Über alle Grenzen

Ich bin unglaublich froh, dass ich dieses Buch lesen durfte und ich finde, dass jeder dieses Buch gelesen haben muss! Es handelt von einem Flüchtling, der sich in ein deutsches Mädchen verliebt, welches selbst viele Probleme hat. Man kann sich praktisch schon vorstellen, wie diese Geschichte verlaufen wird. Denn ich kannte bereits ein Buch von Maya Shepherd und wusste, dass mehr dahinterstecken musste. Und so war es dann auch.

Das verrät der Klappentext

Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt. Eine Liebe, die unter die Haut geht. Eine Liebe, die keine Grenzen kennt.

Wörter, Zahlen und Sätze zieren Anna´s Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat.

Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn. Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht.

Dieses Buch handelt nicht nur von den offensichtlichen Problemen. Es handelt von Liebe, Verlust, Angst, Ungerechtigkeit und von der Wahrheit. Es hat mir in gewisser Weise auch die Augen geöffnet. Natürlich wusste ich von der Flüchtlingsproblematik, die besonders 2015 vorherrschte, doch sind die Medien bei diesem Thema mittlerweile weitgehend verstummt. Niemals hätte ich mir ausmalen können, was Maya mit diesem Buch erschaffen würde.

Er durfte wütend sein und trauern. Er hatte jedes Recht, das Schicksal zu verfluchen. Niemand suchte sich aus, wo er geboren wurde.

Der Schreibstil ist wirklich toll. Er ist flüssig, lebendig und lässt einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere sind allesamt gut durchgearbeitet. Nicht nur die beiden Hauptprotagonisten Anna und Yasin, sondern auch die Eltern von Anna, ihre Klassenkameraden und ihre beste Freundin haben alle etwas Besonderes und spiegeln die Gesellschaft, in welcher wir leben .

Liebe ist keine Illusion. Liebe ist wahrhaftig. Sie kann uns jederzeit und jeden Ortes begegnen. Sie ist wie eine Pflanze, die sich unter Beton hervorwindet und ihre zarten Knospen aus dem Asphalt streckt. Sie schafft es selbst unter den schlechtesten Bedingungen, zu erblühen.

Immer wieder gibt es in dem Buch Flashbacks, welche die Flucht von Yasin zeigen. Diese beginnen mit seiner Heimat und enden mit seiner Ankunft in Köln. Die Wechsel sind sehr gut gelungen und ich wusste zwischendurch nicht mehr, was gerade spannender war – Gegenwart oder Vergangenheit.

Zur Geschichte an sich möchte ich nicht so viel verraten. Es ist klar, dass Anna und Yasin füreinander geschaffen sind. Das Schicksal hat sie zusammengeführt. Natürlich gibt es auch einige Hindernisse, die sie überwinden müssen. Angefangen mit ihren Mitmenschen.

Dies war einer der Momente, in denen man die Welt nicht mehr begriff. Warum musste das passieren? Warum konnten Yasin und ich nicht glücklich sein?

Ich fand es erschreckend, wie sehr ich mich mit Anna identifizieren konnte. Natürlich weiß ich, dass man nicht so viel wert auf die Meinung anderer legen sollte, doch wenn wir ehrlich sind, passiert es wohl öfter, als uns lieb ist. Anna hat sich, was das anbelangt, sehr gut weiterentwickelt. Ich bin beeindruckt von ihrer Person und denke, dass sich viele ein Beispiel an ihr nehmen sollten.


Über alle Grenzen | Maya Shepherd
Sternensand Verlag | 2017 | 544 Seiten | Taschenbuch
ISBN: 978-3-9068-2947-0 | Preis: €14.95
Buch kaufen

Wertung: ★ ★ ★ ★ ★


Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Sternensand-Verlag zur Verfügung gestellt.
Wie schon oben gesagt, ist es ein Buch, welches man wirklich gelesen haben muss! Es ist keine einfache Liebesgeschichte, es ist auch keine mitleiderregende Story über einen Flüchtling. Dieses Buch ist sehr viel mehr und hat mich während des Lesens alle möglichen Emotionen fühlen lassen.

