Mein schlimmster schönster Sommer

Das Cover und der Titel von Mein schlimmster schönster Sommer haben mich sofort neugierig gemacht und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte war klar, dass ich das Buch lesen möchte. Der farbige Umschlag und die auf dem Cover befindlichen Motive wirken sehr ansprechend und lebensfroh. Sie verraten, wer oder was mir als Leser im Buch begegnen wird. Von der Autorin hatte ich bis dato nichts nichts gehört. Das machte mich aber besonders neugierig.

Das verrät der Klappentext

Erst wenn man alles loslässt, kann das Leben neu beginnen.
Als Isabel aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie, dass nichts mehr ist, wie es war. Zum ersten Mal ist sie spontan: Sie kauft einen VW-Bus und fährt einfach los. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt alles anders. Eine Reise beginnt, bei der sie Menschen trifft, denen sie sonst nie begegnet wäre, bei der sie ihr altes Leben loslässt und ein neues anfängt – und vor allem eines findet: die Liebe.


Der Schreibstil liest sich flüssig und leicht. Schon ab der ersten Seite war mir klar, was mich ungefähr erwarten würde. Diesbezüglich wurde ich nicht enttäuscht. Normalerweise lese ich Geschichten, in denen es um den bevorstehenden Tod eines Menschen geht, recht ungern. Dieses Buch aber versprach Lebensfreude pur und die ganz große Liebe. Diese Aspekte haben es mir dann leicht gemacht, das Buch weiterlesen zu wollen. Ich erhoffte mir wenig Kitsch und eine abenteuerlustige Reise auf dem Weg zum eigenen Ich.

Ich war jedenfalls also ein Typ, der die Kraftraubenden um sich versammelte, die Komplizierten, die lieber von sich selbst reden, meistens jammern, die ihre Probleme vor sich hertragen wie Staatsfahnen.

Die Story beginnt amüsant und witzig. Die Charaktere werden anfangs nur kurz vorgestellt, was mir zu dem Zeitpunkt auch genügte. Sehr schnell allerdings wird klar, dass ich mich mit Rasso und Isabel nicht identifizieren kann. Die Fahrt im VW-Bus hält zwar viel Aufregung und einige Abenteuer für die beiden Protagonisten bereit, jedoch wirken diese Ereignisse zu großen Teilen absurd und wenig glaubwürdig. Fantasiereiche Darstellungen der Erlebnisse allein wären sicher nicht verkehrt gewesen, sofern diese beim Lesen Spass bringen und sich ein roter Faden zeigt. Durch die etwas zu abenteuerlichen Geschehnisse war mir vieles aber einfach viel zu langatmig.

Wir fuhren die breite Allee entlang, und ich spürte, wie diese Stadt einem Freiraum gab, Luft zum Atmen. Irgendwie fühlte ich mich seltsamerweise genau richtig hier.

Rasso erschien mir zunächst sympathisch, ziemlich schnell aber war ich gelangweilt von seinen Geschichten. Was mir leider auch sehr negativ auffiel, war das Verhalten der Hauptprotagonistin. Denn obwohl sie vor ihrer Krankheit eine erfolgreiche Geschäftsfrau war, wird sie oft etwas dümmlich dargestellt. Naiv und unwissend. Vieles ist ihr fremd, vieles weiß sie nicht, von dem ich behaupten würde, dass das bei einer gebildeten und im Leben stehenden Frau sehr unwahrscheinlich wäre. Auch haben mich ihre Handlungen und ihr Verhalten häufig genervt.

Das Ende, der Epilog hingegen ist sehr gelungen. Ich war wirklich gerührt und hatte Tränen in den Augen. Auch wenn es hier – soviel darf ich verraten – kein Happy End im eigentlichen Sinne gibt. Hier hat sich die Autorin selbst übertroffen, auch wenn vorhersehbar war, was geschehen würde.


Ich danke dem Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Insgesamt konnte mich das Buch nicht überzeugen. Eine nette Lektüre, welche aber mit ihren Charakteren leider gar nicht überzeugen kann. Habt ihr das Buch gelesen?

Informationen zum Buch

Mein schlimmster schönster Sommer •  Stefanie Gregg • Aufbau Verlag • 2017 • 304 Seiten • Taschenbuch • ISBN: 978-3-7466-3321-3 • Preis: €9.99 • Buch kaufen

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Schreibe einen Kommentar