Gesuchter Tag:

Rowohlt

Catherine Isaac

Was in unseren Sternen steht

Es gibt wirklich soooo viele tolle Bücher. Mir tun es oft jene so richtig an, die mich emotional überwältigen und sehr nachdenklich zurücklassen. Dabei ist gar nicht so entscheidend, ob es sich um wahre Begebenheiten handelt, oder es ausgedachte Handlungen sind. Denn wenn es einem Autoren gelingt, seine Figuren realistisch zu zeichnen und seine Geschichte so lebendig und überwältigend zu erzählen wie es Catherine Isaac in Was in unseren Sternen steht tut, dann muss es sich zwangsläufig um ein gutes Buch handeln.

Darum gehts

Jess lebt getrennt von ihrer ehemals großen Liebe Adam. Beide verbindet nicht mehr viel, bis auf ihren zehnjährigen Sohn William. Adam hat jedoch kaum Kontakt zu seinem Kind und hat sich bisher als Vater nicht von seiner besten Seite gezeigt. Das enttäuscht Jess sehr und eigentlich möchte sie so wenig zeit wie möglich mit dem Vater ihres Sohnes verbringen. Adam lebt inzwischen in Frankreich und lädt seine Ex-Freudin und den gemeinsamen Sohn für einen Sommer ein. Jess´Mutter, welche an einer tödlichen Krankheit leidet, wünscht sich von ihrer Tochter, dass sie Sohn und Vater zusammenführt, weshalb sich Jess widerwillig auf den Urlaub einlässt. Allerdings nicht ohne ein paar Freunde im Schlepptau, die ihr zur Seite stehen.

Rezension (Achtung Spoiler)

Große Traurigkeit, aber auch ebenso viel Mut und Stärke machen die Geschichte um Jess aus. Die ersten Kapitel ließen mich als Leser noch völlig im Unklaren, wie schwer die Dinge stehen und welche tödlichen Geheimnisse Jess vor ihrem Ex-Freund und ihrem Sohn hat. Um nicht zu viel vorwegzunehmen, schweige ich über weitere Einzelheiten. Jess war mir von Beginn an sympathisch. Sie zeigte sich mir als starke, selbstbewusste und im Leben stehende Frau. Die Geschichte beginnt mit der Geburt ihres Sohnes, William, den sie ohne ihren Lebensgefährten Adam zur Welt bringen muss.

Zehn Jahre später steht William kurz vor der Pubertät und Jess ist noch immer allein mit ihrem Sohn. Ihre Mutter leidet an einer seltenen, tödlich endenden Erbkrankheit, unter welcher neben ihr selbst, vor allem Jess und ihr Vater sehr leiden. Jess ist inzwischen über Anfang dreißig und hatte hier und da zwar kurze Beziehungen, die aber alle nie an großer Bedeutung gewannen. Auch wenn sie es sich nicht recht eingestehen will, ist Adam immer noch sehr existent in ihren Gedanken und Gefühlen. Die Wut über seine Affären während der gemeinsamen Beziehung und seine verantwortungslose Art seinem Sohn gegenüber, machen es Jess aber schwer, auf Adam zuzugehen.

Tatsächlich ringt sie sich, vor allem ihrer Mutter zuliebe aber dazu durch, mit Adam einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen. Sie hofft dabei darauf, dass sich Vater und Sohn annähern und sie ihrer Mutter positive Nachrichten überbringen kann. Die wünscht sich schließlich nichts sehnlicher, als dass Adam endlich Verantwortung für William übernimmt. Jess´Freunde Natasha, Becky und Seb sind in Südfrankreich mit von der Partie und machen es Jess durch ihre Anwesenheit leichter, den Urlaub doch etwas genießen zu können.

Das Buch ist sehr hübsch gestaltet. Das Cover harmoniert farblich sehr gut und das Bild, dass nur die dunklen Umrisse eines Paares zeigt, macht neugierig und beschreibt sehr gut, worum es geht. Ich bin sehr gut in die Handlung gestartet und habe auch nie den Faden verloren. Die Charaktere sind auf ihre Art und Weise alle liebenswert. Auch Adam wird mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. In der Mitte des Buches wurde ich plötzlich völlig geschockt und konnte erst gar nicht recht glauben, was ich da las. Hier gelang es der Autorin definitiv, ihre Leser und vorwiegend ihren Hauptcharakter Jess auf die Probe zu stellen.