Der Geruch des Paradieses

Ich konnte mich während der gesamten Lektüre Der Geruch des Paradieses sehr mit der Hauptprotagonistin identifizieren. Wie sie stelle ich mir immer wieder die Frage nach Gott – gibt es ihn? Oder nicht? Und wenn doch, warum lässt er solch grausame Dinge wie Terroranschläge auf unschuldige Menschen geschehen?

Das verrät der Klappentext

Peri und ihre beiden besten Freundinnen Shirin und Mona könnten unterschiedlicher nicht sein. Als sie sich während ihres Studiums in Oxford jedoch in das umstrittene Seminar des charismatischen Professors Azur einschreiben, wird ihr Schicksal auf dramatische Weise zusammengeschweißt.

Elif Shafak lässt verschiedene Wertsysteme sowie Schattierungen des Glaubens meisterhaft kollidieren und zeigt auf, dass diese Konflikte ihren Kampf auch im Inneren eines jeden Menschen fortsetzen.

Du weisst doch, was die Leute sagen, wenn sie einen Autounfall sehen. Sofort heisst es: Gott bewahre! – Ist das zu glauben? Sie denken als Erstes an sich statt an die Opfer. Die meisten Gebete gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Beschütze mich, liebe mich, unterstützte mich – immer geht es nur um mich! Das nennen sie dann Frömmigkeit. Ich nenne es verkappten Egoismus.

Die Geschichte spielt an einem Abend – sie beginnt inmitten Istanbuls Verkehrs-Trubel und endet überraschend, einsam und offen. Während diesem einen Abend blickt man immer wieder zurück in Peris Vergangenheit, man erfährt viel von ihrer Kindheit und ihrer Zeit an der Uni Oxford. Dort lernt sie besagte Freundinnen kennen; Shirin – die selbsternannte Sünderin und Mona, die Gläubige. Peri selbst ist die Verwirrte, ständig auf der Suche nach Antworten – schwankend zwischen der gläubigen Mutter, ihrem ungläubigen Vater und der Welt.

Gott war ein Labyrinth, für das es keine Karte gab, ein Kreis ohne Mittelpunkt, ein Puzzle, dessen Teile augenscheinlich nie zusammenpassen. Indem sie das Rätsel löste, würde sie Sinn in die Widersinnigkeit, Vernunft in den Aberwitz, Ordnung ins Chaos bringen und vielleicht lernen, glücklich zu sein.

Neben vielen Aspekten bezüglich dem Islam und dessen Glauben, habe ich auch viel über andere Glaubensrichtungen gelernt. Elif Shafak versteht es, den Leser in ihren Bann zu ziehen, Wissen zu vermitteln und den Leser dazu zu bringen, Dinge zu hinterfragen. Es gäbe so viele Stellen zu zitieren – es fiel mir echt schwer, die Besten für diese Rezension auszuwählen. Wie Du unschwer erkennen kannst, hat mich diese Geschichte von der ersten Seite an gepackt und ich habe das Buch innert 3 Tagen gelesen – ich wäre schneller gewesen, hätte ich mehr Zeit gehabt 😉 So, zum Schluss möchte ich noch den faszinierenden, sagenumwobenen Professor Azur zu Wort kommen lassen – mit meinem Lieblingszitat

Vergessen Sie nicht: Der Mut zum ‚Erkenne Dich selbst‘ ist der Mut zum ‚Zerstöre dich selbst.‘ Wir müssen uns erst auseinandernehmen, um dann aus den Stücken ein neues Selbst zusammenzubauen.


Der Geruch des Paradieses | Elif Shafak
Kein & Aber | 2016 | 560 Seiten | Taschenbuch
Original: Three Daughters of Eve | Übersetzung: Michaela Grabinger
ISBN: 978-3-0369-5970-2 | Preis: €16.00
Buch kaufen

Wertung: ★ ★ ★ ★ ★


Was sagt ihr zur Thematik? Wäre das Buch etwas für euch?

