht wird, wenngleich das möglicherweise auch unbewusst geschieht. Unsere im Welt-Vergleich sehr loyale Politik, das Reichtum unserer Sprache und die Vielfalt unserer Geschichte wird deutlich und berührt.

Gleichsam erfährt man viel über das frühere und heutige Frankreich. Über Kindheitserinnerungen der Autorin an das Elsass, sprachliche Barrieren und die Anfangszeit in Deutschland 1989. Über Korruption, die Unterschiedlichkeit der Sprachen, Mülltrennung und die DDR ist alles dabei. Ein äußerst kluges, humorvolles Buch über zwei Länder, die so viel zu bieten haben und welche man hier neu kennen und lieben lernt.

Zitate im Buch

„Andere Fehler können wir Franzosen ebenfalls nicht begreifen: ein Minister stürzt, weil er seine Putzfrau schwarz bezahlt. Na und! Bei uns kann man sich glücklich schätzen, wenn der Minister das Zimmermädchen in New York nicht zwingt, ihm einen zu blasen.“

„Dem Tischmülleimer stehen Helfer zur Seite: der Mini-Staubsauger, der Tischfeger, der Krümelbesen. Ein ganzes Bataillon technischer Apparate, surrender Motoren, batteriebetriebener Maschinen brummt über den Tisch. Und ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ein Dogmatiker des Umweltbundesamtes sich in den Kopf setzen wird, Mülltrennung auf dem Esstisch zu erzwingen: ein grüner Tischmülleimer für den Biomüll, ein gelber für die Joghurt- und Quarkbecher, ein grauer für die Glasflaschen. Nostalgisch denke ich an die unvernünftigen Zeiten zurück, als Hund und Katze sich unter dem Tisch um die Reste stritten.“

Fazit

Pascale Hugues schreibt mit sehr viel Humor und Charme. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen, weil ich es so amüsant und interessant fand.

Rund ums Buch

Deutschland á la française • Pascale Hugues • Rowohlt • 2017 • 208 Seiten • Hardcover • Originaltitel: Was ist das? Chroniques d´uns Française á Berlin • Übersetzung: Elisabeth Thielicke • ISBN: 978-3-498-03032-2 • Preis: €19.95 • Buch kaufen


Ich bedanke mich beim Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Gefällt euch Gegenwartsliteratur in dieser Form?

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