Elena-Katharina Sohn

Goodbye Beziehungsstress

Von Beziehungsratgebern habe ich nie viel gehalten. Jeder so genannte Experte scheint DAS Geheimrezept zu haben und alle meinen etwas anderes. Ich denke, das Menschen und ihre Beziehungen ganz individuell sind und schon deshalb ist es doch fragwürdig, ob allgemeine Ratschläge hilfreich sind. Dennoch glaube ich, dass Fachleute durchaus in der Lage sind, Paare einander wieder näher zu bringen und dem Einzelnen Verhaltensmuster an die Hand zu geben, die es ihm ermöglichen, sein eigenes Glück wieder zu finden. Mit Goodbye Beziehungsstress wurde ich jedoch nicht warm.

Darum gehts

Elena-Katharin Sohn ist Gründerin der Agentur Die Liebeskümmerer. Gemeinsam mit Psychologen und Psychotherapeuten berät sie seit Jahren Menschen, die in ihrer Beziehung unglücklich sind oder unter einer unglücklichen Beziehung leiden. In diesem Ratgeber möchte sie Paaren, welche ihr Glück verloren haben, hilfreiche Tipps geben, wie sie selbst und somit ihre Beziehung wieder glücklicher werden kann.

Spoilerfreie Rezension

Ich hatte von dem Beststeller Goodbye Herzschmerz gelesen, welches ebenfalls von Sohn geschrieben wurde. Vielen Menschen, vordergründig Frauen, soll es geholfen haben, ihren Liebeskummer besser verarbeiten zu können. Ich verarbeite solche Erfahrungen grundsätzlich auf andere Weise. Dennoch glaube ich, dass es verzweifelten Menschen helfen kann, wieder einen Weg zu finden, um den eigenen Wert wieder zu entdecken. Das Cover von Goodbye Beziehungsstress ähnelt dem seines Vorgängers stark. Obwohl ich Schlichtheit mag, finde ich es nicht sehr ansprechend. Es erscheint mir, dem Thema entsprechend, zu verspielt.

Beim Lesen der ersten Seiten war ich bereits genervt. Das muss ich leider so klar sagen. Die Autorin spricht den Leser direkt an. Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Allerdings gelang es ihr in keinster Weise, mich mit ihren Worten zu erreichen. Das lag vor allem an der Tatsache, dass ich mich nicht ernst genommen fühlte. Ihre Formulierungen wirkten häufig belehrend und weckten in mir das Gefühl, beschränkt zu sein. Beispielhafte, sich immer wieder wiederholende Aussagen sind „Sicher magst Du jetzt denken…und damit hast Du ganz recht“ oder „Schäm Dich dafür nicht“. Ich möchte gerne selbst entscheiden, was ich denke und wann und für was ich mich schäme. Ich finde es grässlich, wenn das automatisch impliziert wird.

Ich fühlte mich zu keiner Zeit ernst genommen. Das ist das Tragische daran. Ich befinde mich zwar aktuell nicht in einer schwierigen Beziehung, glaube aber auch nicht, dass dieses Buch mir hätte ernsthaft helfen, mich unterstützen können. Vielleicht mag es dem einen oder anderen anders gehen, mir jedoch nicht. Ab Mitte des Buches werden dem Leser Aufgaben vorgestellt, die ihn unterstützen sollen, herauszufinden, was er selbst will und wie die Beziehung stabilisiert werden kann. Diesen Teil des Buches habe ich mir gespart.

Zitate aus dem Buch

„Warum schaffen wir es nicht, auch über das Verliebtheitsstadium hinaus zumindest ähnlich offen, großherzig und wohlwollend zu bleiben?“

„Haben glückliche Paare ein Erfolgsrezept? Eindeutig Ja. Es sind ihre Erwartungen und Einstellungen gegenüber dem Partner.“

Fazit

Überhaupt nichts für mich. Ich kann mit mitleidsvollen Äußerungen in Dauerschleife nichts anfangen. Denn gerade das erwarte ich in einer solchen Situation nicht.

Rund ums Buch

Goodbye Beziehungsstress • Elena-Katharina Sohn • Ullstein • 2018 • 236 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-548-37714-8 • Preis: €13.00 • Buch kaufen


Für das Rezensionsexemplar danke ich Vorablesen
Habt ihr bereits einen Beziehungsratgeber gelesen und was haltet ihr davon?

Gelesen | April 2018

Der Mai ist da. Wenn ich so in mein Bücherregal schaue und sehe, was ich in diesem Jahr bereits gelesen habe, erfüllt mich das schon mit etwas Stolz. Denn nachdem das Jahr lesetechnisch schleppend voran ging, habe ich mächtig aufholen können. Es gibt einfach so viele lesenswerte Bücher. 

Jenni´s Lesemonat

(1) Mein April begann mit dem vierten und letzten Teil der Seelenstern-Reihe Nebelstern von Susanne Ertl. Ich habe ja schon einige Bücher von ihr hier rezensiert und es wird auch noch eine Rezension zur Gesamtausgabe der Seelenstern-Reihe geben. Ich kann jedoch schon einmal verraten, dass mir der letzte Band wirklich gut gefallen hat! Diese Reihe wurde einfach mit jedem Teil besser und ich bin richtig traurig, dass sie nun vorbei ist.