Lesemomente September 2017

Und wieder kommt er etwas spät, aber er kommt: Unsere Lesemomente des letzten Monats .Tatsächlich ist auch der September schon wieder Vergangenheit und der Herbst hält Einzug. Die vielen bunten Blätter säumen die Straßen und ich freue mich ganz besonders auf die ungemütlichen, kühlen Tage, die dazu einladen, auf dem Sofa, eingekuschelt in eine dicke Decke ein gutes Buch zu lesen.

Diese Bücher hat Janine im September gelesen & gehört

„Via dell´amore“ von Mark Lamprell

Rom ist die Stadt der Liebe. Das hofft auch Alice, als sie nach Italien reist, um endlich etwas Verrücktes zu erleben. Meg und Alec sind seit Jahren verheiratet, doch im Alltag ist ihnen die Liebe abhandengekommen. In Rom verliebten sie sich einst uns

terblich, kann diese Stadt sie auch wieder zueinander führen? Die beiden älteren Damen Constance und Lizzie möchten Constances verstorbenem Ehemann Henry seinen Herzenswunsch erfüllen. Lizzie ahnt jedoch nichts von Constances und Henrys wahrer Geschichte, die vor Jahrzehnten genau hier begann. Am Ende ist für jeden von ihnen nichts mehr, wie es war. Denn alle Wege führen nach Rom – und der ein oder andere vielleicht direkt ins Glück.

FazitVia dell´amore ist die Geschichte dreier Paare, die aus ihren individuellen Gründen nach Rom reisen. Die Story wird von einem Liebesengel erzählt, der nebenbei noch spannende Facts zu Rom einfließen lässt. Obwohl die Idee und die Erzählweise gut ist, muss ich eingestehen, kein Fan von Hörbüchern zu sein. Vielleicht hätte ich die Lektüre in Buchform anders bewertet. Ich bin da wohl ein wenig zu traditionell für Hörbücher.

„Verbrechen und andere Leidenschaften“ von Daniel Juhr

Die Kurzgeschichte dreht sich um den Arzt Robert, der auf seinem Heimweg Zeuge eines schlimmen Autounfalls wird. Die schwangere Simone ist lebensgefährlich verletzt und sofort kümmert sich der aufopferungsvolle Arzt um die schwangere Frau – in der Hoffnung, trotz allem Anschein nach, Mutter und Kind retten zu können. Sein eigener Sohn schläft derzeit im Wagen, bis eine zweite Frau – Rebecca – die Unfallstelle erreicht. Robert bittet diese, sich um seinen inzwischen erwachten Zweijährigen zu kümmern, während er alles daran setzt, die verunfallte Frau bis zum Eintreffen der Sanitäter am Leben zu halten.

FazitKurz und mitreissend, das würde dieses Werk sehr gut beschreiben. Dennoch macht es mich zu keinem Kurzgeschichten-Leser. Ich bevorzuge dicke Wälzer – für mich kann eine gute Geschichte nicht genügend Seiten haben.

„Der Geruch des Paradieses“ von Elif Shafak

Aus dem Englischen von Michaela Grabinger. An Peri zerrten schon immer gegensätzliche Kräfte: Ihre Mutter ist strenggläubig, ihr Vater ein trotziger Pragmatiker, und auch als Studentin in Oxford freundet sie sich sowohl mit der weltoffenen Shirin als auch mit der Kopftuch tragenden Mona an. Es ist eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen drei sehr unterschiedlichen Frauen mit muslimischem Hintergrund – Shirin, die Sünderin, Mona, die Gläubige, und Peri, die Verwirrte.

