Monatliches Archiv:

Juni 2018

Book Blind Date/ Jane Gardam

Book Blind Date #5
Eine treue Frau

Es ist wieder Zeit für´s Book Blind Date. Wer noch nicht weiß, was es damit auf sich hat, kann es hier ausführlich nachlesen. Immer zu Beginn eines Monats flattert ein neues Päckchen aus der Stephanus Buchhandlung in Trier in meinen Briefkasten und ich bin voller Vorfreude auf das Buch, welches mich erwarten wird. In diesem Monat, soviel schon einmal vorweg, war ich wie zuletzt auch wieder einmal sehr angetan.

Meine neueste Errungenschaft ist Eine treue Frau von Jane Gardam. Ich fand´s besonders schön, dass es ausgerechnet ein Buch von dieser Autorin ist, da ich mit Die Leute von Privilege Hill im letzten Jahr mein erstes Buch von Gardam las und ich seitdem immer wieder Ausschaut nach ihren Werken halte. Ihre Art zu schreiben finde ich sehr angenehm und aussergewöhnoich. Gehört hatte ich von Eine treue Frau noch gar nichts, bin aber deshalb umso gespannter.

Book Blind Date im Juni : Eine treue Frau

Von Romantik oder Liebe versteht der attraktive Edmund Feathers, Anfang dreißig und angehender Staranwalt der Britischen Krone, leider nichts. Hinter ihm liegt eine harte Kindheit als Waise, seine erste Frau, die er mit siebzehn geheiratet hatte, war eine Hure aus Irland gewesen. Und so erhält Features´Auserwählte, die muntere Schottin Elizabeth Macintosh, einen förmlich formulierten Heiratsantrag auf feinsten Kanzleipapier. Elizabeth, kurz Betty, weiß, dass ihr  mit dieser Ehe eine materiell sorgenfreie, aber leidenschaftslose Zukunft bevorsteht, und sie vermutet richtig, dass ihr freundlicher Ehemann weiter mit seiner Arbeit verheiratet sein wird. Sie kann nicht anders: Sie schwört Feathers lebenslange Treue und wirft sich noch am selben Abend seinem Anwaltskollegen Terry Veneering in die Arme. Veneering ist ein vulgärer Aufschneider, unattraktiv, aber unwiderstehlich. Von der einen Liebesnacht zehrt sie ein ganzes Eheleben. Bettes Sicht ist naturgemäß eine ganz andere als die ihres Mannes Feathers in Ein untadeliger Ehemann.

Die letzten drei Book Blind Dates

März 
Die Hochzeit der Chani Kaufman von Eve Harris

April
Das Nest von Cynthia D´Aprix Sweeney

Mai
Die Eismacher von Ernest van der Kwast

Und am Ende kommt noch einmal eine große Empfehlung von mir: wenn euch das Book Blind Date auch nur ein wenig neugierig gemacht hat, dann probiert es einfach selbst aus und gebt Florian Valerius eine Chance. Florian könnt ihr per Instagram und Mai erreichen. Um euch direkt an die Buchhandlung zu wenden, gehts hier lang.


Ich danke Florian, der immer ein gutes Händchen beweist. 
Auch in diesem Monat bin ich wieder sehr zufrieden mit meinem Book Blind Date. Kennt ihr Bücher von Jane Gardam?

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Catherine Isaac

Was in unseren Sternen steht

Es gibt wirklich soooo viele tolle Bücher. Mir tun es oft jene so richtig an, die mich emotional überwältigen und sehr nachdenklich zurücklassen. Dabei ist gar nicht so entscheidend, ob es sich um wahre Begebenheiten handelt, oder es ausgedachte Handlungen sind. Denn wenn es einem Autoren gelingt, seine Figuren realistisch zu zeichnen und seine Geschichte so lebendig und überwältigend zu erzählen wie es Catherine Isaac in Was in unseren Sternen steht tut, dann muss es sich zwangsläufig um ein gutes Buch handeln.

Darum gehts

Jess lebt getrennt von ihrer ehemals großen Liebe Adam. Beide verbindet nicht mehr viel, bis auf ihren zehnjährigen Sohn William. Adam hat jedoch kaum Kontakt zu seinem Kind und hat sich bisher als Vater nicht von seiner besten Seite gezeigt. Das enttäuscht Jess sehr und eigentlich möchte sie so wenig zeit wie möglich mit dem Vater ihres Sohnes verbringen. Adam lebt inzwischen in Frankreich und lädt seine Ex-Freudin und den gemeinsamen Sohn für einen Sommer ein. Jess´Mutter, welche an einer tödlichen Krankheit leidet, wünscht sich von ihrer Tochter, dass sie Sohn und Vater zusammenführt, weshalb sich Jess widerwillig auf den Urlaub einlässt. Allerdings nicht ohne ein paar Freunde im Schlepptau, die ihr zur Seite stehen.