(2) Das zweite Buch habe ich gelesen, weil ich an meiner Uni ein Seminar dazu besucht habe. Ich habe mich sehr auf Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren gefreut, weil ich die Geschichten von Michel, Lotta und Pipi sehr liebe. Hier wurde ich jedoch von einer völlig anderen Geschichte überrascht, womit ich nicht gerechnet hätte. Trotzdem hat sie mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, auch wenn ich mich mit dem Ende einfach nicht anfreunden kann.

(3) Das dritte Buch war auch mein Monatshighlight. Ich reden von Scythe von Neal Shusterman. Ich habe ihn bereits auf der Leipziger Buchmesse gesehen und musste mir nach dem ausführlichen Interview einfach das Buch holen. Eine ausführliche Rezension findet ihr hier.

(4) Das vierte Buch war der zweite Teil der Grimm-Chroniken von Maya Shepherd. Zu dem ersten Teil findet ihr hier eine Rezension von mir und auch zu diesem Teil wird eine folgen. Ich kann jedoch schon einmal verraten, dass mir der zweite Band nicht so gut gefallen hat, wie der erste. Jedoch finde ich die Geschichte der heutigen Schneewittchen unglaublich spannend und würde dazu gerne viel mehr erfahren. Teil drei steht auch schon in meinem Bücherregal bereit und wartet darauf, gelesen zu werden.

(5) Das fünfte und letzte Buch im April war Berühre mich. Nicht von Laura Kneidl. Dazu ist hier gerade eine Rezension erschien und ich kann euch alles das Buch nur ans Herz legen. Es hat mich positiv überrascht und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil. Lauras Schreibstil ist so wundervoll und die Ausarbeitung ihrer Charaktere ist sehr gelungen!

Neri´s Lesemonat

(1) Begonnen habe ich den Monat April mit Eine Liebe, in Gedanken von Kristine Bilkau. Ich mochte die Geschichte sehr gerne. Die hauptsächliche Protagonistin Antonia und auch ihr Ehemann Edgar werden sehr klar und nachvollziehbar gezeichnet, auch wenn ich gerade Edgar nie ganz verstehen konnte. Am Ende blieb ich sehr nachdenklich zurück, kann das Buch aber wirklich jedem ans Herz legen. Die Seiten sind angenehm dick und der Schutzumschlag ist sehr hübsch gestaltet. Hier gehts zur Rezension.

(2) Buch Nummer zwei erinnerte mich direkt auch an das erste. Kranichland von Anja Baumheiher überzeugt mit Emotionen, Historik und jeder Menge Familiengeheimnissen. Hauptsächlich dreht sich die Handlung um die Familie Groen und deren Schicksal durch die Zeit in der DDR und damit verbundene Leiden und Entscheidungen, welche die Familie ein Leben lang begleiten. Der Debüt-Roman der Autorin konnte mich vollends überzeugen. Die Rezension gibts hier.

(3) Selten habe ich bisher ein Buch über die Liebe gelesen. Natürlich schon einige Male Romane, in denen die Liebe eine große Rolle spielte, aber keines, welches sich ausschließlich mit der Liebe befasst. In Michela MarzanoAlles, was ich über die Liebe weiß dreht sich alles um dir stärkste Emotion. Die Autorin berichtet von ihren eigenen Erfahrungen mit eben dieser in vergangenen Beziehungen und mit ihrem jetzigen Ehemann und lässt vor allem auch Wissenschaftler zu Wort kommen. Ein Muss! Hier lest ihr die Rezension.

(4) Nachdem ich New York zu verschenken ganz witzig fand, wollte ich auch 36 Fragen von Vicki Grant lesen. Ein Jugendbuch, indem zwei junge Menschen sich einem Experiment unterziehen, in welchem es darum geht, ob sich zwei Teilnehmer beim Beantworten der 36 Fragen ineinander verlieben können. Das Buch konnte mich nicht überzeugen. Mir fehlte das gewisse Etwas. Cleverness, Spannung und Witz waren leider wenig vorhanden. Die ganze Rezension gibts hier.

(5) Goodbye Beziehungsstress von Elena-Katharina Sohn war für mich eine der größten Enttäuschungen seit einiger Zeit. Ich habe das Buch aus reinem Interesse gelesen, nicht weil ich selbst gerade akut betroffen bin. Aber natürlich kenne ich Liebeskummer, Probleme in Beziehungen und im Umgang miteinander. Ich habe mir neue Sichtweisen erhofft und war wirklich gespannt, wie ein Profi an Stress in der Beziehung vorgeht. Leider gefiel mir die Schreibweise ganz und gar nicht. Ich fühlte mich als Leser nicht ernst genommen und meist als stark beschränkt wahrgenommen. Keine Empfehlung.


Was gab es bei euch im April zu lesen?

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