Monatliches Archiv:

Mai 2018

Laura Kneidl

Verliere mich. Nicht.

Ich habe dieses Buch erst gestern Abend beendet und habe mich noch immer nicht ganz davon erholt. Den zweiten Teil des Buches habe ich in einem Rutsch durchgelesen, weil ich es einfach nicht mehr aus den Händen legen konnte. Ich war so gefesselt und habe dabei alle möglich denkbaren Emotionen durchlebt. 

Darum gehts

Da dies der zweite Band ist, werde ich hier nicht viel zu schreiben können. Die Geschichte von Sage und Luca geht weiter. Nachdem der erste Teil mit einem großen Knall und einigen Tränen meinerseits geendet hatte, begleiten wir die beiden auf ihrer Suche nach Glück und Wiedergutmachung und lernen dabei, was es heißt, sich seinen Ängsten zu stellen.

Spoilerfreie Rezension

Laura Kneidl hat mit Verliere mich. Nicht. eine wundervolle Geschichte beendet und ich bin mir sicher, dass mir Sage und Luca auch noch in Zukunft das ein oder andere Mal im Kopf herumschwirren werden. Ich werde sie auf jeden Fall vermissen.

Nachdem der erste Band in fieser und gemeiner Weise geendet hatte, habe ich nicht lange gewartet, um mit dem zweiten und auch letzten Band weiter zu machen. Zum Glück hatte ich ihn schon hier liegen und musste nicht unnötig lange warten.  Ich hatte gewisse Erwartungen an das Buch und dachte, ich wüsste auch wie es weitergehen würde. Ich hatte sogar befürchtet, dass der zweite Band nicht annähernd an den ersten herankommen würde und schon fast mit einer schnellen Versöhnung und einer flachen Abhandlung der Problematik gerechnet. Doch dies ist hier nicht der Fall.

Laura Kneidl hat sich jede Zeit genommen die sie brauchte um die Problematik und die Ängste von Sage vernünftig und nachvollziehbar umzusetzen. Dabei hat sie sich wundervoll ausgedrückt und mich oft zum Nachdenken gebracht. Zum Inhalt der Geschichte möchte ich gar nicht viel verraten, da ich glaube, dass jedes Wort eines zu viel wäre und der Geschichte einiges vorwegnehmen würde. Nur so viel: Dieses Buch überstieg meine Erwartungen und ich bin froh, diese Dilogie gelesen zu haben. Meiner Meinung nach kann man eine ganze Menge von der Protagonistin Sage lernen und allerhand aus diesem Buch mitnehmen.

Zitate aus dem Buch

„Wenn ich hier saß, in meinem Van, mit meiner Decke und den Perlen, war meine Welt in Ordnung. Für eine Weile schien die Realität stillzustehen, und ich konnte mich in ein Leben träumen, in dem meine Ängste nicht existierten.“

Fazit

Mona Kasten sagte über Verliere mich. Nicht: „Dieses Buch bricht einem das Herz und setzt es anschließend liebevoll wieder zusammen.“ Dem kann ich mich nur anschließen.

Rund ums Buch

Verliere mich. Nicht. • Laura Kneidl • LYX • 2018 • 467 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-7363-0549-6 • Preis: €12.90 • Buch kaufen


Ich bedanke mich beim Lyx-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr den zweiten Teil von Laura Kneidl bereits gelesen?

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A.J. Finn

The Woman In The Window

Auf The Woman In The Window habe ich mich schon lange gefreut. Schließlich wurde der Thriller ganz schön gehyped. Nun wollte ich natürlich wissen, ob der ganze Rummel berechtigt ist. Obwohl ich gruselige Bücher sehr gerne lese, haben mich die letzten aus diesem Genre eher enttäuscht. Dieser preisgekrönte Thriller von A.J. Finn verspricht viel Spannung und Gänsehautmomente. 

