Gelesen | Januar 2017

Und wieder ist es soweit. Wieder sind vier Wochen vergangen und der Januar ist somit zu Ende. Während Jenni fünf Bücher gelesen hat, waren es bei mir nur zweieinhalb – denn das dritte Buch habe ich erst gestern zu Ende gelesen. Der Februar wird hoffentlich erfolgreicher, was das Lesen anbelangt. Wir freuen uns, wenn ihr uns am Ende verratet, was ihr im Januar gelesen habt und auch, was euch besonders gefiel. Für Tipps sind wir immer dankbar.

Jenni´s Lesemonat

(1) Mit Taty und Paul von Natascha Sturm bin ich in das Jahr 2018 gestartet und war begeistert. Ich habe die Autorin letztes Jahr auf der Buch Berlin kennen gelernt und durfte dann ihr Buch mitnehmen. Natürlich ist auch eine Rezension dazu auf unserem Blog erschien, weswegen ich nun nicht weiter auf meine Meinung dazu eingehen möchte. Jedoch muss ich betonen, dass es definitiv mein Monatsfavorit war!

(2) Den dritten Teil von Dark Elements habe ich nicht gelesen, sondern gehört. Es war der dritte und letzte Band und wie ich finde ein wirklich gelungener Abschluss. Für nähere Informationen einfach weiter nach unter scrollen, dort findet ihr meine Reihenrezension zur Trilogie.

(3) Ich habe mich sehr gefreut Der schwarze Thron von Kendare Blake zu lesen. Ich habe auch schon den zweiten und letzten Band hier und bin gespannt wie es weiter geht und ob er dem ersten das Wasser reichen kann. Eine Rezension gibt es hierzu natürlich auch.

(4Kuss der Lüge von Mary E. Pearson ist ein so schöne Buch. Endlich habe ich geschafft es zu beenden, nachdem ich es vor ca. 4 Monaten angefangen habe. Ich weiß auch nicht warum, doch habe ich es nicht geschafft, es an einem Stück zu lesen und musste es immer wieder weglegen. Zum Glück konnte ich mich immer wieder direkt in die Geschichte einfinden und war auch von den letzten Seiten und allgemein der Story begeistert. Auch zu diesem Buch wird noch eine Rezension folgen.

(5) Im Rahmen der Rory Gilmore Reading Challenge las ich Die allertraurigste Geschichte von Ford Madox Ford. Das Buch ist leider mein Flop des Monats geworden. Ich gebe auch zu, dass ich es leider nicht beenden konnte. Ich habe es wirklich versucht, doch konnte ich einfach nicht in die Geschichte reinfinden. Ein Beitrag mit meiner Meinung hierzu findet ihr hier. Ich hoffe, dass es mir mit dem nächsten Buch aus der Challenge besser ergehen wird.

Neri´s Lesemonat

(1) Mein erstes Buch in diesem Jahr war zugleich eines, welches mich unfassbar prägte. Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Viele von euch werden es kennen. Es ist ein literarischer Klassiker. Ich dachte ich wäre den schrecklichen Zeiten von Nationalsozialismus und Apartheid in Buchform überdrüssig, weil es mich immer wieder auf´s Neue sehr fertig macht. Die Autorin hat mit ihrem Werk aber einen Meilenstein geschaffen. Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren in Amerika. Harper Lee beschreibt mutig, klug und eindringlich welche Unterschiede in dieser Zeit zwischen schwarz und weiss herrschten. Zur Rezension geht es hier.

(2) Nachdem mein erstes Buch schon an die Nieren ging, tat es auch das zweite. Madeleine Thien erzählt in Sag nicht, wir hätten gar nichts von dem Heimatland ihrer Eltern – China. Sie beginnt während der grausamen Zeiten der Kulturrevolution und den Umerziehungslagern (1940er Jahre) und endet in der Gegenwart. Die vielen Namen haben mich etwas verwirrt. Ansonsten kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Thien verpackt die Historik in viele emotionale Geschichten. Ein sehr beeindruckender, Generationen übergreifender Roman. Hier findet ihr meine Rezension.

