Gesuchter Tag:

btb

Steven Uhly

Marie

Marie ist das erste Buch, welches mir vom Autoren Steven Uhly in die Hände fiel. Einigen wird sicher sein Erfolgsroman Glückskind geläufig sein. Der Klappentext hat meine Neugier geweckt und die Geschichte schien demnach viel Spannung bereitzuhalten. Es handelt sich um einen Familienroman, indem es vor allem um Vergangenheitsbewältigung geht.

Darum gehts

Frido, Chiara und Mira sind Geschwister und  leben mit ihrer überforderten Mutter in München. Die Eltern sind getrennt. Der Vater hat mittlerweile eine neue Partnerin und mit dieser ein weiteres Kind. Schon gleich zu Beginn wird klar, dass die Familienverhältnisse zerrüttet sind. Während Frido und Mira von ihrer Mutter zumindest beachtet werden, scheint Chiara für diese nur eine Nebenrolle zu spielen.

Egal wie undankbar und wenig mütterlich sich die Mutter Veronika ihren Kindern gegenüber verhält, die drei scheinen ihr nahezu alles zu verzeihen. Vor allem Frido und Chiara empfinden großes Mitleid für die eigene Mutter und versuchen, ihre Unzulänglichkeiten vor allem vor dem Vater und der Schule zu vertuschen. Die Verbundenheit zu ihrer Mutter ist für Frido und Chiara alles. Irgendwann gelingt das Verschleiern der familiären Probleme nicht mehr, auch weil sich Veronika im Badezimmer mit einer großen Scherbe absichtlich schwer verletzt und folgend längere Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Die Kinder finden bei ihrem Vater und seiner neuen Familie wenig Halt und sind fortan zunächst auf sich allein gestellt.

Spoilerfreie Rezension

Die Schreibweise von Uhly sprach mich wenig an. Obwohl er mit großen Emotionen zu spielen versucht, konnten mich die Charaktere nie ganz überzeugen. Und das, obwohl die Geschichte eine sehr ergreifende ist. Die Figur der Mutter, Veronika, hat mich am Meisten verärgert. Bis zum Schluss konnte ich für das Geschehene und Verursachte durch ihre Person nicht umgehen. Ich ahnte, dass in der Vergangenheit etwas passiert sein muss, was vor allem Chiara betrifft. Der Titel Marie wird immer nur phasenweise verständlich, wird dem Buch im Gesamten aber viel zu wenig gerecht und ist letztendlich für mich nicht mit dem Buch identifizierbar.

Das Cover gefiel mir auf Anhieb. Die Farbgebung harmoniert gut miteinander und wirkt sehr ästhetisch auf mich. Ich mag die Kapitel-Gestaltung. Die einzelnen Abschnitte sind – ganz schlicht – und dennoch anders gehalten, als ich es bisher kannte. Jedes neue Kapitel beginnt mit einer grauen Seite, auf der die Ziffer steht. Der Schreibstil konnte mich, wie bereits erwähnt nie für sich einnehmen. Die versprochene „Bild- und Wortgewalt“ erreichte mich leider nicht.

Zitate aus dem Buch

„Sie tut es mit einem Gefühl von Verbundenheit und Fürsorge, mit jener unbedingten Loyalität, zu der nur Kinder fähig sind.“

„Die Kälte hat sich in ihrem Körper eingenistet wie ein Fremder, der für immer bleiben will.“

„Sie ist an ihr Bett gefesselt und muss sich selbst wahrnehmen. Und was sie wahrnimmt, erträgt sie kaum.“

Fazit

Mir wurde durch Marie auf jeden Fall wieder bewusst, wie eng und überlebenswichtig die Bindung von Kindern zu ihren Eltern ist und was Kinder bereit sind, für ihre Eltern zu leisten. Chiara liebt ihre Mutter bedingungslos, obwohl diese sie lange nicht wie eine Tochter lieben kann. Dennoch erfährt sie von Chiara eine Loyalität, wie sie wohl nur vom eigenen Kind kommen kann. Leider konnten mich Grundstimmung und Erzählstil aber nicht überzeugen, sodass ich am Ende froh war, das Buch beenden zu dürfen.

rund ums buch

Marie • Steven Uhly • btb • 2018 • 272 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-442-71552-7 • Preis: €10.00 • Buch kaufen


Ich danke dem btb-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr eines von Uhlys Büchern gelesen? Und mögt ihr den Schreibstil?

