23. September 2017

Seelenstern-Reihe | Band 1 : Schneestern

Dies ist meine zweite Rezension zu einem Buch von Susanne Ertl und wieder konnte sie eine einzigartige Welt erschaffen. Wie schon im Titel zu erkennen, handelt die Geschichte von einem Schneestern. Das Buch Schneestern: Trean ist der erste von vier Teilen der neuen Seelenstern-Reihe von Susanne Ertl. Die einzelnen Teile sind nicht sehr lang. Wer sie alle zusammen lesen möchte, darf sich auf den Januar freuen, denn dann erscheint die Gesamtausgabe der Seelenstern-Reihe. Wer jedoch nicht mehr warten kann, findet Teil 1 bis 3 bereits auf Amazon.

Darum gehts

In diesem Buch treffen zwei vollkommen gegensätzliche Charaktere aufeinander. Die Protagonistin ist dabei teilweise ziemlich sprunghaft, weiß häufig nicht mit der Situation umzugehen und hat mich in manchen Situationen auch ein bisschen rätseln lassen. Trean hingegen, weiß genau was er will. Er ist direkt und offen. Doch ist diese Geschichte nicht nur eine reine und langwierige Lovestory. Nein – sie erzählt von Vertrauen und Chancen, die man nutzen sollte. Von Verlusten und davon, dass es wichtig ist, nie die Hoffnung aufzugeben.

Spoilerfreie Rezension

Zuvor habe ich noch nie etwas von diesen Wesen gehört und somit war ich direkt neugierig. Auch das Bild von Trean auf dem Cover ist sehr ansprechend und deswegen musste ich das Buch direkt lesen. Es war toll, in eine neue Welt eintauchen zu dürfen und der Fantasie dabei freien Lauf zu lassen.

Schon am Anfang steht die unbekannte Schatulle im Vordergrund. Sie ist wunderschön und alle wollen sie haben. Also muss sie beschützt werden. Doch was ist befindet sich darin? Hinzu kommt noch der Mord an dem kleinen Mädchen Astara hinzu, von der die Schatulle stammt. Warum musste ihre kleine Freundin sterben? Namila ist fest entschlossen, sie zu rächen, doch warum hat Trean so großes Interesse daran, ihr zu helfen?

Zitate aus dem Buch

„Ich beantworte dir deine Fragen“, flüsterte er und streifte mit den Lippen ihr Ohr. „Unter der Voraussetzung, dass du zumindest versuchst, mir zu vertrauen. Ich bin nicht dein Feind.“

„Glaubst du mir nun, dass wir hier keineswegs in Sicherheit sind? Das nächste Mal könntest du mir ruhig vertrauen. Ich weiß, wovon ich spreche.“ „Klugschwätzer“, entgegnete Namila mit hochgezogenen Brauen.“

„Sanft hob er ihr Kinn an. „Wovor hast du Angst? Weißt du denn nicht, dass ich eher sterben würde, als dir etwas zu Leide zu tun?“

Fazit

Ich möchte nicht sehr viel zum Inhalt der Geschichte verraten, schließlich ist sie mit ihren 90 Seiten nicht sehr lang und ich möchte nichts vorwegnehmen. Lest einfach selbst – es lohnt sich wirklich! Susanne Ertl hat zwar eine kurze, aber dennoch tolle und schöne Geschichte geschrieben. Dieses Buch liest sich flüssig und ohne, dass man es aus der Hand legen will. Der Schreibstil ist zudem bildhaft und klar. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung!

Rund ums Buch

Schneestern: Trean  • Susanne Ertl • Independently published • 2017 • 90 Seiten • eBook • ISBN: 978-1-5204-9545-3 • Preis: €3.74 • Buch kaufen


Habt ihr bereits von der Seelenstern-Reihe gehört?