(3) Last but not least: Ivy und Abe von Elizabeth Enfield. Von diesem Buch hatte ich bereits viel gehört und auf anderen Blogs gelesen. Es hat mir viel besser gefallen, als ich annahm. Ich rechnete mit einer Story, die man so oder so ähnlich schon hunderte Male gelesen hat. Aber weit gefehlt. Enfield erzählt die Geschichte von Ivy und Abe rückwärts und immer wieder anders. Die beiden lernen sich auf verschiedene Weise immer wieder neu kennen und können nie ganz vergessen. Meine Rezension dazu folgt.


Welche Bücher haben euch im Januar besonders gefallen?

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Ich bin Neri, neunundzwanzig Jahre alt und lebe im wunderschönen Breisgau, nahe Freiburg. Ich habe meine Liebe zu Büchern eigentlich erst vor wenigen Jahren entdeckt. Obwohl ich als Kind einen Vorlesewettbewerb gewann, war Lesen damals eher eine Pflicht als Vergnügen. Mittlerweile kann ich mich in Büchern verlieren, mich mit den Charakteren identifizieren und dabei voll und ganz abschalten. Bücher haben etwas Magisches für mich. Im Winter kuschle ich mich am Liebsten unter eine dicke Decke und tauche in Geschichten ab.

Sag nicht, wir hätten gar nichts

Ich habe in diesem Jahr mein zweites Buch gelesen und bin tatsächlich etwas stolz darauf, denn: das aktuelle hatte mehr als 600 Seiten und da tue ich mich immer etwas schwer. Denn meistens zieht es sich am Ende so sehr, dass ich froh bin, wenn es ein Ende hat. Sag nicht, wir hätten gar nichts, war da sicher eine andere Kategorie. Es handelt sich um einen mehrfach preisgekrönten Generationen übergreifenden Roman der kanadischen Schriftstellerin Madeleine Thien, deren Familie aus China stammt.

Klappentext

Ein preisgekrönter Roman über China von den 1940ern bis heute, über zwei eng verbundene Musikerfamilien und ihr Schicksal. Die herzzerreißenden Lebensgeschichten der Musiker, ihrer Freunde, Familien und Geliebten, die in den Strudel der Politik geraten, in das Auf und Ab von Revolution, Gewalt und Unterdrückung, führen zu der universellsten und zugleich privatesten aller Fragen: Wie kann der Mensch sich selbst treu bleiben, lieben und kreativ sein, wenn er sich verstellen und verstecken muss, weil er um sein Leben fürchtet? Erzählerin dieses vielschichtigen Epos ist Marie, die mit ihrer Mutter in Kanada lebt und nicht versteht, warum ihr Vater nach China zurückgekehrt ist. Als sie zehn Jahre alt war, haben sie einen Gast bei sich aufgenommen, die junge Ai-ming, die nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens aus Peking geflohen ist. Marie ahnte bald, dass sie eine gemeinsame Geschichte haben, und nun versucht sie, Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen.


Der Klappentext ist schon sehr informativ und, wie ich finde, sehr beeindruckend. Obwohl mir die Geschichte Chinas nicht unbekannt war, haben mich die geschilderten Geschehnisse Thiens, oft schockiert zurück gelassen. Der Autorin gelingt es, dem Leser das China der 1940er Jahre bis heute begreiflich zu machen und es mit all seinen Facetten, Grausamkeiten und seinem Sinn für Familie und Musik zu schildern. Thien selbst wurde 1974 in Kanada geboren und studierte dort kreatives Schreiben. Es folgten erste Auszeichnungen für ihre Literatur und so beschloss sie, sich dieser hauptberuflich zu widmen.

Wenn du in einem Zimmer gefangen bist und niemand kommt, um dich zu retten, was kannst du dann tun? Du musst gegen die Mauern hämmern und die Fenster einschlagen. Du musst hinausklettern und dich selbst retten. Es liegt auf der Hand, Li-Ling, das Weinen im Leben nicht weiter hilft.