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Robin Black

Porträt einer Ehe

Viele Bücher, das erwähnte ich schon oft, finden den Weg zu mir auch und vor allem deshalb, weil mich ihr Cover beeindruckt, mir der Klappentext zusagt. Ich gebe wenig darauf, ob besagtes Buch gehyped oder von seinen Kritikern zerfleischt wird. Mir ist es wichtig, selbst einen unbeeinflussten Eindruck zu gewinnen. Gerade habe ich Porträt einer Ehe von Robin Black zu Ende gelesen und kann vorweg sagen, dass ich viel mehr erwartet habe.

Darum gehts

Augusta und Owen sind Ende vierzig und seit Jahren verheiratet. Um ihre Beziehung zu kitten und die schmerzliche Vergangenheit hinter sich zu lassen, ziehen die Großstädter aus Philadelphia aufs Land. Dort leben sie zunächst in einsamer Umgebung in einem Farmhaus. Nur umgeben von Natur und einem leerstehenden Nachbarhaus.

Spoilerfreie Rezension

Aufmerksam auf das Buch bin ich durch das Bloggerportal von Randomhouse geworden. Das Cover spricht für sich: Eine rote Blüte, umgeben von Rissen. Letztere stehen für die Ehe der Protagonisten Augusta und Owen.  Der Schreibstil sagte mir sofort zu. Black schreibt sehr einfühlsam, dennoch tough und ehrlich. Mir gefiel auch die psychologische Note.  Die vorsichtigen Formulierungen, welche die Risse in der Ehe von Augusta und Owen beschreiben, scheinen den Leser schonen zu wollen. Die Figuren werden jedoch nur unzulänglich gezeichnet. Owen blieb mir bis zum Ende ein kleines Rätsel. Mir war lange nicht ganz klar, was genau denn nun „den Riss“ verursacht hat. Denn obwohl sehr schnell zur Sprache kommt, das Augusta Owen betrogen hat, liegt dieser Vertrauensbruch Jahre zurück und beide scheinen noch immer verliebt und wieder glücklich.

Die Idylle, in der das Ehepaar gegenwärtig lebt, wird durch die neue Nachbarin Allison zunächst nicht getrübt. Die beiden Frauen freunden sich an, verbringen viel Zeit miteinander und laden sich gegenseitig zum Essen ein. Owen ist meist dabei. Die Figur der Allison nervte mich schon nach kurzer Zeit und mir war nicht klar, welche Rolle sie in den Geschehnissen spielen sollte. Auch ihre Vergangenheit wird für meine Begriffe viel zu sehr ausgeschmückt und bekommt eine Wichtigkeit, die sie nicht verdient.

Die eigentliche Veränderung wird durch die Tochter von Allison herbeigeführt. Die zweiundzwanzigjährige verliebt sich in Owen. Getragen wird die Story weiterhin hauptsächlich von den vermeintlichen Eheproblemen des Paares, die für meinen Geschmack zu stark erscheinen. Die Verletzungen durch die Affäre von Augusta konnte ich als Leserin wahrnehmen, eine zerrüttete Ehe, konnte ich jedoch zu keiner Zeit erkennen.

Der Tod der Schwester von Augusta und der schlechte Gesundheitszustand ihres Vaters kommen immer wieder zur Sprache, spielen für den Handlungsverlauf aber keine entscheidende Rolle. Die Unzufriedenheit Owens bezüglich seiner stagnierenden Schriftstellerkarriere, ging mir zunehmen auf den Geist.

Zitate aus dem Buch

„In einer Ehe laufen oft zwei Gespräche nebeneinander ab. Das, das man gerade führt, und das, das man gerade nicht führt. Manchmal weiß man nicht einmal, wann dieses zweite, stillschweigende, begonnen hat.“

„Was nutzte es, sich Sorgen zu machen, wenn man nie wissen konnte, welche Kugel auf das eigene Herz gerichtet war?“

„Wir sind eine Lebensaufgabe, nicht wahr?“

Fazit

Schlussendlich war ich froh, dass das Buch endete.  Mir erschloss sich nicht genau, wohin die Autorin den Leser führen wollte. Die Idee ist interessant, die Umsetzung verliert sich zu sehr in Nebensächlichkeiten und das Ende ist vorhersehbar und absurd.

Rund ums Buch

Porträt einer Ehe • Robin Black • btb • Originaltitel: Forgiving • 2018 • Übersetzerin: Brigitte Heinrich • 320 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-44271-589-3 • Preis: €10.00€ • Buch kaufen


Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim btb-Verlag. 
„Porträt einer Ehe“ konnte mich nicht überzeugen. Habt ihr es gelesen und wie gefiel es euch?