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19. September 2017

Vorwärts küssen, rückwärts lieben

Ich habe mich sehr gefreut, als mir das besondere Buch Vorwärts küssen, rückwärts lieben vorgeschlagen wurde. Besonders deshalb, weil es im Innenteil sehr hübschen Zeichnungen der Autorin bereit hält. Sybille Hein ist freie Illustratorin und schreibt normalerweise Kindergeschichten. Wie der Titel verrät, handelt es sich hierbei um eine Liebesgeschichte. Ich mag Liebesgeschichten. Allerdings muss die Story ausgeklügelt und kein Abklatsch anderer Bücher aus diesem Genre sein. Vorwärts küssen, rückwärts lieben, hat nicht zuletzt wegen seiner Charaktere einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Darum gehts

Es geht um Pia, eine junge Frau auf der Suche nach der großen Liebe. Und dann steht August vor ihr. Pia ist hin und weg, baut Luftschlösser und ist sicher, das ist der Richtige. Ihr bester Freund hingegen zweifelt. Immerhin wurde Pia´s Herz schon zu oft gebrochen.

Spoilerfreie Rezension

Mit dem Hauptcharakter Pia konnte ich mich schnell identifizieren. Die Protagonistin ist detailliert ausgearbeitet und in der Lage, sich schnell in die Herzen der Leser zu schleichen. Dass die Handlung des Buches in meiner Heimatstadt Berlin spielt, macht es für mich natürlich noch sympathischer. Geschichten, die an mir bekannten Orten spielen, gefallen mir wohl deshalb so gut, weil sie ein vertrautes Gefühl in mir auslösen. Die weiteren Charaktere des Buches – ihre Freunde – wirken ähnlich sympathisch wie Pia und machten es mir leicht, das Buch zu mögen. Zusammenhalt wird großgeschrieben. Das mochte ich sehr.

Fazit

Der Schreibstil der Autorin ist clever und charmant. Alles liest sich sehr flüssig. Ich mochte ihn sehr und habe das Buch, neben seiner tollen Handlung, auch deshalb nur sehr ungern aus den Händen gelegt. Die witzigen und toughen Dialoge der Protagonisten ließen mich so manches mal schmunzeln. Ich kann mir gut vorstellen künftig mehr von der Autorin zu lesen. Vorwärts küssen, rückwärts lieben ist definitiv mehr als eine nette Sommerlektüre!

Rund ums Buch

Vorwärts küssen, rückwärts lieben • Sybille Hein • Blanvalet • 2017 • 448 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-7645-0579-0 • Preis: €14.99 • Buch kaufen


Ich danke Blanvalet und Randomhouse für das Rezensionsexemplar.
Mögt ihr witzig-clevere Liebesgeschichten?

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16. September 2017

Deutschland á la française

Deutschland á la Française ist vor wenigen Wochen in meinem Bücherregal eingezogen. Aber nur kurz. Fortan lag es auf meinem Nachttisch, denn ich habe das Buch verschlungen. Pascale Hugues ist Französin und lebt seit über 28 Jahren in Deutschland. Sie ist Korrespondentin und schreibt sowohl für französische, als auch deutsche Zeitungen. In diesem Buch geht es um typisch deutsche und französische Merkmale, die Macht der Sprachen, um Gemeinsamkeiten beider Länder, die Mentalitäten, politische Gegensätze und vor allem um persönliche Anekdoten der Autorin.

Darum gehts

Deutschland und Frankreich. Nachbarländer mit großer Geschichte. Pascale Hugues kommt aus Frankreich, lebt aber schon seit 1989 in Deutschland. Somit kennt die Französin beide Länder wie ihre Westentasche. Sie berichtet über Eigenarten, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Redewendungen, nationale Mythen und Klischées.

