Als ich Dich suchte von Lauren Oliver

Als ich Dich suchte hat mich bereits das erste Mal im Buchladen angelächelt, als es Anfang des Jahres erschien. Aber so richtig durchringen, es letztendlich zu kaufen, konnte ich mich nicht. Da ich regelmäßig auf arvelle unterwegs bin, das ist ein wunderbares Buch-Portal, welches Mängelexemplare zu günstigen Preisen vertreibt, werde ich regelmäßig auf Bestseller und Neuheiten aufmerksam. Und da fand ich das Buch wieder. Das Cover finde ich wunderschön. Die Farbgebung, die aussergewöhnliche Schrift und der Klappentext haben es mir dann leicht gemacht, das Buch bei mir einziehen zu lassen.

Buchinformationen

Titel: Als ich Dich suchte • Originaltitel: Vanishing Girls • AutorinLauren Oliver • Übersetzerin: Katharina DiestelmeierGenre: Thriller Seiten: 368 •  Veröffentlichung1. Februar 2017  • Verlag: Carlsen • ISBN: 978-355-158-351-2 • Preis19,99 € (Hardcover)

Klappentext

Die beiden Schwestern Nick und Dara sind grundverschieden und doch unzertrennlich. Bis Dara Nick´s besten Freund Parker küsst. Bis zu dem Autounfall, bei dem Dara im Gesicht verletzt wird. Seitdem sprechen die Schwestern nicht mehr miteinander. Als Dara an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet, glaubt Nick zuerst an einen dummen Scherz. Doch Dara ist schon das zweite Mädchen, das in der Gegend vermisst wird. Nick spürt, dass ihre Schwester in großer Gefahr schwebt und dass sie sie finden muss – bevor es zu spät ist. 

Da ich selbst große Schwester bin, fand ich einen Familien-Roman besonders ansprechend. Denn davon habe ich bislang sehr wenige gelesen. Wahrscheinlich sind es kaum mehr als eine Handvoll. Es wurde also Zeit. Ich war zu Beginn etwas verwirrt, weil ich mit dem Namen “Nick” immer einen Mann verband und erst einmal verinnerlichen musste, dass es sich hierbei um ein Mädchen handelt. Zauberhaft schön finde ich den Anfang des Buches, genauer gesagt Seite 7. In diesem Text fand ich mich selbst wieder und hätte diese Zeilen nicht besser formulieren können (siehe Zitat).

Das Komische daran, beinahe gestorben zu sein, ist, dass anschließend alle meinen, du müsstest ununterbrochen auf dem Glückstrip sein, Schmetterlinge im grünen Gras nachjagen oder in jeder Ölpfütze auf dem Highway einen Regenbogen entdecken. “Es ist ein Wunder”, sagen sie dann mit erwartungsvollem Blick, als hättest du ein großes Geschenk erhalten, und wehe, du enttäuschst Oma und schneidest eine Grimasse, wenn du das Paket auspackst und einen unförmigen, ausgeleierten Pullover darin findest. So ähnlich ist das ganze Leben: voller Löcher, ausgefranster Stellen, Möglichkeiten, hängenzubleiben. Unbequem und kratzig. Ein Geschenk, um das du nie gebeten hast, das du dir nie gewünscht hast, nie haben wolltest. Ein Geschenk, von dem alle erwarten, du müsstest es gerne tragen, Tag für Tag, selbst wenn du lieber im Bett bleiben und nichts tun würdest. Die Wahrheit ist: Man braucht keinerlei Talent dafür, beinahe zu sterben, genauso wenig wie dafür, beinahe zu leben.

Der Schreibstil der bekannten Autorin Lauren Oliver spricht mich grundsätzlich sehr an. Ich mag ihre einfachen, dennoch durchdachten und wortgewandten Texte. Nick und Dara sind Schwestern, was die beiden stark miteinander verbindet, sie sind aber ebenso Freunde. Leider kommt es zum großen Krach zwischen den Beiden, in deren Verlauf sie sich “verlieren”.  Das fand ich beim Lesen sehr tragisch, vor allem, weil es mir so sinnlos erscheint. Der Grund viel zu belanglos, dafür dass die beiden Schwestern sind. Dennoch hat mich die Geschichte sehr mitgenommen und emotional auch berührt. Die Suche nach Dara ist teils beängstigend und teils sehr beklemmend. Es ist ein furchtbarer Gedanke, wenn ein Familienmitglied vermisst wird.

Schon weil es hier nicht um einen klassischen Liebesroman geht, sondern viel mehr um die Geschichte zweier Schwestern, hat das Buch mich gefangen. Ich war ziemlich schnell durch mit den 368 Seiten und am Ende durchaus traurig, dass es vorbei war. Manche Stellen sind mir etwas zu stumpf , insgesamt kann ich euch das Buch aber unbedingt ans Herz legen, was ich hiermit tue.

Wie hat euch “Als ich Dich suchte” gefallen und wollen die, die es noch nicht kennen, das Buch noch lesen?

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Ich bin Neri, neunundzwanzig Jahre alt und lebe im wunderschönen Breisgau, nahe Freiburg. Ich habe meine Liebe zu Büchern eigentlich erst vor wenigen Jahren entdeckt. Obwohl ich als Kind einen Vorlesewettbewerb gewann, war Lesen damals eher eine Pflicht als Vergnügen. Mittlerweile kann ich mich in Büchern verlieren, mich mit den Charakteren identifizieren und dabei voll und ganz abschalten. Bücher haben etwas Magisches für mich. Im Winter kuschle ich mich am Liebsten unter eine dicke Decke und tauche in Geschichten ab.

4 comments

  1. Shades of Ivory

    Das Buch kannte ich noch gar nicht, klingt aber interessant. Lauren Oliver hat ja auch die Amor Trilogie geschrieben, die fand ich wirklich klasse. Falls du die noch nicht kennst, kann ich sie dir absolut empfehlen.

    Ganz liebe Grüße
    Jane

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    1. Neri

      Oh, vielen Dank für den Tipp!

      Reply
  2. bknicole

    Also auf das Buch hast du mich nun auch neugierig gemacht. Finde den Klappentext sehr interessant und es ebenfalls erfrischend, dass man mal ein Geschwisterpaar und keine dramatische Liebesgeschichte in den Mittelpunkt rückt. Bei Nick dachte ich ja auch erst, dass es sich um einen Mann handelt. Zum belanglosen Grund: Das finde ich ehrlich gesagt sogar ziemlich realistisch, denn bei vielen Streitereien ist der Grund dafür doch eigentlich recht banal und man fragt sich doch oft, warum man sich nicht einfach verträgt oder wieso eine Seite da sauer ist.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Also Passagier 23 kann ich bisher wärmstens weiterempfehlen. Ich nähere mich dem Ende und bin immer noch begeistert. Auf das Joshua Profil bin ich auch gespannt.

    Reply
    1. Neri

      Da hast Du wohl auch Recht. Viele Streitereien, gerade in der Familie müssten nicht sein!

      Reply

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