16. Januar 2018

Die Bücherfreundinnen

Das ist doch tatsächlich meine erste Rezension in diesem Jahr. Und das, obwohl das 2018 bereits zwei Wochen hinter sich gebracht hat. Aber nun ist es soweit. Das Buch, von welchem ich heute berichte, habe ich bereits im Sommer letzten Jahres zu Besuch bei meiner Familie in Berlin gelesen. Innerhalb von vier Tagen hatte ich es durch und bis bis jetzt nie dazu gekommen, es zu rezensieren. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher. Damit euch Die Bücherfreundinnen von Jo Platt aber nicht weiter vorenthalten bleiben, kommt hier meine Rezension zum Buch.

Darum gehts

Fünf enge Freundinnen, sie sind immer füreinander da. Und neben der zwischenmenschlichen Nähe verbindet sie vor allem auch die Literatur. Alle vier Wochen treffen sie sich in ihrem Buchclub. Mittlerweile fehlt jedoch eine unter ihnen. Lydia, die an Krebs starb. Lydia´s Wunsch war, dass ihre Freundinnen ihren geliebten Ehemann in ihrem Buchclub aufnehmen. Fortan ist Jon bei jedem Treffen dabei. Lydia´s Tod hat die vier Freundinnen und Jon eng zusammengeschweißt. Alice, eine der Freundinnen ist unglücklich. Sie lernt einen Mann nach dem anderen kennen und jedes Treffen endet in einer Katastrophe. Ihre Freundinnen wollen Alice zu ihrem Glück zwingen.

Wer sind die Bücherfreundinnen?

Alice ist 32 Jahre alt und arbeitet als Innenarchitektin. Sie mag ihren Job und liebt ihre kleine Wohnung mit Garten. Alice ist verplant und deshalb geschehen ihr immer wieder Missgeschicke. Ihr Gefühlsleben versucht sie so gut es geht nicht nach außen zu tragen.

Connie ist 40 Jahre alt und unterschätzt ihre eigenen Stärken aufs Größte. In ihren Freundinnen hingegen sieht sie immer das Beste. Ihr Ehemann Greg traut Connie wenig zu und mit ihrem kleinen Sohn gibt es große Schwierigkeiten, da dieser sie nicht ernst nimmt.

Miriam ist schon seit Uni-Tagen mit Craig liiert. Beide haben zwei Kinder und leben in einem Haus. Craig scheint in Miriam nur noch die Mutter seiner Kinder zu sehen.

Sophie ist die Arbeitskollegin von Alice und versprüht viel Lebensfreude. Durch ihr freches, offenes Auftreten, wirkt sie auf andere oft unverletzbar und anmaßend. Dabei hat Sophie ein großes Herz und ist sehr sensibel.

Abigail wird von ihren Freunden „Abs“ genannt. Sie arbeitet als Lehrerin und liebt diesen Beruf. Unter den Freundinnen ist sie die Jüngste. Ihr Lebensgefährte ist der Anästhesist Pete. Abigail neigt zu Ausbrüchen, die von großer Leidenschaft geprägt sind.

Spoilerfreie Rezension

Das Schöne und interessante war für mich, dass es um die Liebe zur Literatur geht. Zumindest, sollte man das beim Titel vermuten. Und hier kommt dann leider ein kleiner Kritikpunkt. Obwohl „Die Bücherfreundinnen“ impliziert, dass es hauptsächlich um Bücher geht, ist die Message eine ganz andere. Grundsätzlich spielt Freundschaft die tragende Rolle der Geschichte. Die vier Freundinnen Alice, Miriam, Sophie, Connie und Alice verbringen viel Zeit miteinander. Eine fehlt jedoch. Lydia starb drei Jahre zuvor und kann nicht mehr am gemeinsamen Buchclub teilhaben und mit ihren Mädels lachen und weinen, Spass haben und gemeinsam essen. Am Meisten leidet ihr zurück gelassener Mann unter ihrem Tod.

Des Weiteren ist neben der freundschaftlichen Komponente auch die Liebe großes Thema. Die 32jährige Alice hat einfach kein Glück mit Männern und sucht verzweifelt nach dem Einen. Ihre Freundinnen wollen ihr deshalb helfen und übersehen, dass der Richtige wahrscheinlich viel näher ist, als sie glauben. Die Bücherfreundinnen ist allerdings alles andere als ein kitschiger Liebesroman. Die Charaktere sind liebenswert und menschlich und schafften es so sehr  schnell, mich für sie zu begeistern.

Zitat aus dem Buch

„In der Zwischenzeit hatten wir ein aufschlussreiches Gespräch am Telefon geführt, in dem er mir erklärte, sei seit vier Jahren eine gute Freundin und seit beinahe zwei Jahren eine sehr gute Freundin. Als ich eine Erklärung dieser Freundschaftskategorien forderte, wurde klar, dass eine gute Freundin jemand ist, dem man vertraut, während eine sehr gute Freundin jemand ist, mit dem man bei jeder sich bietenden Gelegenheit bis zu Besinnungslosigkeit vögelt.“

Fazit

Die Autorin verleiht den Protagonisten viel Herz und der Handlung so große Emotionen. Ab und an liefen bei mir auch Tränen. Titel und Klappentext sind allerdings etwas verwirrend, weil es um sehr viel mehr geht, als man auf den ersten Blick glauben mag. Ich mochte Die Bücherfreundinnen sehr gerne lesen und war sehr überrascht, von den klugen und traurig-schönen Momenten, welche die Geschichte bereithält.  Beim Weglegen am Ende des Buches war ich richtig traurig, dass ich Alice und ihre Freundinnen „hergeben“ musste.

Rund ums Buch

Die Bücherfreundinnen • Jo Platt • Originaltitel: • Übersetzerin: Katharina Naumann • Rowohlt • 2016 • 384 Seiten • Paperback• ISBN: 978-3-499-26886-1 • Preis: €9.99€ • Buch kaufen


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