Die letzten Kapitel fielen mir unsagbar schwer. Ich konnte meinen Tränen nicht zurückhalten und ohne Taschentücher ging einfach nichts mehr. Es war zum Teil kaum auszuhalten und machte mich wahnsinnig betroffen. Dabei geht es vor allem um die Krankheit der Mutter, auf welche ich hier in der Rezension aber nicht näher eingehen möchte. Was in unseren Sternen steht zeigt auf, dass das Leben für niemanden den einfachen Weg bereit hält, es aber Mensch gibt, die bei der Verteilung ihrer Lebensaufgabe ganz sicher eher auf der Schattenseite standen. Umso stärker müssen sie sich ihrem Schicksal stellen. Und eines bleibt letztendlich: jedes Leben, was immer es bereithält und wie kurz oder lang es sein mag ist absolut lebenswert.

Zitate aus dem Buch

„Und obwohl sie mir den erschreckendsten, grausamsten Witz meines ganzen Lebens erzählte, weinte sie nicht.“

„Wir sind keine Familie. Wir sind zwei Teile eines auseinander gebrochenen Paares, die durch den allerschönsten Fehler zusammengeklebt werden, den wir je gemacht haben.“

„Wie soll man auch einem Mann, den man liebt, so etwas sagen? Wenn du weißt, dass er von da an nie mehr die Frau in dir sehen wird, die er begehrt, sondern nur noch die Frau, die ihm leidtut?“

„Ich lebe das Leben, als ob jeder Tag mein letzter sein könnte. Und das werde ich so fortführen, bis es nicht mehr möglich ist. Ich werde an all das Gute in meinem Leben denken und nicht an das, was mir bevorsteht. Ich werde all das tun, was ich gern tue, einfach so zum Spaß. Ich werde im Meer schwimmen. Kuchen backen. Viel mehr tanzen.“

„Ich weiß, dass du und deine Mum die besten Menschen auf der Welt seid.“

„Ich spüre nur, dass er immer die Fähigkeit haben wird, mich zu verblüffen, zu überraschen, mein Herz zu entzünden.“

„Manchmal braucht man die Dunkelheit um zu erkennen, wie sehr wir strahlen.“

Fazit

Ich war oft sprachlos während der Schicksalsschläge mit denen die Menschen in diesem Buch teilweise zu kämpfen haben und wie stark sie damit umgehen. Und beeindruckt darüber, wie sehr sie sich dennoch an warmen Sonnenstrahlen, singenden Nachtigallen und dem Duft warmer Croissants erfreuen. Am Ende ist es auch hier die Liebe, die zusammenhält und alles viel, viel leichter macht.

Rund ums Buch

Was in unseren Sternen steht • Catherine Isaac • Rowohlt • 2018 • Originaltitel: Originaltitel: You Me Everything • Übersetzerin: Katharina Naumann • Originalverlag: Simon & Schuster • 416 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-499-27303-2 • Preis: €14.99 • Buch kaufen


Ich danke dem Rowohlt-Verlag für das zugestellte Leseexemplar.
Wie gefällt euch eine solche Dramatik in Büchern?

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Greer Hendricks/ Sarah Pekkanen

The Wife Between Us

Es ist der New York Times-Bestseller und gilt in der Presse als überragender und scharfsinniger Psychothriller. The Wife Between Us von Greer Hendricks und Sarah Pekkanen hat auch in mir die Neugier geweckt. Das mystisch wirkende Cover und der spannungsgeladene Klappentext konnten mich bereits überzeugen. Nach dem Lesen des Romans bin ich mehr denn je begeistert.

