Timeless – Retter der verlorenen Zeit

Timeless – Retter der verlorenen Zeit hat mich mehr als einmal beeindruckt. Das erste Mal war ich sprachlos, als ich das Buch ausgepackt habe. Es war ungewöhnlich schwer, was an den dicken Seiten mit den wirklich vielen wunderschönen Illustrationen lag. Ich konnte mich beim Lesen gar nicht sattsehen. Auch die Geschichte konnte durch die vielen Bilder direkt Gestalt annehmen und ich als Leser war sofort gefesselt.

Was der Klappentext verrät

Die Welt des 13-jährigen Diego Ribera ist völlig anders, als man sie je gekannt hat: Nach einer gewaltigen Zeitkollision existieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nebeneinander.

In Diegos Schule schwärmen Mitschüler aus allen Epochen der Geschichte durch die Gänge. Diego liebt diese abenteuerliche Vielfalt. Doch nicht wenige möchten diese Entwicklung rückgängig machen. Als Diegos Vater – der brillanteste Erfinder seiner Zeit – von einer mysteriösen Widerstandsgruppe entführt wird, ist es an Diego, seinen Vater, seine eigene Existenz und die Zukunft zu retten.


Der nächste Moment, welcher mich beeindruckte, war der Prolog. Schon der erste Satz lies mir keine Ruhe mehr und ich wollte direkt weiterlesen. Allgemein habe ich in diesem Buch viele wunderschöne Zitate gefunden, die mich auch nach dem Beenden des Buches des Öfteren noch einmal über das Geschehene haben nachdenken lassen.

Der Weltuntergang war nicht so, wie man es vielleicht erwartet hätte. Er wurde nicht von einem der vielen Dinge verursacht, von denen man heute so viel hört: Kriege, Unruhen, Klimawandel. Es war weder unsere Arroganz noch unser Stolz oder unser Egoismus. Nein, letztendlich waren es unsere Kreativität und Intelligenz.

Und nun zum Inhalt des Buches. Es spielt einige Jahre nach einer Zeitkollision, wodurch alle Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – durcheinandergeraten sind. Somit lebt der Protagonist Diego mit Robotern, Dinosauriern und Menschen aus allen Epochen zusammen.

Einem Kind, das die Dunkelheit fürchtet, verzeiht man gern; tragisch wird es erst, wenn Männer das Licht fürchten.

Er ist der Sohn von zwei Überlebenden der Kollision, welche nun bekannte Personen in Diegos Zeit sind. Das auch er etwas Besonderes zu sein scheint, steht außer Frage. Schon zu Anfang des Buches wird es spannend und schnell stürzen sich Diego und seine Freunde in ein großes Abenteuer. Allgemein ist Diego von vielen spannenden Charakteren umgeben, die man einfach kennen lernen muss!

Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der, an dem du geboren wirst, und der, an dem du erkennst, warum.

Nun zu meinem einzigen Abzugspunkt: Das Buch ist für Kinder geschrieben. Zwar ähnelt es durch die vielen Illustrationen eher einer Graphic Novel, doch finde ich die 624 Seiten schon sehr umfangreich und teilweise auch erschlagend. Im Laufe der Geschichte zieht sich das Abenteuer immer wieder ein wenig in die Länge und es wird sich an vielen kleinen Details aufgehalten. Hier hätte man sicherlich einige Seiten einsparen können.

Viel von dem Hass, den es gibt, entsteht aus den Ängsten der Menschen. Sie möchten lieber an dem Wenigen festhalten, das ihnen vertraut ist, als etwas Neues zu lernen.

Trotzdem möchte ich nicht sagen, dass das Buch langweilig wird, ganz im Gegenteil. Ich kann es wirklich nur empfehlen und hoffe auf eine Fortsetzung.


Vielen Dank an den cbj-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.
Was sagt ihr zum Buch – gefallen euch die Illustrationen und spricht euch das Genre an?

Informationen zum Buch

Timeless – Retter der verlorenen Zeit • Armand Baltazar • cbj • 2017 • 624 Seiten • Hardcover • ISBN: 978-3-570-17447-0 • Preis: €19.99 • Buch kaufen

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New York zu verschenken

Heute ist genau das optimale Wetter um ein Buch zu lesen. Draußen regnet es in Strömen, es ist kühl geworden und so richtig hell mag es auch nicht werden. Die meisten Menschen mögen das gar nicht. Ich hingegen mag dieses trübe, kalte Wetter in den Herbst- und Wintermonaten sehr. Nicht nur zum Fotografieren ist das Licht im Herbst perfekt. Und die Fotografie hängt eng mit dem Rezensieren von Büchern zusammen. Eng eingemurmelt in eine kuschelige Decke, habe ich es mir auf dem Sofa gemütlich gemacht um euch mein zuletzt gelesenes Buch New York zu verschenken vorzustellen.

Was der Klappentext verrät

Ein Chat-Roman über die wahre Liebe. Anton hat alles, was sich ein 17-Jähriger wünscht: vermögende Familie, liebende Eltern und keine Geschwister. Was Anton seit Kurzem auch noch hat: eine Ex-Freundin. Olivia hat ihn grundlos nach ein paar Monaten abserviert, und das, obwohl er sie doch mit einer Reise nach New York überraschen wollte. Das Ticket ist auch schon auf ihren Namen gebucht. Kurzerhand startet der selbstsichere Sunnyboy via Instagram die Suche nach einer neuen Olivia Lindmann. Der Andrang ist mäßig, aber es meldet sich eine 16-jährige Liv, die ganz anders ist, als die Mädchen, die Anton sonst trifft.