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Brunonia Barry

Die Frauen von Salem

Manche Bücher möchte man lesen, weil einem der Klappentext interessant erscheint. Möglicherweise unterstricht der Cover dies und die Neugier ist geweckt. Meistens sogar ist das der einzige Grund, warum ich ein Buch lesen möchte. Eines zu lesen, nur weil es auf anderen Blogs, im Internet und bei Freunden und Bekannten gehyped wird, war nie mein Ding. Auf Die Frauen von Salem stieß ich rein zufällig. Die Aufmachung sprach mich an und ich hatte mal wieder Lust auf einen gruseligen Roman.

Darum gehts

Unerschütterliche Morde an drei Frauen geschahen im Jahr 1989. Die Geschichte spielt zwischen 2014 und 2015. Die junge Protagonistin Callie Cahill, das kleine Mädchen, welches die einzige Augenzeugin ist, kehrt an den Ort des Verbrechens zurück und möchte gemeinsam mit Rafferty die Morde aufklären, die inzwischen fünfundzwanzig Jahre zurückliegen. Ihre enge Vertraute Rose Whelan, von der sie lange glaubte, sie sei tot, wird verdächtigt. Callie will nicht wahrhaben, dass der einzige Mensch, den sie noch zu ihrer Familie zählt, ihre eigene Mutter und deren Freundinnen, welche sich „Die Göttinnen“ nannten, tötete.

Spoilerfreie Rezension

Ich muss, ohne zu spoilern, vorwegnehmen, dass dieser Roman sich neben der Suche nach einem Mörder, hauptsächlich mit Hexerei und Magie befasst. Dies war mir zuvor nicht bewusst und normalerweise hätte ich das Buch unter diesen Umständen wohl nicht weiterlesen wollen. Zu viel Mystik und Fantasy ist nichts für mich. Da ist es wiederum eine große Bereicherung für diesen Blog, dass Jenni dem Fantasy-Genre sehr zugeneigt ist.

Salem wurde mir als Leser sehr schnell als Hexenstadt verdeutlicht. Nicht nur an Halloween sind Begriffe wie Zauberei und Hexerei im Umlauf. Salem rühmt sich schier zweifelhaften Image, eine Hexenstadt zu sein. Viele Touristen weltweit fühlen sich angezogen und besuchen die vielen Hexen-Veranstaltungen in Salem und vor allem das bekannte Treiben an Halloween.

Die Autorin war mir nicht bekannt. Der Schreibstil liest sich meist flüssig und ansprechend. Obwohl das Buch über 600 Seiten hat, war ich relativ schnell durch. Die sechsundvierzig Kapitel werden mit einem Zitat eingeleitet. Die Idee finde ich sehr gut. Der Titel hätte meines Erachtens nach eher Die Hexen von Salem heißen müssen, um dem Leser direkt zu implizieren worum es geht. Das fehlte mir etwas. Die Protagonisten wirken allesamt sehr gut ausgearbeitet und „fertig“. Besonders Callie mochte ich auf Anhieb. Viele sind nicht das, was sie scheinen. Selbst auf den letzten Seiten war ich noch einige Male überrascht, aufgrund der vielen Beziehungen der Charaktere untereinander und der Irrungen und Wirrungen.

Zitate im Buch

„Es gibt keine einzige Kultur, und es gibt kein einziges Individuum ohne Vorteil gegen jene, die sie als „anders“ betrachten.“

„Wenn es stimmt, dass zukünftige Ereignisse ihren Schatten vorauswerfen, so hinterlassen zurückliegende Ereignisse auf jeden Fall einen Abdruck.“

Fazit

Im Großen und Ganzen fand ich die Handlung sehr spannend beschrieben. Die Idee und auch die Umsetzung lassen wenig Raum für eine negative Bewertung. Dennoch entspricht das Buch nicht ganz meinem Geschmack, da mir Hexerei, aufgrund meines geringen Interesses dafür, einfach nicht liegt. Ich grusele mich aber gern, weswegen ich oft sehr gespannt war, wie es mit den Ermittlungen voran geht. Für alle, die gerne dickere Bücher lesen, Fantasy mögen und sich gerne gruseln ist Die Frauen von Salem sicher ein gutes Buch.

Rund ums Buch

Die Frauen von Salem • Brunonia Barry • Originaltitel: The Fifth Petal • btb • 2017 • 608 Seiten • Taschenbuch • ISBN: 978-3-442-71436-0 • Preis: €9.99 • Buch kaufen


Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den btb-Verlag!
Habt ihr schon von dem Buch gehört und kennt ihr weitere Bücher der Autorin?

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken