Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt

Kaum eine Schriftstellerin hat die klassische englische Literatur so sehr geprägt wie Jane Austen. Obwohl zu ihren Lebzeiten weibliche Schriftsteller verpönt waren, schrieb sie unter einem Pseudonym ihre Bücher. Zu ihren bekanntesten Werken gehören Stolz und Vorurteil (1813) und Northanger Abbey (1817). Da ich mich bisher nicht an ihre Bücher herangewagt habe, war Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt von Holly Ivins ein guter Anfang, um in das beeindruckende Leben Jane Austen´s einzutauchen.

Klappentext

Haben Sie sich schonmal gefragt, was Eliza Bennett unter ihren Röcken trug? Welches Herrenhaus als Inspiration für Pemberley diente? Und wie genau eine Regency-Dinnerparty ablief? Austen-Kennerin Holly Ivins blickt hinter die Kulissen von „Stolz und Vorurteil“, „Emma“ und Co. Mit Freude am Detail schildert sie, wie man sich als Dame schicklich kleidete und wie ein Gentleman seiner Angebeteten formvollendet den Hof machte. Sie erzählt davon, was Mann durfte, Frau aber nicht (zum Beispiel Romane schreiben), und wie Jane Austen es trotzdem schaffte, ihre Bücher an die Leserin zu bringen. Lassen Sie sich entführen in den Alltag der Regency-Zeit – treten Sie ein in die Welt von Jane Austen.


Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich bisher keines von Austen´s Büchern gelesen habe und auch von ihrem Leben selbst nur wenig wusste. Schon lange habe ich das Ziel, endlich ihre zauberhaften Werke zu lesen. Was mich bisher abhielt, weiß ich nicht so genau. Jedoch war meine Faszination für Klassiker schon immer groß. Um mich den Büchern von Jane Austen und ihrem Leben etwas zu nähern, habe ich das von Holly Ivins verfasste Büchlein gelesen, welches unsagbar viele Informationen zum Leben der Britin und ihrer Arbeiten als Schriftstellerin bereithält.

Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt ist ein kompaktes Buch, dass angenehm leicht in den Händen liegt und sich auch deshalb schnell lesen lässt. Dazu kommen die vielen, interessanten Informationen, die schnell gelesen sind. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch, welches hauptsächlich dazu dient, Informationen zu übermitteln, so faszinieren kann. Auf den ersten Seiten wird die Vita Austen´s ausführlich erläutert und ihre Familienmitglieder detailliert vorgestellt.

Geschichte, richtige tiefernste Geschichte, damit kann ich nichts anfangen {…} Ich lese manchmal in Geschichtsbüchern, weil ich muss, aber alles, was darin steht, ärgert mich entweder oder es langweilt mich. Die Fehden von Päpsten oder Königen und dazu Kriege oder Seuchen auf jeder Seite, die Männer alle zu nichts zu gebrauchen, und fast keine Frauen dabei – das ist furchtbar öde. (Aus Northanger Abbey).

Jane Austen wurde im Dezember 1775 im britischen Steventon geboren. Sie war das siebte von acht Kindern ihrer Eltern William George Austen, Geistlicher (1731 – 1805) und Cassandra Austen, geborene Leigh (1739 – 1827). Jane hatte eine ältere Schwester und sechs Brüder. Die Familie von Jane Austen galt als überdurchschnittlich gebildet und sehr belesen. Sie genoss den freien Zugang zur reichhaltigen Bibliothek ihres Vaters, was für damalige Zeiten, besonders als Frau, unüblich war.

Schon die ersten Kapitel im Buch haben mich sehr beeindruckt. Viel mehr das Leben von Jane Austen. Ich finde es großartig, dass ihr das Schreiben und lesen so wichtig war, dass sie ihre Leidenschaft dafür nie aufgab, obwohl beides, als Mädchen, in der damaligen Gesellschaft höchst ungern gesehen wurde. Ihr Vater hat ihren Wunsch zu schreiben, stets unterstützt und auch ihre ersten Werke bei Verlegern angepriesen.

Nicht nur Jane Austen, sondern auch das England der 1800er Jahre wird sehr genau beschrieben. Das dient vor allem dazu, Lesern von Jane Austen, die Atmosphäre in ihren Büchern zu vermitteln und Dialoge und Handlungsweisen ihrer Figuren verständlicher zu machen. So gibt Holly Ivins explizite Einblicke in die Regency-Zeit, die Stellung der Royal Navy und die Tätigkeit einer Gouvernante. Sie erklärt, welch negativen Stand Romane in der früheren Zeit hatten und welche Rechte Frauen verwehrt blieben.  Somit bietet die Entdeckungsreise durch Jane Austen´s Welt auch einen kleinen Teil englischer Geschichte.

Natürlich bekommen auch die Werke Austens, viel Platz in diesem Buch eingeräumt. Immer wieder betont Ivins die kluge, witzige und gesellschaftskritische Schreibweise Austens, die einen Meilenstein in der klassischen Literatur darstellt und vielen weiblichen Autoren als Inspiration und Vorbild diente. Die vielen Filmadaptionen und Dokumentationen listet Holly Ivins inklusive Schauplätzen und Kostümen auf.

Ihre Werke

Sense und Sensibility (1811, dt. Verstand und Gefühl), Pride und Prejudice (1813, dt. Stolz und Vorurteil), Mansfield Park (1814), Emma (1816), Northanger Abbey (1817, dt. Die Abtei von Northanger), Persuasion (1817, Überredung), Lady Susan (1871, Briefroman)

Auf dem Anwesen ihres Bruders Edward (1767 – 1852), in Chawton, lebte Austen bis zu ihrem Tod und schrieb, überarbeitete und veröffentlichte all ihre Romane.   Jane Austen starb im Juli 1817 mit nur 41 Jahren im englischen Winchester.

Ein sehr informatives Buch, welches das Leben und Schaffen der Schriftstellerin wiedergibt und auf spannende Weise auch geschichtliche Aspekte erklärt. Ich habe nur einen Nachmittag gebraucht, das Buch zu lesen und war sehr angetan von der Person Jane Austen, ihrem faszinierenden Schreibstil und ihrem Mut, den doch damals sehr steinigen Weg als weibliche Schriftstellerin zu gehen.


Mein großer Dank für das Rezensionsexemplar geht an den DVA-Verlag.
Ein toller Einblick in das beeindruckende Leben der Schriftstellerin Jane Austen.

Informationen zum Buch

Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt • Holly Ivins • DVA • Originaltitel: The Jane Austen Pocket Bible • Übersetzerin: Sabine Roth • 2017 • 240 Seiten • Pappband • ISBN: 978-3-421-04769-4 • Preis: €14.99 • Buch kaufen

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Gelesen | November 2017

Oh je, oh je – wir haben es wieder nicht eher geschafft. Das liegt vor allem daran, dass es mir  (Neri), nicht eher gelungen ist, meine Bücher des Monats zusammenzustellen. Es waren nämlich einige. Aber nun ist es vollbracht und ihr findet unsere Übersicht aus dem November auf einen Blick.

Jenni´s Lesemonat

(1) Diesen Monat habe ich ein weiteres Buch von Lessing im Rahmen meines Studiums gelesen. Nämlich Miß Sara Sampson. Dieses hat mit ein bisschen besser gefallen als Emilia Galotti letzten Monat. Es war genauso angenehm zu lesen, doch hat mir die Thematik hier besser gefallen. Eine Lektüre, die ich nur empfehlen kann!

(2) Zu Timeless – Retter der verlorenen Zeit von Armand Baltazar, gibt es bereits eine Rezension auf dem Blog. Es ist eine spannende und toll geschriebene Geschichte, die nicht nur für Kinder geeignet ist. Auch ich konnte mich vollkommen in diesem Buch fallen lassen. Wenn ihr Genaueres über das Buch wissen möchtet, scollt einfach ein bisschen runter.

(3) Das Buch The Chosen One von Isabella May ist mein Monatsfavorit! Ich habe es verschlungen und habe es schon sehr vielen meiner Freunde empfohlen. Natürlich gibt es auch hierzu eine Rezension auf dem Blog, wo ihr unbedingt mal reinschauen solltet. Die Geschichte ist toll und regt sehr zum Nachdenken an. Isabell May schreibt dabei sehr bildhaft und spannend.