Hinter dem Synonym Anna Pfeffer verstecken sich zwei junge Frauen. Nämlich Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit. Ihr Debütroman Für Dich soll´s tausend Tode regnen wird sicher vielen von euch etwas sagen. Das neue Buch der Beiden, New York zu verschenken, erschien im August diesen Jahres und ist somit noch ganz frisch. Da die Protagonisten in diesem Buch sechzehn und siebzehn Jahre alt sind, lässt es sich zweifellos dem Young-Adult-Genre zuschreiben. Nicht immer bin ich ein Freund dieses Genre. Manches ist mir zu kitschig, unnatürlich und weltfremd. Wenn eine Geschichte aber durchdacht, klug geschrieben und die Charaktere gut ausgearbeitet sind, bin ich alles andere als abgeneigt.

Über andere Buch-Blogs und das Blogger-Portal der Verlagsgruppe Randomhouse bin ich auf New York zu verschenken aufmerksam geworden. Besonders interessiert hat mich, wie es gelingen soll, einen simplen Chatverlauf so in einen Roman zu verpacken, dass dieser nicht langweilig wird. Das gesamte Buch zeigt nämlich lediglich das Gespräch von Anton und Liv in Form eines Chat-Protokolls. Hier wirkliche Spannung hineinzubringen, stellte ich mir sehr schwierig vor.

Es gibt Orte, über die man schon so viel gelesen, die man so oft in Dokus, in Filmen und im Internet gesehen hat, dass man glaubt, sie zu kennen. Aber natürlich kennt man sie nicht. Man weiß nicht, wie es dort riecht, wie die Pizzen dort schmecken, hat keine Ahnung, ob einem der Wind dort kälter ins Gesicht bläst. Genauso geht es mir mit New York. Die Stadt wird in unzähligen Büchern beschrieben, dient zahlreichen Filmen und Serien als Kulisse und doch weiß ich nichts über sie. Deshalb drängt es mich, sie selbst hautnah zu erleben. Ich möchte sie einatmen, möchte, dass mich das Licht in der Nacht am Times Square blendet, ich möchte die Mauern des Guggenheim-Museums berühren, möchte Van Gogh´s „Sternennacht“ im Museum of Modern Art ehrfürchtig betrachten, möchte mit nackten Füßen das Gras des Central Park spüren, möchte einen Hotdog auf der Wall Street essen, möchte, dass mir der Wind die Haare ins Gesicht bläst, während ich mir von der Fähre aus die Freiheitsstatue ansehe.

Beim Lesen der ersten Seiten, stellte ich zunächst fest, dass sich gerade dieser Chat-Monolog leicht und flüssig lesen lässt. Was auch daran liegen mag, dass die jeweiligen Texte der beiden nicht übermäßig lang sind. Ein typisches Merkmal eines Chats eben. Gleichzeitig konnte mich die Story nie so richtig packen. Das ganze Buch widmet sich den Unterhaltungen von Anton und Liv. Andere Charaktere kommen nicht vor. Dieser Umstand allein führt sicher nicht dazu, dass das Buch nicht voll überzeugen konnte. Allerdings ist die Umsetzung hier nicht all zu gut gelungen.

Erschreckend fand ich die oberflächlichen Kommentare von Anton. Natürlich war mir bewusst, dass es sich um einen siebzehnjährigen Jungen handelt, jedoch wirkten seine Aussagen oft nicht nur sehr unreif und dümmlich, sondern führten auch dazu, dass ich den Charakter von Beginn an nicht mochte. Ich versuche an dieser Stelle nicht zu spoilern und belasse es dabei. Liv hingegen war mir direkt sympathisch, aufgrund ihrer klugen, schlagfertigen und menschlichen Art.

Die Idee, dass ein Schüler, deren Freundin ihn verlassen hat und welcher er zuvor eine Reise nach New York schenken wollte, das Ticket nun bei Instagram anbietet und ein Mädchen mit gleichem Namen finden muss, dass er auch noch so sympathisch findet um es mitzunehmen, scheint etwas weit hergeholt. Für einen Jugendroman aber finde ich den Gedanken ganz witzig und passend.

Ich falle jetzt in mein Bett, der Jetlag sitzt mir noch in den Knochen. Mal sehen, was ich morgen mache, ich versuche ganz spontan zu sein, einfach so, damit wenigstens auf diese Weise ein Teil von dir dabei ist.

Während der Verlauf der Geschichte schon ziemlich am Anfang sehr vorhersehbar ist, punktet das Ende noch einmal mit viel Menschlichkeit und Emotion. Mein Fazit fällt dementsprechend aus. Die Idee ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, aber okay. Die Umsetzung finde ich eher mangelhaft. Die Charaktere sind nicht bis ins letzte Detail durchdacht und besonders das oberflächliche Geschwätz von Anton ging mir sehr schnell auf die Nerven. Das Cover finde ich für dieses Genre gelungen und der Schreibstil ist für ein Chat-Protokoll angenehm leicht zu lesen. Ein netter Roman, mit teilweise amüsanten und emotionalen Passagen, der mich aber leider nie ganz überzeugen konnte.


Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den cbj-Verlag.
Was sagt ihr zum Buch? Habt ihr vor es zu lesen oder es bereits getan? Ich bin wahnsinnig gespannt, wie ihr es fandet!

Informationen zum Buch

New York zu verschenken • Anna Pfeffer • cbj • 2017 • 336 Seiten • Taschenbuch • ISBN: 978-3-570-17397-8 • Preis: €14.99 • Buch kaufen

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