Rezension (Achtung Spoiler)

Große Traurigkeit, aber auch ebenso viel Mut und Stärke machen die Geschichte um Jess aus. Die ersten Kapitel ließen mich als Leser noch völlig im Unklaren, wie schwer die Dinge stehen und welche tödlichen Geheimnisse Jess vor ihrem Ex-Freund und ihrem Sohn hat. Um nicht zu viel vorwegzunehmen, schweige ich über weitere Einzelheiten. Jess war mir von Beginn an sympathisch. Sie zeigte sich mir als starke, selbstbewusste und im Leben stehende Frau. Die Geschichte beginnt mit der Geburt ihres Sohnes, William, den sie ohne ihren Lebensgefährten Adam zur Welt bringen muss.

Zehn Jahre später steht William kurz vor der Pubertät und Jess ist noch immer allein mit ihrem Sohn. Ihre Mutter leidet an einer seltenen, tödlich endenden Erbkrankheit, unter welcher neben ihr selbst, vor allem Jess und ihr Vater sehr leiden. Jess ist inzwischen über Anfang dreißig und hatte hier und da zwar kurze Beziehungen, die aber alle nie an großer Bedeutung gewannen. Auch wenn sie es sich nicht recht eingestehen will, ist Adam immer noch sehr existent in ihren Gedanken und Gefühlen. Die Wut über seine Affären während der gemeinsamen Beziehung und seine verantwortungslose Art seinem Sohn gegenüber, machen es Jess aber schwer, auf Adam zuzugehen.

Tatsächlich ringt sie sich, vor allem ihrer Mutter zuliebe aber dazu durch, mit Adam einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen. Sie hofft dabei darauf, dass sich Vater und Sohn annähern und sie ihrer Mutter positive Nachrichten überbringen kann. Die wünscht sich schließlich nichts sehnlicher, als dass Adam endlich Verantwortung für William übernimmt. Jess´Freunde Natasha, Becky und Seb sind in Südfrankreich mit von der Partie und machen es Jess durch ihre Anwesenheit leichter, den Urlaub doch etwas genießen zu können.

Das Buch ist sehr hübsch gestaltet. Das Cover harmoniert farblich sehr gut und das Bild, dass nur die dunklen Umrisse eines Paares zeigt, macht neugierig und beschreibt sehr gut, worum es geht. Ich bin sehr gut in die Handlung gestartet und habe auch nie den Faden verloren. Die Charaktere sind auf ihre Art und Weise alle liebenswert. Auch Adam wird mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. In der Mitte des Buches wurde ich plötzlich völlig geschockt und konnte erst gar nicht recht glauben, was ich da las. Hier gelang es der Autorin definitiv, ihre Leser und vorwiegend ihren Hauptcharakter Jess auf die Probe zu stellen.

Die letzten Kapitel fielen mir unsagbar schwer. Ich konnte meinen Tränen nicht zurückhalten und ohne Taschentücher ging einfach nichts mehr. Es war zum Teil kaum auszuhalten und machte mich wahnsinnig betroffen. Dabei geht es vor allem um die Krankheit der Mutter, auf welche ich hier in der Rezension aber nicht näher eingehen möchte. Was in unseren Sternen steht zeigt auf, dass das Leben für niemanden den einfachen Weg bereit hält, es aber Mensch gibt, die bei der Verteilung ihrer Lebensaufgabe ganz sicher eher auf der Schattenseite standen. Umso stärker müssen sie sich ihrem Schicksal stellen. Und eines bleibt letztendlich: jedes Leben, was immer es bereithält und wie kurz oder lang es sein mag ist absolut lebenswert.

Zitate aus dem Buch

„Und obwohl sie mir den erschreckendsten, grausamsten Witz meines ganzen Lebens erzählte, weinte sie nicht.“

„Wir sind keine Familie. Wir sind zwei Teile eines auseinander gebrochenen Paares, die durch den allerschönsten Fehler zusammengeklebt werden, den wir je gemacht haben.“

„Wie soll man auch einem Mann, den man liebt, so etwas sagen? Wenn du weißt, dass er von da an nie mehr die Frau in dir sehen wird, die er begehrt, sondern nur noch die Frau, die ihm leidtut?“

„Ich lebe das Leben, als ob jeder Tag mein letzter sein könnte. Und das werde ich so fortführen, bis es nicht mehr möglich ist. Ich werde an all das Gute in meinem Leben denken und nicht an das, was mir bevorsteht. Ich werde all das tun, was ich gern tue, einfach so zum Spaß. Ich werde im Meer schwimmen. Kuchen backen. Viel mehr tanzen.“

„Ich weiß, dass du und deine Mum die besten Menschen auf der Welt seid.“

„Ich spüre nur, dass er immer die Fähigkeit haben wird, mich zu verblüffen, zu überraschen, mein Herz zu entzünden.“

„Manchmal braucht man die Dunkelheit um zu erkennen, wie sehr wir strahlen.“

Fazit

Ich war oft sprachlos während der Schicksalsschläge mit denen die Menschen in diesem Buch teilweise zu kämpfen haben und wie stark sie damit umgehen. Und beeindruckt darüber, wie sehr sie sich dennoch an warmen Sonnenstrahlen, singenden Nachtigallen und dem Duft warmer Croissants erfreuen. Am Ende ist es auch hier die Liebe, die zusammenhält und alles viel, viel leichter macht.