Darum gehts

Anna lebt allein in einem großen Haus im New Yorker Stadtteil Harlem. Nach einem großen Schicksalsschlag kann Anna das Haus nicht mehr verlassen. Sie leidet an Agoraphobie. Um die Langweile und ihre Isolation zu bekämpfen, chattet die Psychologin mit Gleichgesinnten im Internet und versucht ihre Hilfe anzubieten. Außerdem beobachtet Anna hin und wieder ihre Nachbarn. Die Beobachtungen sind unspektakulär, bis eines Tages die Familie Russell gegenüber einzieht und Anna einen Überfall mit Todesfolge beobachtet. Weil Anna viel zu viel trinkt, eine Vorliebe für Horrorfilme hat und in psychischer Behandlung ist, will ihr niemand glauben.

Spoilerfreie Rezension

Nach dem Lesen des Buchrückens dachte ich sofort an Girl On The Train oder Gone Girl. Da geht es euch vielleicht ähnlich. Der Schreibstil sprach mich das ganze Buch hinweg sehr an. Finn schreibt flüssig, lebendig und authentisch. Mit Anna war ich sofort identifiziert. Ihre Lebenssituation, ihre Gedanken und Ängste werden sehr klar und emotional geschildert. Lange Zeit weiß man als Leser nicht, was Anna widerfahren ist und das hält die Spannung aufrecht.

Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was ich überragend finde. Dicke Bücher sind nämlich tatsächlich nichts für mich. Ich lese zwar für mein Leben gern, habe aber lieber Bücher mit bis zu 350 Seiten in der Hand. In The Girl In The Window gibt es genau 100 Kapitel, die allesamt eher kurt sind. So verliert man den Faden nicht und kann sich die einzelnen Abschnitte super einteilen.

Die Protagonisten bleiben bis zum Ende undurchschaubar, was einen Thriller irgendwie voraussetzt, aber vielen Autoren nicht gelingt, wie hier Finn. Erst ganz am Ende des Buches wird man mit der Wahrheit konfrontiert. Ich war fassungslos, wie sich das Blatt wendete. Ich habe damit nicht gerechnet und somit hat sich die Spannung gelohnt. Ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen durchgelesen.

Zitate aus dem Buch

„Wer mag, kann all das in der fünften Ausgabe der Diagnostischen Kriterien nachlesen, die gemäß der englischen Vorgabe abgekürzt unter DSM-5 firmiert. Der Titel hat mich immer amüsiert; er hört sich an wie eine Filmreihe. Hat Ihnen Psychische Störungen 4 gefallen? Dann werden Sie die Fortsetzung lieben!“

„Wenn es eins gibt, was ich in all den Jahren gelernt habe, wenn ich all diese Jahre zu einer einzigen Erkenntnis zurechtschneiden könnte, dann zu dieser: Sie sind außerordentlich resilient. Sie halten Vernachlässigung aus, sie können Missbrauch überleben, und dabei sogar gedeihen, wenn Erwachsene einklappen würden wie Regenschirme.“

„Ich werde Dich vermissen. Als Einziger. Tagelang wird keiner was merken, und danach wird sich keiner für dich interessieren.“

„Regenfetzen wirbeln wie Funken durch die Leere, auf dem Treppenabsatz unter mir glitzert eine Galaxie von Scherben.“

„Und wenn ich nicht sterben will, muss ich wieder anfangen zu leben.“

Fazit

Ein spannender Thriller, der besonders mit seinem Ende überzeugt. Aber auch das Buch im Gesamten ist sehr gelungen. Die Handlung und die Charaktere sind gut durchdacht und die Idee ist hervorragend umgesetzt. Ich kann den Hype verstehen.

Rund ums Buch

The Woman In The Window – Was hat sie wirklich gesehen? • A.J. Finn • Blanvalet • Übersetzer: Christoph Göhler • 2018 • 544 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-7645-0641-4 • Preis: €15.00 • Buch kaufen


Ich danke Randomhouse und Blanvalet für die Bereitstellung des Buches.
Der preisgekrönte Bestseller konnte mich voll und ganz überzeugen. Und euch?

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Antoine de Saint-Exupéry/ J.L. Carr/ Neu im Bücherregal/ Virginia Reeves

Neu im Bücherregal #2

In den letzten Tagen sind wieder viele neue Bücher bei mir eingezogen. Und ich weiß noch gar nicht, wann ich sie alle lesen soll. Aber ich werde es schaffen, ganz sicher, denn ich bin so gespannt auf jedes einzelne davon. Das Tolle ist die Vielfältigkeit der Bücher. Im kommenden Beitrag stelle ich euch wieder drei meiner Neuheiten im Bücherregal vor. 