(4) Zu Pandora – wovon träumst du? von Eva Siegmund wird noch eine Rezension folgen, weswegen ich nun gar nicht so viel verraten will, außer das dieses Buch wirklich gut war. Da das Cover so wunderschön und zauberhaft aussieht, dachte ich auch nicht daran, dass die Geschichte dermaßen schaurig, spannend und teilweise richtig gruselig sein würde. Es ist sehr gut geschrieben und die Thematik lässt einen auch nicht in Ruhe. Ich denke noch immer über dieses Buch nach und freue mich schon auf den zweiten Teil, der schon in meinem Bücherregal wartet.

Neri´s Lesemonat

(1) Gelesen habe ich zunächst Alles wird unsichtbar von Gerry Hadden. Die Rezension dazu gibt es hier. Die Idee und die Charaktere des Buches sind nicht schlecht. Die Umsetzung allerdings hat mich nicht ganz überzeugen können. Nachdem der Beginn vielversprechend war, konnte mich der Roman irgendwann nicht mehr packen. Dennoch ist die Thematik eine eindringliche, wichtige, weswegen ich das Buch dennoch empfehlen mag. Es geht um einen kleinen Jungen, welcher adoptiert ist, mit seinen Eltern in der New Yorker Bronx lebt und im Kindesalter seine geliebte Mutter durch einen Unfall verliert. Nicht nur, dass sein Vater ihm dafür die Schuld gibt und ihn fortan ignoriert, er gerät ausserdem auf die schiefe Bahn, was sein Leben nachhaltig verändern wird.

(2) Weiter ging es im November mit Dann schlaf auch du von Leila Slimani. Auch dieses Buch habe ich hier rezensiert. Der preisgekrönte Roman der Französin konnte mich sehr für sich einnehmen, obgleich ich den Schreibstil nicht besonders fand. Ein Pariser Ehepaar engagiert für ihre beiden Kinder eine Nanny, welche zunächst ein wahrer Glücksgriff scheint. Doch der Schein trügt. Heftige Geschichte, die mich schockiert zurückließ.

3) Es ist wohl eines der schönsten Bücher, die ich je las. Wobei „schön“ sich vor allem auf das literarische Können von Nell Leyshon bezieht. Die Farbe von Milch erzählt vom Leben der jungen Mary, welche gemeinsam mit drei Schwestern auf dem Bauernhof ihrer Eltern aufwächst und harte Arbeit gewöhnt ist. Der Vater ist streng, die Mutter sagt nichts. Als Mary fünfzehn wird, zieht sich in das Pfarrhaus des dorfansässigen Pfarrers um deren kranke Frau zu pflegen. Nach deren Tod, bleibt sie allein mit dem Pfarrer zurück. Die Gedanken von Mary sind klug und ihre Geschichte berührt unglaublich. Hier gibt es die Rezension.

(4) Buch Nummer vier ist Als der Teufel aus dem Badezimmer kam von Sophie Divry. Das zweite Buch einer französischen Autorin in diesem Monat. Allerdings gefiel mir dieses nicht ansatzweise so gut wie das erste. Literarisch ist es sicherlich besonders, aber nicht für jeden geeignet. Mich sprach der Schreibstil zwar an, einige Textpassagen finde ich aber unpassend und unangenehm. Das Leben der Hauptprotagonistin und Langzeitarbeitslosen spielt sich im französischen Lyon ab. Nach einer glücklichen Kindheit findet sich Sophie inzwischen in einer schier aussichtslosen Lage wieder. Sie hat keinen Job und vor allem: kein Geld mehr. Meine Rezension könnt ihr hier finden.


Was habt ihr im November so gelesen?

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Als wir unbesiegbar waren

Entdeckt habe ich das Buch zum ersten Mal auf dem Blog von der lieben Inga. Und sofort hat Als wir unbesiegbar waren mein Interesse geweckt. Das lag diesmal vor allem am Inhalt und der Rezension von Inga, der ich mich nach dem Lesen in vollem Umfang anschliessen kann. Das nehme ich deshalb direkt vorweg, weil es kaum Kritikpunkte von mir gibt.

