Die Frauen von Salem

Manche Bücher möchte man lesen, weil einem der Klappentext interessant erscheint. Möglicherweise unterstricht der Cover dies und die Neugier ist geweckt. Meistens sogar ist das der einzige Grund, warum ich ein Buch lesen möchte. Eines zu lesen, nur weil es auf anderen Blogs, im Internet und bei Freunden und Bekannten gehyped wird, war nie mein Ding. Auf Die Frauen von Salem stieß ich rein zufällig. Die Aufmachung sprach mich an und ich hatte mal wieder Lust auf einen gruseligen Roman.

Darum gehts

Unerschütterliche Morde an drei Frauen geschahen im Jahr 1989. Die Geschichte spielt zwischen 2014 und 2015. Die junge Protagonistin Callie Cahill, das kleine Mädchen, welches die einzige Augenzeugin ist, kehrt an den Ort des Verbrechens zurück und möchte gemeinsam mit Rafferty die Morde aufklären, die inzwischen fünfundzwanzig Jahre zurückliegen. Ihre enge Vertraute Rose Whelan, von der sie lange glaubte, sie sei tot, wird verdächtigt. Callie will nicht wahrhaben, dass der einzige Mensch, den sie noch zu ihrer Familie zählt, ihre eigene Mutter und deren Freundinnen, welche sich „Die Göttinnen“ nannten, tötete.

Spoilerfreie Rezension

Ich muss, ohne zu spoilern, vorwegnehmen, dass dieser Roman sich neben der Suche nach einem Mörder, hauptsächlich mit Hexerei und Magie befasst. Dies war mir zuvor nicht bewusst und normalerweise hätte ich das Buch unter diesen Umständen wohl nicht weiterlesen wollen. Zu viel Mystik und Fantasy ist nichts für mich. Da ist es wiederum eine große Bereicherung für diesen Blog, dass Jenni dem Fantasy-Genre sehr zugeneigt ist.

Salem wurde mir als Leser sehr schnell als Hexenstadt verdeutlicht. Nicht nur an Halloween sind Begriffe wie Zauberei und Hexerei im Umlauf. Salem rühmt sich schier zweifelhaften Image, eine Hexenstadt zu sein. Viele Touristen weltweit fühlen sich angezogen und besuchen die vielen Hexen-Veranstaltungen in Salem und vor allem das bekannte Treiben an Halloween.

Die Autorin war mir nicht bekannt. Der Schreibstil liest sich meist flüssig und ansprechend. Obwohl das Buch über 600 Seiten hat, war ich relativ schnell durch. Die sechsundvierzig Kapitel werden mit einem Zitat eingeleitet. Die Idee finde ich sehr gut. Der Titel hätte meines Erachtens nach eher Die Hexen von Salem heißen müssen, um dem Leser direkt zu implizieren worum es geht. Das fehlte mir etwas. Die Protagonisten wirken allesamt sehr gut ausgearbeitet und „fertig“. Besonders Callie mochte ich auf Anhieb. Viele sind nicht das, was sie scheinen. Selbst auf den letzten Seiten war ich noch einige Male überrascht, aufgrund der vielen Beziehungen der Charaktere untereinander und der Irrungen und Wirrungen.

Zitate im Buch

„Es gibt keine einzige Kultur, und es gibt einziges Individuum ohne Vorteil gegen jene, die sie als „anders“ betrachten.“

„Wenn es stimmt, dass zukünftige Ereignisse ihren Schatten vorauswerfen, so hinterlassen zurückliegende Ereignisse auf jeden Fall einen Abdruck.“

Fazit

Im Großen und Ganzen fand ich die Handlung sehr spannend beschrieben. Die Idee und auch die Umsetzung lassen wenig Raum für eine negative Bewertung. Dennoch entspricht das Buch nicht ganz meinem Geschmack, da mir Hexerei, aufgrund meines geringen Interesses dafür, einfach nicht liegt. Ich grusele mich aber gern, weswegen ich oft sehr gespannt war, wie es mit den Ermittlungen voran geht. Für alle, die gerne dickere Bücher lesen, Fantasy mögen und sich gerne gruseln ist Die Frauen von Salem sicher ein gutes Buch.

Rund ums Buch

Die Frauen von Salem • Brunonia Barry • Originaltitel: The Fifth Petal • btb • 2017 • 608 Seiten • Taschenbuch • ISBN: 978-3-442-71436-0 • Preis: €9.99 • Buch kaufen


Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den btb-Verlag!
Habt ihr schon von dem Buch gehört und kennt ihr weitere Bücher der Autorin?

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Ich bin Neri, neunundzwanzig Jahre alt und lebe im wunderschönen Breisgau, nahe Freiburg. Ich habe meine Liebe zu Büchern eigentlich erst vor wenigen Jahren entdeckt. Obwohl ich als Kind einen Vorlesewettbewerb gewann, war Lesen damals eher eine Pflicht als Vergnügen. Mittlerweile kann ich mich in Büchern verlieren, mich mit den Charakteren identifizieren und dabei voll und ganz abschalten. Bücher haben etwas Magisches für mich. Im Winter kuschle ich mich am Liebsten unter eine dicke Decke und tauche in Geschichten ab.

10 comments

  1. Yvonne

    Hui. Ich finde das klingt interessant! Ich lese sehr gerne Fantasy 😉
    Viele Grüße, Yvonne

    Antworten
    1. Neri

      Dann ist es sicher etwas für Dich =)

      Antworten
  2. Saskia

    Ich mag das Hexenthema und Grusel auch! Für mich also ein tolles Buch!
    Liebe Grüße
    Saskia

    Antworten
    1. Neri

      Freut mich. Hast Du es bereits gelesen?

      Antworten
  3. Christine

    Hach, da geht’s mir genauso wie dir… mit der Hexerei in Büchern kann ich auch nicht so viel anfangen…

    Antworten
    1. Neri

      Jedem das, was er mag 🙂

      Antworten
  4. Sara

    Hallo. 🙂

    Das ist ein Buch, dass ich so noch nie gelesen habe. Aber interessant klingt es doch! Vielleicht nicht ganz mein Genre, aber probieren könnte man es auf jeden Fall! 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Sara

    Antworten
    1. Neri

      Es ist wirklich nicht schlecht. Und häufig wider Erwarten richtig spannend.

      Antworten
  5. bknicole

    Ich bin auch schon öfter über das Buch gestolpert und da das voll mein Ding ist, ist es auch schon auf meiner Wunschliste. Gerade jetzt in den Herbstmonaten passt das ja eigentlich ziemlich gut aufgrund der Thematik. Ich dachte am Anfang auch aufgrund des Titels, dass es da gar nicht um Hexerei und Fantasy geht, somit stimme ich dir zu, dass der etwas irreführend ist und besser hätte gewählt werden können.

    Finde es aber schön, dass du trotzdem weitergelesen hast, auch wenn es eigentlich nicht dein Ding ist, aber so blickt man auch mal über den Tellerand und versucht sich auch mal an einem neuen Genre.

    Dankeschön für dein liebes Kompliment und die Worte <3. Ich hoffe natürlich die Beiträge der anderen Teilnehmer gefallen dir genauso gut?

    Ich bin ja echt froh, dass ich nicht die einzige mit der Marotte bin.

    Antworten
    1. Neri

      Zur Jahreszeit passt es perfekt. Es dreht sich ja vieles um die Halloween-Zeit. Das „über den Tellerrand blicken“ finde ich beim Lesen immens wichtig, da hast Du Recht!

      Antworten

Hinterlasse eine Antwort