Ivy & Abe

Von Ivy und Abe hatte ich schon so viel gelesen, vor allem auf anderen literarischen Blogs. Die Rezensionen hatten meine Neugier sofort geweckt. Irgendwie erinnerte mich der Klappentext an den Roman Zwei an einem Tag von David Nicolls (Das Buch wurde mit Anne Hathaway und Jim Sturgess verfilmt). Allerdings war dieses Buch dann doch ganz anders. Aber auf andere Art einfach schön.

Klappentext

Ivy und Abe – zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind. Sie begegnen sich zu verschiedenen Zeiten in ihrem Leben. Doch das perfekte Glück verpassen sie immer. Mal wechseln sie ein paar Worte in einem Café, dann trennen sich ihre Wege wieder. Ein anderes Mal haben sie eine Affäre miteinander. Später sind sie verheiratet, aber ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ihr Leben lang tragen Ivy und Abe etwas von dem anderen in sich. Innige Momente, in denen sie ihre Liebe spüren. Wird sie je von Dauer sein?

Ich hatte mich Abe ganz und gar anvertraut. Ich hatte ihn auf eine Weise an mich heran gelassen wie noch nie jemanden zuvor.

Enfield gelingt es, die ganz große Liebe immer wieder neu zu schreiben. Ivy und Abe begegnen sich jedes Mal auf andere Weise. Und jedes Mal ist es leidenschaftlich, fesselnd und emotional. Mir wurde erst nach den ersten Seiten bewusst, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird. Zu Beginn sind Ivy und Abe einundsiebzig. Am Ende sind sie zehn Jahre alt. Beide haben einige Schicksalsschläge hinter sich bringen müssen. In der Familie von Ivy gibt es einen Gen-Deffekt, bei welchem sich die Betroffenen einer tödlich endenden Krankheit stellen müssen.

Ich vermisste das Gefühl, einen anderen Menschen so gut zu kennen, dass sich seine Gegenwart eher wie eine Erweiterung des eigenen Ich´s anfühlte als wie ein neues Terrain, indem man seine Bereiche erst aushandeln musste.

Bei Abe hängt das Schicksal mit einem Lastwagen zusammen, welcher Heuballen verliert, die zu einem tragischen Unfall führen, welcher immer ein anderes Opfer fordert. Mir gefiel, dass die Autorin mit Wiederholungen spielt, die sich durch den gesamten Handlungsverlauf ziehen, obwohl es keine zusammen hängende Story gibt. Ivy und Abe treffen sich an den verschiedensten Orten, zu den unterschiedlichsten Zeiten und durchleben immer andere Lebenssituationen. Eines bleibt aber durchweg gleich: die starke Zuneigung zueinander. Die beiden sind füreinander bestimmt.

Wenn wir zufällig jemandem begegnen, glauben wir gern, dass das Schicksal dabei die Finger im Spiel hat. Unser Leben ist von Zufällen bestimmt, aber uns gefällt die Vorstellung nicht, wir hätten dem Menschen, in den wir uns verliebt haben, ebenso gut auch niemals begegnen können.

Enfield ist es gelungen, jeder Begegnung von Ivy und Abe das gewisse Etwas zu verleihen, die richtige Würze. Ich war immer gefesselt und gespannt, wie es weitergehen würde und wurde bis zum Ende nicht enttäuscht. Auch der Prolog hat mir sehr gefallen, auch wenn er etwas vorhersehbar war. Die wichtigste Message der Geschichte ist wohl, dass das Leben immer was ganz anderes mit einem vor hat, als man ursprünglich glaubte. Frei nach John Lennon: „Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“

Ich danke dem Diana-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Ivy und Abe hat mir sehr gefallen. Ging es euch genauso?


Informationen zum Buch

Ivy & Abe • Elizabeth Enfield • Diana • 2015 • 448 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-8371-3974-7 • Preis: €14.99€ • Buch kaufen

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Ich bin Neri, neunundzwanzig Jahre alt und lebe im wunderschönen Breisgau, nahe Freiburg. Ich habe meine Liebe zu Büchern eigentlich erst vor wenigen Jahren entdeckt. Obwohl ich als Kind einen Vorlesewettbewerb gewann, war Lesen damals eher eine Pflicht als Vergnügen. Mittlerweile kann ich mich in Büchern verlieren, mich mit den Charakteren identifizieren und dabei voll und ganz abschalten. Bücher haben etwas Magisches für mich. Im Winter kuschle ich mich am Liebsten unter eine dicke Decke und tauche in Geschichten ab.

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