Spoilerfreie Rezension

Frankreich hat mich schon immer interessiert. Besonders die Sprache hat es mir angetan. Keine hat diesen unverwechselbaren und charmanten Klang. Für mich persönlich ist es die mit Abstand Schönste und die, der ich am Liebsten lausche. Ich selbst spreche kein französisch. Dennoch lese ich häufig französische Kurzgeschichten, einfach, um die Worte auszusprechen und mich am Klang zu erfreuen. Da ich seit über einem Jahr in der Nähe der französischen Grenze lebe, ist Frankreich mir nun nicht nur geografisch näher, sondern auch im Herzen. Denn durch die kurze Entfernung, konnte ich das Elsass des Öfteren besuchen und bin seit dem ersten Besuch verliebt.

Als ich von dem Buch las und das hübsche Cover sah, war ich sofort gewillt, es zu lesen. Ich bin gebürtige Berlinerin und fand den Umstand, dass die französische Autorin seit langem in Berlin lebt, wunderbar. So konnte ich auch einiges über das Berlin erfahren, welches mir aufgrund meines Alters fremd ist und sah viele im Buch erwähnte und mir bekannte Ortschaften vor meinem inneren Auge und fühlte mich in meine Heimat zurück versetzt. Gleichzeitig erfährt man viel über das Elsass: die Herkunft der Autorin und inzwischen auch ein bisschen neue Heimat für mich.

Beim Lesen wird einem bewusst, welch große Unterschiede es zwischen beiden Ländern gibt und wie viele Gemeinsamkeiten Deutschland und Frankreich auch haben. Von Politik, beiden Sprachen, Kultur und Mentalität über persönliche Erlebnisse der Autorin ist alles dabei. Besonders schön finde ich, dass einem Deutschland als Land, als Heimat wieder näher gebracht wird, wenngleich das möglicherweise auch unbewusst geschieht. Unsere im Welt-Vergleich sehr loyale Politik, das Reichtum unserer Sprache und die Vielfalt unserer Geschichte wird deutlich und berührt.

Gleichsam erfährt man viel über das frühere und heutige Frankreich. Über Kindheitserinnerungen der Autorin an das Elsass, sprachliche Barrieren und die Anfangszeit in Deutschland 1989. Über Korruption, die Unterschiedlichkeit der Sprachen, Mülltrennung und die DDR ist alles dabei. Ein äußerst kluges, humorvolles Buch über zwei Länder, die so viel zu bieten haben und welche man hier neu kennen und lieben lernt.

Zitate im Buch

„Andere Fehler können wir Franzosen ebenfalls nicht begreifen: ein Minister stürzt, weil er seine Putzfrau schwarz bezahlt. Na und! Bei uns kann man sich glücklich schätzen, wenn der Minister das Zimmermädchen in New York nicht zwingt, ihm einen zu blasen.“

„Dem Tischmülleimer stehen Helfer zur Seite: der Mini-Staubsauger, der Tischfeger, der Krümelbesen. Ein ganzes Bataillon technischer Apparate, surrender Motoren, batteriebetriebener Maschinen brummt über den Tisch. Und ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ein Dogmatiker des Umweltbundesamtes sich in den Kopf setzen wird, Mülltrennung auf dem Esstisch zu erzwingen: ein grüner Tischmülleimer für den Biomüll, ein gelber für die Joghurt- und Quarkbecher, ein grauer für die Glasflaschen. Nostalgisch denke ich an die unvernünftigen Zeiten zurück, als Hund und Katze sich unter dem Tisch um die Reste stritten.“

Fazit

Pascale Hugues schreibt mit sehr viel Humor und Charme. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen, weil ich es so amüsant und interessant fand.

Rund ums Buch

Deutschland á la française • Pascale Hugues • Rowohlt • 2017 • 208 Seiten • Hardcover • Originaltitel: Was ist das? Chroniques d´uns Française á Berlin • Übersetzung: Elisabeth Thielicke • ISBN: 978-3-498-03032-2 • Preis: €19.95 • Buch kaufen


Ich bedanke mich beim Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Gefällt euch Gegenwartsliteratur in dieser Form?

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