Sag nicht, wir hätten gar nichts gewann den Governer General’s Literary Award und den Scotiabank Giller Prize, hoch angesehene Literaturpreise in Kanada. Erzählt wird die Geschichte von Marie, welche ebenfalls mit ihrer Mutter in Kanada lebt. Eine quälende Frage kreist ununterbrochen in Marie´s Kopf: Warum ist ihr Vater nach China zurück gekehrt? Auf der Suche nach Antworten, lernt Marie Ai-Ming kennen. Ein neunzehnjähriges Mädchen, das aus Peking geflohen ist, und welches Marie´s Mutter bei ihnen aufnimmt. Ai-Ming´s und Marie´s Vater haben sich gekannt. Das weckt das Interesse von Marie mehr und mehr. Sie begibt sich auf die Suche nach Antworten.

Ich bin sehr gut in die Geschichte hinein gekommen. Die Sprache ist ansprechend, klug und mitreissend. Jedes Kapitel ist mit einem chinesischen Schriftzeichen versehen. Immer wieder lässt Thien ihre Leser an anfänglichen Sprachbarrieren teilnehmen. Viele Schriftzeichen werden im Verlauf der Geschichte gezeichnet und erklärt. Die Erzählweise bleibt durchweg beklemmend, emotional und ergreifend.

Man kann in sich selbst ertrinken. So fühle ich mich.

Eine bedeutende Rolle spielt neben der Suche nach der eigenen Identität und Marie´s Familie, die Musik. Thien beschreibt die musikalische Familie und deren ebenso musikbegeisterte Weggefährten als sehr leidenschaftlich. Die schrecklichen Machenschaften der Politik führen dazu, dass viele von Marie´s Familienmitgliedern und deren Freunde Opfer der Kulturrevolution werden. Millionen von Menschen, unter ihnen Künstler, Musiker und Journalisten wurden in Umerziehungslager gesperrt oder ermordet. Viele Menschen waren gezwungen, ihre eigenen Familien zu denunzieren.

In diesem Land hatte Wut keinen Platz außer tief in einem selbst, gegen sich selbst gerichtet. Das hatte ihr Sohn getan, er hatte seinen Zorn benutzt, um sich selbst zu zerfleischen.

Ich hatte häufig Schwierigkeiten, die Namen der Protagonisten nicht durcheinander zu bringen. So dass ich hier und da etwas verwirrt zurück blieb und einige Passagen noch einmal lesen musste. Das kann aber auch eine persönliche Schwäche von mir sein. Namen wie Wen der Träumer, Fliegender Bär, Große Mutter Messer, Sperling und Glausauge waren zum Teil eine Herausforderung für mich, die Verbindungen einzelner Charaktere untereinander zu verstehen oder viel mehr nachhaltig zu erinnern.

Die düstere Vergangenheit China´s wird von Madeleine Thien auf beeindruckende Weise erzählt. Die Gräueltaten der Regierung und die Angst der Menschen werden so real wiedergegeben, dass es mir teilweise schwer fiel, weiterzulesen. All das, was Thien beschreibt, war brutale Realität und berührt sicher all ihre Leser zutiefst.

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Luchterhand-Verlag.
Historisch, beeindruckend und sehr lesenswert.


Informationen zum Buch

Sag nicht, wir hätten gar nichts • Madeleine Thien • Originaltitel: Do Not Say We Have Nothing • Übersetzerin: Anette Grube • Luchterhand • 2017 • 656 Seiten • Hardcover mit Schutzumschlag • ISBN: 978-3-630-87520-0 • Preis: €24.00€ • Buch kaufen

Ich bin Neri, neunundzwanzig Jahre alt und lebe im wunderschönen Breisgau, nahe Freiburg. Ich habe meine Liebe zu Büchern eigentlich erst vor wenigen Jahren entdeckt. Obwohl ich als Kind einen Vorlesewettbewerb gewann, war Lesen damals eher eine Pflicht als Vergnügen. Mittlerweile kann ich mich in Büchern verlieren, mich mit den Charakteren identifizieren und dabei voll und ganz abschalten. Bücher haben etwas Magisches für mich. Im Winter kuschle ich mich am Liebsten unter eine dicke Decke und tauche in Geschichten ab.

Neuzugänge | Lee, Enfield und Thien

Ich freue mich, dass ich euch meine aktuellen Neuzugänge im Bücherregal vorstellen darf. Ich hatte mir für dieses Jahr eigentlich vorgenommen, mir immer erst dann ein neues Buch zuzulegen, wenn ich mit einem fertig bin. Ihr seht: ich schaffe es nicht.  Es gibt einfach viel zu viele wundervolle Bücher, dass es mir unsagbar schwerfällt, immer nur eines mitzunehmen.

