The Girl Before

Einen Menschen in Worte zu fassen, ist keine leichte Aufgabe. Ein Leben ist so viel mehr wert als ein paar Zeilen in denen wir uns meistens beschreiben. Mein Name ist Renate, ich bin 21 Jahre alt und sowohl literaturverliebt wie auch schreib- und fotografiebegeistert. Blogging Renate ist meine kleine Ecke von Himmel, wo ich all die Dinge die ich liebe mit meine Lesern teile. Auf meinem Blog beschäftige ich mich sowohl mit Literatur wie auch mit den verschiedenen Lifestyle-Themen. Neben Buchbesprechungen machen Beiträge rund um das Thema Lesen und Literatur den Charakter des Blogs aus. Der Fokus liegt heute auf Gegewartsliteratur, historischen Romane, Thriller / Horror. Aber es finden auch zahlreiche andere Genres Beachtung. Ich lese alles was auf den ersten Blick spannend erscheint, unabhängig vom Genre und darüber schreibe ich auch auf meinem Blog.

The Girl Before behandelt auf eine sehr subtile Art die Thematik der vollkommenen Kontrolle und Macht über Andere in einer modernen Welt. Bereits der Einband verströmt eine tolle Mischung aus Kälte und Spannung, was wir im Buch auch so wiederfinden. Anfangs hatte ich meine kleinen Probleme mit dem Buch, vor allem mit der Kälte die aus jeder Zeile und jedem Wort dem Leser entgegen gebracht wird. Allerdings gewöhnte ich mich schnell daran und ließ mich in die Fänge der Geschichte. Die Spannung steigt mit jeder gelesene Seiten.

Das verrät der Klappentext

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

Der Leser steht immer wieder vor überraschenden Wendungen, denn mit allem, was er immer wieder neu über die Hauptpersonen erfährt, wird der eigene Blick auf sie zahlreiche Male immer wieder verändert. Mit jedem neuen Detail, das über das Leben der Protagonisten bekannt wird, ändert sich die Sympathie für sie. Steht man anfangs noch auf der Seite der einen, kann sich das bis zum Ende des Buchs ins Gegenteil umkehren. Man schwankt, zu wem man halten soll und somit wird die Relativität menschlicher Beziehungen zur Erkenntnis gebracht.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Die Erzählperspektive wechselt kontinuierlich von damals nach heute. Das Besondere an diesem Wechsel liegt darin, dass das, was die beiden Protagonisten erleben, sehr viele Parallelen aufweist. Auch der Schreibstil ist eine Sache für sich. Ich hab noch in keinem Buch einen so kalten, leichten und gleichzeitig so packenden Schreibstil wiederfinden können. Dieser einzigartige Stil rundet die Geschichte ab. Die Story bietet gute Einblicke in die Welt der Technik und des sogenannten „Smart Home“. Vor- wie auch Nachteile werden in dem Buch deutlich gemacht, allein durch die Erlebnisse der Protagonistin.

Das Ende erfüllte meine Erwartungen leider nicht. Es war zwar spannend und verbunden mit dem bis dahin angewöhnten Nervenkitzel, aber für meinen Geschmack etwas zu schwach in Relation zu dem, was das Buch bisher bereit hielt. Und es wurde viel zu schnell erzählt, wenngleich es zu der ungewöhnlichen Handlung des Buches passte.


The Girl Before | J.P. Delaney
Penguin | 2017 | 400 Seiten | Taschenbuch
Übersetzung: Karin Dufner
ISBN: 978-3-32810-009-7 | Preis: €14.99
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