Klappentext

Eva, Benedict, Lucien und Sylvie – vier unzertrennliche Freunde, die nach dem College dem wahren Leben entgegenfiebern. Zwei Jahrzehnte später haben alle einen Weg mit Höhen und Tiefen hinter sich. Sinnlich, präzise und mit großem Gespür für die Gefühlswelt ihrer Figuren erzählt Alice Adams, was einem Halt gibt, wenn die eigenen Träume mit der Wirklichkeit kollidieren – wahre Freundschaft.


Die Autorin hat einen wunderbar emotionalen Schreibstil und schafft es so, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Die Charaktere sind allesamt durchaus sympathisch, auch wenn ich mich nicht immer mit allen identifizieren konnte. Das Buch liest sich durchweg flüssig und es fiel mir schwer, dass Buch aus der Hand zu legen. Und selbst wenn ich es doch tun musste, war es angenehm leicht, wieder in das Leben der Clique einzutauchen.

Ein wenig hat mich das Buch an Zwei an einem Tag von Dave Nicolls erinnert. Das liegt wohl daran, dass es auch hier um eine große Zeitspanne geht, in welcher sich das Geschehene abspielt. Der Roman beginnt im Sommer 1995 und endet im August 2015. Zwanzig Jahre lang begleitet der Leser die vier Hauptcharaktere durch alle Höhen und Tiefen, die das Leben bereithält. Ich hatte stets das Gefühl, direkt dabei zu sein, teilzunehmen an der Freude und den Sorgen von Eva und Co.

Du weisst aber, dass London nicht genau so sein wird wie vorher, wenn du zurückgehst, oder? Wenn du an der Situation etwas ändern willst, musst du dich ändern, denn die Stadt, die Menschen, die haben sich nicht geändert.

Eva war mir zunächst die sympathischste aller Protagonisten. Ich mochte ihre natürliche, offene Art und ihre Leichtigkeit. Benedeit, welcher aus gutem Hause stammt, war für mich dagegen nicht so recht einzuschätzen. Die Geschwister Sylvie und Lucien fand ich weniger ansprechend. Aber auch diese Antipathie währte nur kurz. Adams erzählt die Geschichten der vier sehr detailliert und einfühlsam, sodass die Clique sehr menschlich erscheint.

Ich mag die Vielfältigkeit dieser Geschichte, die fantastisch umgesetzt wurde. Es wird nie langweilig, die Geschehnisse spielen hauptsächlich in London, die Autorin nimmt den Leser allerdings mit auf eine kleine Weltreise, denn im Laufe der Jahre machen einige der Charaktere Halt in anderen Ländern. Die Schauplätze werden sehr realistisch und nah geschildert, sodass ich mich oft an diese Orte versetzt fühlte.

Wenn man durch die Fenster all dieser Menschen blickte, sah man immer nur, was da war, nicht, was nicht da war. Was verloren war und was fehlte, konnte man nicht sehen, obwohl es so oft das Unverrückbare war, um das ein Leben kreiste.

Die Freunde sind füreinander da, entfernen sich voneinander, verlieren sich und finden wieder doch zusammen.  Mit großen Gefühlen wird nicht gespart. Es geht um traurige Kindheitserinnerungen, gescheiterte Beziehungen, bitteren Liebeskummer, die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, berufliche Misserfolge, ungeplante Schwangerschaften und den Kontakt mit Drogen und Alkohol. Somit ist wohl eine ziemlich breite Palette sichtbar.

Ein so schönes Buch, dass es mich richtig traurig machte, als ich die letzte Seite las und das Buch zuklappen musste. Alice Adams ist hier ein wundervoller Roman gelungen, der tolle Charaktere verspricht und mich beim Lesen oft glücklich zurückließ. Ich möchte euch Als wir unbesiegbar waren sehr gerne ans Herz legen.


Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich beim Dumont-Verlag.
Ein wunderbares Buch, das mir vor allem wegen seiner authentischen Charaktere sehr gefallen hat.

Informationen zum Buch

Als wir unbesiegbar waren • Alice Adams • Dumont • Originaltitel: Invincible Summer • Übersetzerin: Eva Kemper • 2017 • 336 Seiten • Hardcover • ISBN: 978-3-8321-9841-1 • Preis: €20.00 • Buch kaufen

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