Wer die Nachtigall stört

Worum es geht: Die Handlung spielt in den Südstaaten Amerikas der 1930er Jahre. Die achtjährige Scout und ihr älterer Bruder Jem werden mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert, welcher zu dieser Zeit in den Vereinigten Staaten die schwarze Gesellschaft auf brutale Weise traf. Der Vater von Scout und Jem ist Rechtsanwalt und vertritt einen schwarzen Landarbeiter, welcher beschuldigt wird, ein weiße Mädchen vergewaltigt zu haben. Die beiden wollen ihren Vater dabei unterstützen und bringen sich selbst in Gefahr.

Was ich erwarte: Ich lese das Buch im Rahmen der Rory Gilmore Reading Challenge. Jenni hat es für mich ausgesucht und ich habe mich über diese Buch besonders gefreut. Die Thematik finde ich sehr aufrüttelnd und wichtig. Außerdem erwarte ich ein gutes Ende. Obwohl es sich bei diesem Buch um einen absoluten Klassiker handelt, habe ich es bisher nicht gelesen und bin deshalb umso gespannter.

Ivy & Abe

Worum es geht: Ivy und Abe begegnen sich mehrmals in ihrem Leben zu verschiedenen Zeitpunkten. Immer wieder verpassen sie ihr gemeinsames Glück. Obwohl sie sich immer wieder treffen, trennen sich ihre Wege am Ende wieder. Sie haben eine Affäre miteinander und irgendwann heiraten sie sogar. Doch auch diese Ehe ist geprägt von Krisen. Ob die Liebe der Beiden je von langer Dauer sein wird, ist unklar.

Was ich erwarte: Mich erinnert die Geschichte sehr an Zwei an einem Tag von Dave Nicolls und gerade deshalb schon möchte ich sie lesen. Ich bin wohl hoffnungslos romantisch und denke, dass es im Leben genau einen anderen Menschen gibt, der für einen bestimmt ist. Alle anderen werden diesen Platz vermutlich nie ganz einnehmen können. Besonders ansprechend finde ich, dass es keine kitschige Romanze ist, bei welcher sich Mann und Frau unsterblich ineinander verlieben und von nun an glücklich und zufrieden leben.  Es ist viel authentischer, denn vor allem sind es auch die „schlechten Zeiten“, welche die beiden zusammenschweißen.

Sag nicht, wir hätten gar nichts

Worum es geht: Die Geschichte spielt in China der 1940er Jahre bis heute und erzählt das Schicksal zwei eng verbundener Musikerfamilien. Sie geraten in einen Strudel von Gewalt, Unterdrückung und Revolution. Marie aus Kanada ist die Erzählerin der Geschichte. Ihre Eltern stammen aus China. Während sie mit ihrer Mutter zusammen lebt, ist ihr Vater in sein Heimatland zurück gekehrt. Marie möchte Licht ins Dunkel der Vergangenheit Chinas bringen.

Was ich erwarte: Das wunderbare Cover mitsamt Titel hat mich neugierig gemacht. Die Geschichte Chinas, die Korruption, das Leid der Menschen über viele Generationen – all das finde ich sehr tragisch. Ich bin aber auch neugierig, mehr darüber zu erfahren. Die Autorin wurde schon mehrfach für dieses Buch ausgezeichnet. Meine Erwartungen sind also hoch.


Das waren meine neuen Schätze der Literatur. Habt ihr eines der Bücher schon gelesen?

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Ich bin Neri, neunundzwanzig Jahre alt und lebe im wunderschönen Breisgau, nahe Freiburg. Ich habe meine Liebe zu Büchern eigentlich erst vor wenigen Jahren entdeckt. Obwohl ich als Kind einen Vorlesewettbewerb gewann, war Lesen damals eher eine Pflicht als Vergnügen. Mittlerweile kann ich mich in Büchern verlieren, mich mit den Charakteren identifizieren und dabei voll und ganz abschalten. Bücher haben etwas Magisches für mich. Im Winter kuschle ich mich am Liebsten unter eine dicke Decke und tauche in Geschichten ab.