FazitEin Buch, das mich einfach umgehauen hat. Die Story behandelt so viele Aspekte – von Glaubensfragen, bis hin zu politischen Diskussionen im Nahen Osten. Besonders in der aktuellen Situation mit den furchtbaren Terroranschlägen ist es meiner Meinung nach wichtig, ein wenig „hinter die Kulissen“ zu schauen und dieses Buch ist sehr geeignet dafür. Ich möchte gar nicht all zu viel darüber verraten, da in Kürze eine Rezension dazu erscheint. Aber wenn Du das Buch siehst, kauf es, ohne zu zögern!

„To All The Boys I´ve Loved Before“ von Jenny Han

Quand Julia débarque comme psychologue à la maison de retraite Les Tamaris, elle ne croit pas plus au bonheur qu’à la petite souris. Pire, une fois sur place, elle se souvient qu’elle ne déborde pas d’affection pour les personnes âgées. Et dire qu’elle a tout plaqué pour se sauver, dans tous les sens du terme. Au fil des jours, Julia découvre que les pensionnaires ont bien des choses à lui apprendre. Difficile pourtant d’imaginer qu’on puisse reprendre goût à la vie entre des papys farceurs, des mamies fantaisistes et des collègues au cœur brisé… Et si elle n’avait pas atterri là par hasard ? Et si l’amour se cachait là où on ne l’attend pas ?
C’est l’histoire de chemins qui se croisent. Les chemins de ceux qui ont une vie à raconter et de ceux qui ont une vie à construire. Die Rezension folgt in den nächsten Tagen.

FazitEs ist ein lockerer Jugendroman und ich brauchte ein paar Kapitel, um mich „hinein zu fühlen“. Dennoch entpuppte es sich als eine lustige Geschichte. Aber auch hier will ich nicht all zu viel vorwegnehmen. 


Diese Bücher hat Jenni im September gelesen

„Der schwarze Kater“ von Edgar Allan Poe

Mark Davies meldet seine Frau Sara als vermisst. Die Polizei hat keine Spur der Vermissten und mehrere Augenzeugen behaupten, dass sie Sara auf dem Anwesen der Davies gesehen haben. Detektiv C. Auguste Dupin übernimmt diesen Fall und versucht den mysteriösen scharzen Kater, die verschwundene Frau, das heruntergekommene Anwesen und den cholerischen Hausherren in Einklang zu bringen, um damit den Fall zu lösen.

FazitEine sehr gruselige Geschichte, welche sehr fesselnd und spannend geschrieben ist. Poe ist wirklich sehr zu empfehlen und ich freue mich auf weitere Geschichten von ihm.

„Sonnenstern-Keron“ von Susanne Ertl

Ein alter Feind. Ein perfider Machtkampf. Eine folgenschwere Entscheidung. Sonnenstern Keron nimmt nach Meister Ewans Tod als einer der vier ältesten Seelensterne dessen Platz im Kreis der Höheren ein. Durch sein übersteigertes Selbstbewusstsein und seine bedingungslosen Forderungen macht er sich nicht nur bei seinen Feinden unbeliebt. Wird Keron dem Konflikt standhalten und seine Pläne durchsetzen oder gelingt es einem seiner Widersacher, ihn zu stoppen?

FazitWie die beiden zuvor, war auch dieses Buch richtig gut. Es war spannend mit einem gemeinen Cliffhänger. Ich kann die Bände nur empfehlen. 

„Über alle Grenzen“ von Maya Shepherd

Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt.
Eine Liebe, die unter die Haut geht.
Eine Liebe, die keine Grenzen kennt.

Wörter, Zahlen und Sätze zieren Annas Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut

geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat.
Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem

hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn.
Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht.

FazitDie Rezension wird noch folgen, doch so viel schon einmal: Der Schreibst von Maya ist unglaublich. Ich konnte selten ab dem ersten Satz in eine Geschichte eintauchen, aus der ich bis zum Ende nicht mehr heraus kam.