Darum gehts

Drei Frauen, ein Mann. Viele Geheimnisse. Und nur eine Wahrheit.
Vanessa: Das perfekte Leben, das war einmal. Seit der Scheidung von Richard ist sie ein Wrack. Nur ein Gedanke hält sie aufrecht: seine Hochzeit mit der anderen zu verhindern.
Nellie schwebt im siebten Himmel: Ausgerechnet sie, die alles andere als ein aufregendes Leben führt, hat sich der attraktive, charismatische Richard ausgesucht. Alles wäre perfekt, gäbe es da nicht Dinge, die aus dem neuen Heim verschwinden. Und diese Frau, die sie beobachtet.

Spoilerfreie Rezension

Ich kam kaum an diesem Thriller vorbei. Ob an Bahnhöfen, Flughäfen oder beim Schmökern in Zeitschriften: schier überall fiel mir dieses Cover ins Auge. Es wirkte auf mich geheimnisvoll und teuflisch zugleich. Nachdem ich auch die Leseprobe las und beim Gewinnspiel bei Vorablesen teilnahm, war die Freude riesengroß, als ich die Nachricht bekam, dass ich zu den Gewinnern gehöre. Mit dem Buch habe ich mir viel Zeit gelassen, da ich die Spannung zum Teil gar nicht aushalten konnte. Wenn ich das Buch dann wieder aufschlug, war ich jedes Mal voller Vorfreude.

Die Autorinnen haben einen tiefgründigen Roman geschaffen, in dessen Handlung ich mich als Leserin sofort hinein versetzt fühlte. Die Beschreibungen sind sehr lebhaft und detailreich. Zudem konnten mich sämtliche Protagonisten erreichen. Nicht alle sind sympathisch und doch sind sie unverzichtbar für den Verlauf der Geschichte. Nellie löste in mir viel Mitleid und Traurigkeit aus, aber auch Bewunderung und Mut. Hin und wieder war ich verwirrt aufgrund der unerwarteten Wendungen, konnte aber beim Weiterlesen immer wieder Klarheit erlangen. Die Spannung glich einer wahren Achterbahnfahrt. Es geht um viel Gefühl, sexuelle Begierde, die Liebe, tiefe Enttäuschungen und unermesslichen Hass.

Ich war und bin noch immer sehr beeindruckt von The Wife Between Us. Wenn einige Zeit vergangen ist, kann ich mir gut vorstellen, das Buch noch einmal zu lesen und die düstere Stimmung aufzusaugen. Die Dialoge und die Gedankengänge inspirierten mich zusätzlich sehr.

Zitate aus dem Buch

„Meine Fingernägel bohrten sich in meine Handflächen; vor Richard hatte ich noch nie jemanden wahrhaft geliebt. Und nun wurde mir klar, dass ich vor ihm auch nie jemanden wahrhaft gehasst hatte.“

„Wir alle schichten solche Täuschungen über unseren Erinnerungen auf; sie sind die Filter, durch die wir unser Leben betrachten wollen.“

„Nächstes Mal würde sie klüger sein, hatte sie sich danach gelobt. Nie wieder würde sie mit einem Mann zusammen sein, der den Blick abwandte, wenn sie den Halt verlor.“

Möglicherweise wäre es einfacher so: mich still und leise in die neue Realität, die ich erschaffen habe, sinken zu lassen wie in Treibsand. Unter ihrer Oberfläche zu verschwinden.“

„Dann machte meine Tante etwas, das zum Tapfersten gehört, was ich je gesehen habe. Sie lächelt.“

„Maggie und Emma haben nichts gemein. Außer mir. Diese beiden jungen Frauen haben den Lauf meines Lebens für immer verändert. Doch die eine ist heute nicht mehr Teil meines Lebens, und die andere ist immer präsent.“

„Doch stattdessen griff er in mein Haar und riss mich daran hoch. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und versuchte verzweifelt, seine Faust um mein Haar zu lösen. Es fühlte sich an, als risse er mir die Kopfhaut vom Schädel.“

„Jahrelang habe ich mich von meiner Angst beherrschen lassen. Doch jetzt im Taxi merke ich, wie sich ein anderes Gefühl in den Vordergrund drängt: Zorn.“

„Die widerstreitenden Seiten der Persönlichkeit meines Mannes machten ihn zu einem Rätsel für mich. Noch heute verstehe ich nicht ganz, warum er alles in seiner Umgebung ebenso genau unser Kontrolle haben muss wie die Socken und T-Shirts in seinem Schrank.“

„Mein Notizbuch diente mir als Gerichtssaal und meine Worte argumentierten Für und Wider beider Seiten jeder Sache.“

„Als wäre das irgendeine harmlose kleine Sache? Affären richten Menschen zugrunde. Haben sie mal daran gedacht, wie sehr ich leiden würde?“

Fazit

Ohne Übertreibung der beste Thriller, den ich seit Jahren gelesen habe. Klug, tief und böse. Nicht umsonst ist der Roman ein Bestseller und muss unbedingt gelesen werden.