Rund ums Buch

Was in unseren Sternen steht • Catherine Isaac • Rowohlt • 2018 • Originaltitel: Originaltitel: You Me Everything • Übersetzerin: Katharina Naumann • Originalverlag: Simon & Schuster • 416 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-499-27303-2 • Preis: €14.99 • Buch kaufen


Ich danke dem Rowohlt-Verlag für das zugestellte Leseexemplar.
Wie gefällt euch eine solche Dramatik in Büchern?

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Maya Shepherd

Zoe & Clyde : Gläserne Welt

Zoe & Clyde ist der erste Band einer Dilogie und spielt parallel zur Radioactive-Reihe von Maya Shepherd. Ich gebe zu, dass ich die Reihe noch nicht gelesen habe, obwohl sich der erste Band auf meinem Kindle befindet. Irgendwie habe ich es einfach aus den Augen verloren und freue mich nun umso mehr, durch die Story von Zoe und Clyde, doch noch in diese Welt tauchen zu dürfen. Für alle, die die Geschichte auch noch nicht kennen: Ich konnte dieses Buch super lesen und verstehen, auch ohne die „Vorgeschichte“.

Darum gehts

Die Geschichte handelt von Zoe. Sie ist eine Rebellin und nicht in der Legion unter der Erde geboren, sondern außerhalb. Jedoch wird sie nach einem Angriff gefangen genommen und muss sich nun in einer völlig fremden Welt zurechtfinden. Ist es wirklich möglich, alles was eine Person ausmacht, von sich zu schieben oder zu unterdrücken? Neben Zoe gibt es noch Clyde. Er ist in der Legion geboren und aufgewachsen und kennt nichts Anderes. Er sollte es gewohnt sein, nicht zu fühlen und einfach das zu tun, was ihm aufgetragen wird. Doch warum verhält er sich trotzdem anders?

Spoilerfreie Rezension

Gläserne Welt spielt einige Jahre nach dem dritten Weltkrieg. Dabei wurde die gesamte Welt radioaktiv verseucht und die Menschheit konnte nur überleben, weil sie sich viele Meter unter der Erde eine neue Existenz aufgebaut hat. Diese „neue Welt“ würde jedoch nicht ohne Regeln funktionieren, weswegen die Menschen dort anders leben müssen. Dort unten gibt es keine Familie und keine Namen. Die Bewohner werden nummeriert und gleichzeitig sind jegliche Formen von Gefühlen untersagt. Durch verschiedene Präparate, die auch zur Ernährung dienen, sehen die Bewohner außerdem alle völlig gleich aus. So ist die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit praktisch unmöglich.

Gerade die numerische Bezeichnung der Menschen hat es mir schwergemacht, in die Geschichte einzusteigen. Es störte gerade am Anfang den Lesefluss, wenn man nicht direkt mitbekam, wer gerade über wen spricht. Doch muss ich sagen, dass sich diese Hürde schnell gelegt hat und als ich erstmal in der Geschichte war, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.

Die Charaktere sind, wie ich finde, wundervoll ausgearbeitet. Ich bin beeindruckt von Zoes Stärke und Clydes Loyalität. Der einzige kleine Kritikpunkt ist, dass mir hier die Liebesgeschichte etwas zu schnell ging. Vielleicht liegt dies aber auch daran, dass ich als Leser gar nicht mitbekommen habe, wie viel Zeit in der Geschichte vergeht. Ich war jedes Mal erschrocken, wenn erwähnt wurde, wie viele Monate schon vergangen sind. Allgemein war es jedoch eine Geschichte, die mich mehr als nur gefesselt hat. Sie hat mich beeindruckt.

Fazit

Dieses Buch zeigt, wie ich finde, viel mehr auf als eine spannende Geschichte von einem Mädchen, welches versucht zu fliehen. Hier werden viele kritische Punkte angesprochen und auch nach dem Lesen ist das Buch noch in meinen Gedanken präsent. Ich bin mir sicher, dass es noch eine Weile so bleiben wird und bin gespannt, wie es im nächsten Teil weitergeht.

Rund ums Buch

Gläserne Welt: Zoe & Clyde 1 • Maya Shepherd • CreateSpace Independent Publishing Platform • 2018 • 448 Seiten • Hardcover • ISBN: 978-17204-9662-5 • Preis: €13.99 • Buch kaufen


Mein Dank geht an Maya Shepherd, dass ich vor dem morgigen Erscheinungstermin das Buch lesen durfte.
Wäre ein Buch mit dieser Thematik etwas für euch?

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