Der kleine Prinz

Inhalt von Suhrkamp : Ein Flieger muss in der Wüste notlanden und trifft dort den kleinen Prinzen, den es von einem winzigen Planeten auf die Erde verschlagen hat. Der erzählt ihm von seinem Reisen, sie werden Freunde, und eines Tages ist der kleine Prinz wieder verschwunden.

Erwartung : Wer kennt ihn nicht – den kleinen Prinzen?! Ich habe das Buch natürlich xmal gelesen und doch kann ich von der Geschichte und den so wunderbaren Zitaten de Saint-Exupérys nicht genug bekommen. Diese Ausgabe ist eine Spezial-Edition aus dem Insel-Verlag aus dem Hause Suhrkamp. Ich erfreue mich schon jetzt an den farbenfrohen Illustrationen und den herzerweichenden und klugen Worten des kleinen Prinzen.

Ein Tag im Sommer

Inhalt von Dumont : Im Morgengrauen erreicht ein Zug die Kleinstadt Great Minden, wo an ebendiesem Tag ein großer Jahrmarkt stattfindet. Aber der Bankangestellte und Kriegsveteran Peplow, der sich auch unter den Passagieren befindet, ist nicht hier, um mitzufeiern: Der Mann, dem er die Schuld am Tod seines Sohnes gibt, ist in der Stadt – und Peplow will Rache. In Great Minden trifft Peplow alte Bekannte und hat neue Begegnungen. Wir begleiten ihn auf seinem Weg durch die Stadt, und nach und nach offenbart sich das Bild eines Ortes, der tief von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs gezeichnet ist. Die Menschen, die in Great Minden leben, leiden alle auf ihre Weise an der Welt – und doch findet Peplow hier im Angesicht seiner persönlichen Katastrophe neue Hoffnung.

Erwartung : Ich muss zugeben, dass es primär das Cover war, weshalb ich das Buch angefragt habe. Erst nachdem mich dieses bereits vom Buch überzeugte, las ich den Klappentext. Das passiert mir dann und wann. Ich bin sehr Cover-vernarrt und da kann es leicht passieren, dass mich schon das Cover allein zum Lesen des Buches animiert. Der Riesenrad, welches hier für den Jahrmarkt stehen soll, weckt viele Erinnerungen in mir an meine eigene Kindheit. Schöne Erinnerungen. Zudem ist auch hier viel Historik verpackt, was mich sehr reizt. Ich bin gespannt und erwarte jede Menge Spannung.

Ein anderes Leben als dieses

Inhalt von Dumont : Alabama in den Zwanzigerjahren. Roscoe T. Martin ist Mitte dreißig und in seiner Zeit eine Art Pionier: Er arbeitet als Elektriker und das mit großer Leidenschaft. Als seine Frau Marie jedoch die Farm ihres Vaters erbt, sieht er sich gezwungen, mit ihr und dem gemeinsamen Sohn aufs Land zu ziehen. Er findet sich in einem Leben wieder, das er so nie gewollt hat. In der Ehe kriselt es, auch aufgrund wirtschaftlicher Probleme. Um der Farm zu neuem Aufschwung zu verhelfen, zapft Roscoe, unterstützt vom schwarzen Hilfsarbeiter Wilson, staatliche Stromleitungen an. Eine Weile geht alles gut – bis ein Techniker bei einer Routinekontrolle einen tödlichen Stromschlag erleidet. Roscoe wird wegen Mordes und Diebstahls zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, während Wilson als Zwangsarbeiter in einer Kohlemine quasi-versklavt wird: eine Schuld, die auf Roscoe ebenso lastet wie auf seiner Frau Marie.

Erwartung : Ich habe eine echte Liebe für historische Romane entdeckt, weshalb ich auch nicht an diesem Roman aus dem Dumont-Verlag vorbeigekommen bin. Cover und Titel hatten mich sofort begeistern können und der Klappentext tat sein Übriges. Familiengeschichten, die in einer früheren Zeit spielen, interessieren mich einfach sehr. Ich erhoffe mir einen spannenden, emotionalen und informationsreichen Roman.


Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher und was steht auf eurer aktuellen Leseliste?