Rund ums Buch

The Wife Between Us • Greer Hendricks und Sarah Pekkanen • Rowohlt • 2018 • 448 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-499-29117-3 • Preis: €12.99 • Buch kaufen


Bei dem Team von Vorablesen bedanke ich mich recht herzlich für den Gewinn.
Habt auch ihr den Thriller gelesen?

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Harper Lee/ Rory Gilmore Reading Challenge

Wer die Nachtigall stört

Es ist ein absoluter Klassiker und doch las ich es erst jetzt. Die Rede ist von Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Ich habe das Buch im Rahmen der Rory Gilmore Reading Challenge gelesen. Jenni hatte es für mich ausgewählt. Ich freue mich natürlich auch, dass das erste Buch zur Challenge abgehakt werden konnte. Welchen Titel ich für Jenni auswählte, erfahrt ihr demnächst natürlich in ihrer Rezension. Nun aber zu Wer die Nachtigall stört: ich habe erwartet, dass es mich prägen würde. Und das tat es.

Darum gehts

Amerika in den 1930er Jahren. Scout ist acht Jahre alt und lebt mit ihrem älteren Bruder Jem und dem gemeinsamen Vater Atticus in den Südstaaten. Die Zeit ist geprägt von Rassismus. Atticus ist ein erfolgreicher Anwalt und gilt als stets menschenfreundlich. Die brutale Wirklichkeit erfasst Scout und Jem, als ihr Vater den schwarzen Landarbeiter Tim Robinson vor Gericht verteidigt. Dieser soll angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt haben. Scout und Jem versuchen fortan für Gerechtigkeit zu kämpfen und ihren Vater beim Verteidigen von Robinson zu unterstützen.

Spoilerfreie Rezension

Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Die Schreibweise der Autorin lässt sich fließend lesen und ich mochte die fesselnde Art der Protagonistin Scout sofort. Sie ist frech, mutig und wild. Sie hinterfragt alles. Wie im Klappentext zu lesen, spielt der Roman in den 30ern in Alabama, in den Vereinigten Staaten. Die Geschwister Scout und Jem leben gemeinsam mit ihrem Vater, einem anerkannten Rechtsanwalt in ihrem Geburtshaus. Calpurnia, eine schwarze Haushälterin, gehört zur Familie. Die damalige Zeit war vor allem durch den Hass der Weißen auf die schwarze Bevölkerung geprägt.

Ich hatte zunächst große Schwierigkeiten, immer wieder mit dem Wort „Neger“ konfrontiert zu werden und es löste eine Wut in mir aus. Wut, weil es keineswegs eine ausgedachte Geschichte ist. Natürlich weiß ich um die geschichtlichen Ereignisse, welche historisch gesehen, nicht weit zurückliegen. Und gerade auch deshalb,  ist es nicht nachvollziehbar, das Menschen einander hassen, aufgrund von Hautfarbe, Ethnie und Religion.

Genau diese Thematik ist die Message des Buches. Nein viel mehr ist die Aussage von Wer die Nachtigall stört, dass es da diese weiße Bevölkerung gab, die es der schwarzen Minderheit sehr schwer machte, sie mit Hass, Abwertung und Vorurteilen und strafte. Aber auch, dass es damals schon Menschen gab, wie Familie Finch, welche diesen unnützen Hass nicht vertraten, ihn immer wieder hinterfragten.

