27. März 2018

Die schöne Fanny

Das erste Mal gehört habe ich von diesem Roman im Literaturclub. Das ist eine Sendung die sich ausschließlich neuen Büchern widmet und diese im Rahmen einer Diskussion mit Gästen bespricht. Ausgestrahlt wird sie im 3sat und im SRF. Die schöne Fanny vom Schweizer Autoren Pedro Lenz wurde dort auf sehr witzige und charmante Weise diskutiert, so dass ich neugierig wurde und den Verlag kurzerhand um ein Rezensionsexemplar bat. 

Darum gehts

Frank, genannt Jackpot ist ein eher erfolgloser Schriftsteller und durch seine Freunde Louis und Grunz kunstinteressiert. Als er Louis, einen Kunstmaler eines Tages besucht, läuft ihm die Kunststudentin Fanny über den Weg, welche Louis als Aktmodell zur Verfügung stand. Jackpot ist sofort hin und weg von der jungen Frau und fortan geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Auch die anderen Freunde von Jackpot kennen Fanny und alle scheinen auf die ein oder andere Weise fasziniert von der Zwanzigjährigen. Unbewusst stiftet Fanny Unruhe in der Clique rund um Jackpot. Aber wer genau ist Fanny?

Spoilerfreie Rezension

Die Geschichte beginnt peppig und rasant. Ich war sofort mittendrin im Geschehen und konnte mir ein Bild von Jackpot machen. Ganz reizvoll fand ich die Tatsache, dass die Story in der Schweiz spielt. Ich habe bisher noch kein Buch eines Schweizer Autoren gelesen und fand viele Textpassagen sehr witzig. Natürlich ist das Buch ins Hochdeutsche übersetzt, dennoch kommt der Charme von Lenz zweifelsfrei durch und ich fühlte mich an viele Ortschaften in der Schweiz versetzt.

Der Charakter des Jackpot wird authentisch und identifizierbar gezeichnet. Er besticht durch seinen Humor und seine zeitweilig ungebremsten Emotionen. Ich hatte gleich zu Beginn den Eindruck, dass Jackpot ein geselliger Mensch ist, der dennoch sehr einsam zu sein scheint. Seine Freunde Louis, Koni und Grunz spielen in seinem Leben eine wichtige Rolle. Dennoch piesacken sie sich gegenseitig, was der Geschichte viel Amüsanz verleiht. Lenz verführt den Leser in ein Milieu von Aussenseitern und schafft damit eine raue aber durchaus charmante Atmosphäre.

Das Cover ist so wunderschön und gehört schon jetzt zu meinen Liebsten. In Anlehnung an die Kunst, welche in dem Roman nicht zu kurz kommt, gleicht das Bild von Fanny einem Gemälde. Die Farben harmonieren wunderbar und geben der Geschichte Persönlichkeit.

Zitate aus dem Buch

„Die Eifersucht ist ein Gift, das sich im ganzen Körper breitmachen kann, ähnlich wie eine Grippe, nur bleibt sie meist länger.“

„Aber mach das mal bewusst, versuch mal ganz bewusst, nicht mehr zu denken. Das funktioniert nicht, weil auch der Gedanke, nicht denken zu wollen, gedacht werden muss.“

„Noch bevor ich meinen Satz beendet hatte, kam ich mir vor wie so ein alter Idiot, der einem Jungen sagt, um was es im Leben geht, obwohl ich ja selbst nichts kapiere.“

Fazit

Ein sehr lesenswertes Buch, welches viele Emotionen bedient, die verliebte Menschen kennen. Darunter auch und vor allem die Eifersucht, die Jackpot quält. Mir gefielen die warmherzigen Passagen, aber auch die etwas schrofferen Töne sehr gut. Pedro Lenz gelingt eine tolle Mischung. Ich kann das Buch allen ans Herz legen, die ihren Lesehorizont erweitern wollen.

Rund ums Buch

Die schöne Fanny • Pedro Lenz • Originaltitel: Di schöni Fanny • Kein&Aber • Übersetzer: Raphael Urweider • 2017 • 256 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-0369-5767-8 • Preis: €20.00 • Buch kaufen


Ich möchte dem Kein-&-Aber-Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar danken.
Was haltet ihr von dem künstlerischen Cover und wäre die witzige Story etwas für euch?
 

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Kommentare

  1. Am 27. März 2018 Daniela sagt:

    Huhu!
    Ich habe im Dezember mit „Di schöni Fanny“ auf Schweizer deutsch begonnen und konnte mich leider so gar nicht anfreunden mit dem Buch. Ich glaube aber, das lag viel eher am Dialekt, als an der Geschichte selbst. Für mich als Ostschweizerin las sich das auf Berndeutsch geschriebene Buch doch sehr befremdlich, da wurden Wörter und Sätze verdreht, im Berndeutschen durchaus korrekt, aber in meinem Dialekt einfach nur komisch.
    Aber vielleicht wäre die Variante auf Hochdeutsch nun doch eine Alternative für mich…
    Grüessli, Daniela

    1. Am 27. März 2018 Neri sagt:

      Oh danke für Deinen Kommentar, da habe ich mich gerade sehr gefreut. Ja, ich denke so würde es mir mit einem Buch in einem anderen deutschen Dialekt wohl auch gehen =) Schade, dass Dich das Buch deshalb nicht so überzeugen konnte.

  2. Am 27. März 2018 Yvonne sagt:

    Hihi. Bei dem Titel musste ich einfach mal reinlesen ;D
    Das Cover ist wirklich tollst <3
    Viele Grüße, Yvonne

    1. Am 27. März 2018 Neri sagt:

      Ja, das Cover ist so gelungen =)

  3. Am 27. März 2018 Mara Luna sagt:

    AH LIEBE NEri, das hört sich gut an… das original in schweizerdeutsch hat mich immer etwas abgeschreckt, weil schweizerdeutsch zu lesen so ungewohnt ist. vielleicht sollte ich mich aber einfach wagen!

    1. Am 27. März 2018 Neri sagt:

      Du kannst es genau wie ich auf hochdeutsch lesen =) Ich denke, dass auch diese Fassung ihren Witz und Charme nicht verliert.

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