Diese Bücher hat Neri im September gelesen

„Mein schlimmster schönster Sommer“ von Stephanie Gregg

Als Isabel aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie, dass nichts mehr ist, wie es war. Zum ersten Mal ist sie spontan: Sie kauft einen VW-Bus und fährt einfach los. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt alles anders. Eine Reise beginnt, bei der sie Menschen trifft, denen sie sonst nie begegnet wäre, bei der sie ihr altes Leben loslässt und ein neues anfängt – und vor allem eines findet: die Liebe.

FazitHier ein Fazit zu ziehen, fällt mir ungeheuer schwer, das werde ich auch in der bald folgenden Rezension noch einmal thematisieren. Die Hauptprotagonistin wirkt oft fast dümmlich, obwohl sie das de facto nicht ist. Die Darstellung der Isabel hat mich leider häufig genervt. Und das obwohl die Handlung selbst sehr schön beschrieben ist, wenn auch tragisch. Ein lebensbejahendes Buch, welches leider viele Schwächen hat.

„Slawa und seine Frauen“ von Felix Stephan

1962 studierte meine Großmutter in Leningrad. Sie ging eine Beziehung mit einem ukrainischen Juden ein und wurde

schwanger, mit meiner Mutter. Als die Eltern ihres Freundes erfuhren, dass ihr Sohn keine 17 Jahre nach dem Holocaust eine Deutsche geschwängert hatte, musste er die Stadt verlassen und nach Hause zurückkehren. Die beiden haben sich daraufhin nie wiedergesehen.“ Felix Stephan stammt aus einer ostdeutschen Familie, in der Disziplin und Prinzipientreue wichtiger waren als persönliche Befindlichkeiten. So fand seine Mutter als Teenager heraus, dass ihr Vater nicht ihr Erzeuger war, aber erst als 51-Jährige tritt sie zusammen mit ihrem Sohn die Reise zum unbekannten Vater, Slawa Falbusch, an. In der Westukraine angekommen, werden sie von der Familie des bereits verstorbenen Slawas mit offenen Armen empfangen.

Und die neue jüdisch-ukrainische Verwandtschaft scheut weder Zeit noch Kosten, den einstigen Charmeur und erfolgreichen Psychiater Slawa im besten Licht zu zeichnen. Etwas zu perfekt für den Geschmack des ostdeutschen Enkels, der sich sein eigenes Urteil bilden möchte und Sanja, Slawas Sohn, in Israel besucht.

FazitWahnsinnig amüsant, sehr informativ und einfach toll geschrieben. Ich war anfangs nicht sicher, ob mich diese Art von Buch mitreissen könne. Aber am Ende kann ich das Buch klar empfehlen. Ich freue mich auf mehr Werke vom Autor. 

„Freud ist an allem schuld“ von Paolo Genovese

»Die am weitesten verbreitete Krankheit der Welt ist die Liebe.« Der Mann, der das sagt, muss es wissen: Francesco, alleinerziehender Vater von drei Töchtern, ist Paartherapeut. Und Fallbeispiele hat er in der Familie genug. Tochter Sara fühlt sich in ihren lesbischen Beziehungen gescheitert und sieht nur eine Lösung: hetero werden. Schwester Marta, Buchhändlerin mit romantischen Idealen, verliebt sich in einen Gehörlosen, der ihr Opernlibretti aus dem Laden stiehlt. Nur Emma scheint solide – wäre sie nicht noch Schülerin und ihre große Liebe Alessandro ein 50-jähriger verheirateter Architekt. Aber da hat Francesco den perfekten Plan: Er will Alessandros Ehe mit einer Therapie wieder kitten. Bis sich herausstellt, dass Alessandros Frau Claudia die unbekannte Schöne ist, die Francesco selbst heimlich verehrt.

FazitDer Titel hatte mich sofort für sich einnehmen können. Auch inhaltlich ist das Buch lesenswert. Manchmal war ich etwas verwirrt, wegen der vielen Charaktere, die alle miteinander verbunden sind, was aber erst im Laufe des Lesens klar wird. Insgesamt ein sehr nettes Buch, welches sich fließend und angenehm lesen lässt, jedoch minimale Schwächen hat.

Welche waren eure Bücher im September?