Das Buch ist in zwei Teile aufgegliedert. Zu Beginn geht es vor allem um den seit fünfundzwanzig Jahren in seinem Haus eingeschlossenen Boo Radley, den Nachbarn der Finchs. Scout und Jem wollen gemeinsam mit ihrem Freund Dill herausfinden, was es mit Radley´s Rückzug auf sich hat, weswegen ihn seit so vielen Jahren niemand zu Gesicht bekam. Und so fangen sie an, ihm Streiche zu spielen.

Diese Handlung ist zunächst eher nebensächlich, spielt aber im weiteren Verlauf eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Im Mittelpunkt steht aber weiterhin der „schwarze Hass“. Die Charaktere im Buch werden von der Autorin sehr detailliert ausgeschmückt und als Leser erfährt man, wie ungeheuerlich diese Vorurteile gegenüber der schwarzen Bevölkerung sind und dass sie auf nichts als Unwissenheit beruhen. Bald ist es der Prozess gegen den schwarzen Landarbeiter Robinson, der die hauptsächliche Handlung ausmacht. Aber kann ein Schwarzer in den USA der Dreißiger überhaupt vor Gericht gegen einen Weißen gewinnen?

Wer die Nachtigall stört, hat mich geprägt, aufgewühlt und mir immer wieder ins Gedächtnis rufen lassen, wie wichtig diese Ereignisse sind. Auch wenn sie vor vielen Jahren geschahen, liegen sie historisch gesehen, nicht weit zurück. Wir leben hoffentlich in einer gerechteren Welt, aber der Fremdenhass ist nicht ausgestorben. Er existiert noch immer. Und es ist die Aufgabe von uns allen, der jetzt Lebenden, ihn mit aller Macht weiter zu bekämpfen, nicht zuzulassen, dass Menschen aufgrund von Andersartigkeit diskriminiert werden. Wir alle sind anders. Niemand ist dem anderen in allem gleich.

Zitate aus dem Buch

„Es gibt nämlich Menschen, die … die sich so sehr um das Jenseits sorgen, dass sie nie gelernt haben, im Diesseits zu leben.“

„Das Einzige, was sich keinem Mehrheitsbeschluss beugen darf, ist das menschliche Gewissen.“

„Über die Hölle, die die Leute anderen Leuten bereiten, ohne auch nur nachzudenken. Über die Höllen die die Weißen den Farbigen bereiten, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, dass die auch Menschen sind.“

„Je älter du wirst, desto mehr solcher Fälle wirst du erleben. Gerade vor Gericht sollte allen Menschen, von welcher Farbe des Regenbogens sie auch sein mögen, das gleiche Recht zuteilwerden. Nur neigen die Leute leider dazu, ihre Vorurteile mit auf die Geschworenenbank zu nehmen. Du wirst später tagtäglich Weiße sehen, die Schwarze betrügen. Aber eines möchte ich dir sagen, und bitte, vergiss es nicht: Wenn ein Weißer – ganz gleich wie angesehen, wie vornehm, wie reich er ist – einem Schwarzen so etwas antut, dann gehört dieser Weiße zum Pack.“

„Mut heißt, von vornherein wissen, dass man geschlagen ist, und trotzdem den Kampf – ganz gleich, um was es geht – aufnehmen und ihn durchstehen. Man gewinnt selten, aber zuweilen gelingt es.“

Fazit

Ich habe mich sehr gefreut, diesen Klassiker lesen zu dürfen und danke dir, liebe Jenni, noch einmal für die Inspiration. Wer weiß, wann und ob ich sonst noch irgendwann mal zu diesem Buch gegriffen hätte. Den einzigen Abzug gibt es wegen der manchmal sehr langatmigen Beschreibungen, rund um Maycomb County, welche ich nicht immer für handlungsentscheidend hielt. Ansonsten ist die Aussage des Buches immens wichtig und von großer Bedeutung, die Charaktere sind authentisch und Harper Lee schreibt aufrüttelnd und mutig.

Rund ums Buch

Wer die Nachtigall stört • Harper Lee • Originaltitel: To Kill A Mockingbird • Übersetzerin: Claire Malignon • Rowohlt • 2016 • 448 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-499-21754-8 • Preis: €9.99€ • Buch kaufen


Habt ihr „Wer die Nachtigall stört“ gelesen? Vielleicht sogar als Schullektüre? Wie gefiel es euch?

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken