The Woman In The Window

Auf The Woman In The Window habe ich mich schon lange gefreut. Schließlich wurde der Thriller ganz schön gehyped. Nun wollte ich natürlich wissen, ob der ganze Rummel berechtigt ist. Obwohl ich gruselige Bücher sehr gerne lese, haben mich die letzten aus diesem Genre eher enttäuscht. Dieser preisgekrönte Thriller von A.J. Finn verspricht viel Spannung und Gänsehautmomente. 

Darum gehts

Anna lebt allein in einem großen Haus im New Yorker Stadtteil Harlem. Nach einem großen Schicksalsschlag kann Anna das Haus nicht mehr verlassen. Sie leidet an Agoraphobie. Um die Langweile und ihre Isolation zu bekämpfen, chattet die Psychologin mit Gleichgesinnten im Internet und versucht ihre Hilfe anzubieten. Außerdem beobachtet Anna hin und wieder ihre Nachbarn. Die Beobachtungen sind unspektakulär, bis eines Tages die Familie Russell gegenüber einzieht und Anna einen Überfall mit Todesfolge beobachtet. Weil Anna viel zu viel trinkt, eine Vorliebe für Horrorfilme hat und in psychischer Behandlung ist, will ihr niemand glauben.

Spoilerfreie Rezension

Nach dem Lesen des Buchrückens dachte ich sofort an Girl On The Train oder Gone Girl. Da geht es euch vielleicht ähnlich. Der Schreibstil sprach mich das ganze Buch hinweg sehr an. Finn schreibt flüssig, lebendig und authentisch. Mit Anna war ich sofort identifiziert. Ihre Lebenssituation, ihre Gedanken und Ängste werden sehr klar und emotional geschildert. Lange Zeit weiß man als Leser nicht, was Anna widerfahren ist und das hält die Spannung aufrecht.

Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was ich überragend finde. Dicke Bücher sind nämlich tatsächlich nichts für mich. Ich lese zwar für mein Leben gern, habe aber lieber Bücher mit bis zu 350 Seiten in der Hand. In The Girl In The Window gibt es genau 100 Kapitel, die allesamt eher kurt sind. So verliert man den Faden nicht und kann sich die einzelnen Abschnitte super einteilen.

Die Protagonisten bleiben bis zum Ende undurchschaubar, was einen Thriller irgendwie voraussetzt, aber vielen Autoren nicht gelingt, wie hier Finn. Erst ganz am Ende des Buches wird man mit der Wahrheit konfrontiert. Ich war fassungslos, wie sich das Blatt wendete. Ich habe damit nicht gerechnet und somit hat sich die Spannung gelohnt. Ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen durchgelesen.

Zitate aus dem Buch

„Wer mag, kann all das in der fünften Ausgabe der Diagnostischen Kriterien nachlesen, die gemäß der englischen Vorgabe abgekürzt unter DSM-5 firmiert. Der Titel hat mich immer amüsiert; er hört sich an wie eine Filmreihe. Hat Ihnen Psychische Störungen 4 gefallen? Dann werden Sie die Fortsetzung lieben!“

„Wenn es eins gibt, was ich in all den Jahren gelernt habe, wenn ich all diese Jahre zu einer einzigen Erkenntnis zurechtschnitten könnte, dann zu dieser: Sie sind außerordentlich resilient. Sie halten Vernachlässigung aus, sie können Missbrauch überleben, und dabei sogar gedeihen, wenn Erwachsene einklappen würden wie Regenschirme.“

„Ich werde Dich vermissen. Als Einziger. Tagelang wird keiner was merken, und danach wird sich keiner für dich interessieren.“

„Regenfetzen wirbeln wie Funken durch die Leere, auf dem Treppenabsatz unter mir glitzert eine Galaxie von Scherben.“

„Und wenn ich nicht sterben will, muss ich wieder anfangen zu leben.“

Fazit

Ein spannender Thriller, der besonders mit seinem Ende überzeugt. Aber auch das Buch im Gesamten ist sehr gelungen. Die Handlung und die Charaktere sind gut durchdacht und die Idee ist hervorragend umgesetzt. Ich kann den Hype verstehen.

Rund ums Buch

The Woman In The Window – Was hat sie wirklich gesehen? • A.J. Finn • Blanvalet • Übersetzer: Christoph Göhler • 2018 • 544 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-7645-0641-4 • Preis: €15.00 • Buch kaufen


Ich danke Randomhouse und Blanvalet für die Bereitstellung des Buches.
Der preisgekrönte Bestseller konnte mich voll und ganz überzeugen. Und euch?

Neu im Bücherregal #2

In den letzten Tagen sind wieder viele neue Bücher bei mir eingezogen. Und ich weiß noch gar nicht, wann ich sie alle lesen soll. Aber ich werde es schaffen, ganz sicher, denn ich bin so gespannt auf jedes einzelne davon. Das Tolle ist die Vielfältigkeit der Bücher. Im kommenden Beitrag stelle ich euch wieder drei meiner Neuheiten im Bücherregal vor. 

Der kleine Prinz

Inhalt von Suhrkamp : Ein Flieger muss in der Wüste notlanden und trifft dort den kleinen Prinzen, den es von einem winzigen Planeten auf die Erde verschlagen hat. Der erzählt ihm von seinem Reisen, sie werden Freunde, und eines Tages ist der kleine Prinz wieder verschwunden.

Erwartung : Wer kennt ihn nicht – den kleinen Prinzen?! Ich habe das Buch natürlich xmal gelesen und doch kann ich von der Geschichte und den so wunderbaren Zitaten de Saint-Exupérys nicht genug bekommen. Diese Ausgabe ist eine Spezial-Edition aus dem Insel-Verlag aus dem Hause Suhrkamp. Ich erfreue mich schon jetzt an den farbenfrohen Illustrationen und den herzerweichenden und klugen Worten des kleinen Prinzen.

Ein Tag im Sommer

Inhalt von Dumont : Im Morgengrauen erreicht ein Zug die Kleinstadt Great Minden, wo an ebendiesem Tag ein großer Jahrmarkt stattfindet. Aber der Bankangestellte und Kriegsveteran Peplow, der sich auch unter den Passagieren befindet, ist nicht hier, um mitzufeiern: Der Mann, dem er die Schuld am Tod seines Sohnes gibt, ist in der Stadt – und Peplow will Rache. In Great Minden trifft Peplow alte Bekannte und hat neue Begegnungen. Wir begleiten ihn auf seinem Weg durch die Stadt, und nach und nach offenbart sich das Bild eines Ortes, der tief von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs gezeichnet ist. Die Menschen, die in Great Minden leben, leiden alle auf ihre Weise an der Welt – und doch findet Peplow hier im Angesicht seiner persönlichen Katastrophe neue Hoffnung.

Erwartung : Ich muss zugeben, dass es primär das Cover war, weshalb ich das Buch angefragt habe. Erst nachdem mich dieses bereits vom Buch überzeugte, las ich den Klappentext. Das passiert mir dann und wann. Ich bin sehr Cover-vernarrt und da kann es leicht passieren, dass mich schon das Cover allein zum Lesen des Buches animiert. Der Riesenrad, welches hier für den Jahrmarkt stehen soll, weckt viele Erinnerungen in mir an meine eigene Kindheit. Schöne Erinnerungen. Zudem ist auch hier viel Historik verpackt, was mich sehr reizt. Ich bin gespannt und erwarte jede Menge Spannung.

Ein anderes Leben als dieses

Inhalt von Dumont : Alabama in den Zwanzigerjahren. Roscoe T. Martin ist Mitte dreißig und in seiner Zeit eine Art Pionier: Er arbeitet als Elektriker und das mit großer Leidenschaft. Als seine Frau Marie jedoch die Farm ihres Vaters erbt, sieht er sich gezwungen, mit ihr und dem gemeinsamen Sohn aufs Land zu ziehen. Er findet sich in einem Leben wieder, das er so nie gewollt hat. In der Ehe kriselt es, auch aufgrund wirtschaftlicher Probleme. Um der Farm zu neuem Aufschwung zu verhelfen, zapft Roscoe, unterstützt vom schwarzen Hilfsarbeiter Wilson, staatliche Stromleitungen an. Eine Weile geht alles gut – bis ein Techniker bei einer Routinekontrolle einen tödlichen Stromschlag erleidet. Roscoe wird wegen Mordes und Diebstahls zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, während Wilson als Zwangsarbeiter in einer Kohlemine quasi-versklavt wird: eine Schuld, die auf Roscoe ebenso lastet wie auf seiner Frau Marie.

Erwartung : Ich habe eine echte Liebe für historische Romane entdeckt, weshalb ich auch nicht an diesem Roman aus dem Dumont-Verlag vorbeigekommen bin. Cover und Titel hatten mich sofort begeistern können und der Klappentext tat sein Übriges. Familiengeschichten, die in einer früheren Zeit spielen, interessieren mich einfach sehr. Ich erhoffe mir einen spannenden, emotionalen und informationsreichen Roman.


Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher und was steht auf eurer aktuellen Leseliste?

Iron Flowers

Ich habe Iron Flowers beim Fischer-Verlag angefragt, weil sich der Klappentext so gut anhörte. Doch leider bin ich enttäuscht worden. Die Idee des Buches ist gut, die Thematik ist noch immer aktuell und zudem durchaus spannend. Zu Beginn findet man eine Widmung, die sich an alle Frauen richtet, die unterdrückt werden.

Darum gehts

Die Geschichte handelt von zwei Schwestern, für die ein neues Leben beginnen soll. Sie leben in einer Welt, in der es normal ist, das Frauen keine Rechte, keine Stimme und keinen Wert haben. Ausgewählte Frauen dürfen ins Schloss ziehen und dort als Grace für den Regenten dienen. Damit sind sie quasi deren Puppen, dienen der Unterhaltung und sorgen nebenbei für Nachwuchs. Es werden immer mehrere Graces ausgewählt und anfangs vermutete ich schon eine neue Inszenierung von der Buchreihe Selection. Doch dann führte eines zum anderen, die Schwestern werden getrennt und die eigentliche Geschichte beginnt.

Spoilerfreie Rezension

Die beiden jungen Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine ist für das Leben der Grace ausgebildet worden, beugt sich und weiß, wie sich eine Frau in ihrer Welt zu verhalten hat. Die andere ist das genaue Gegenteil. Sie ist nicht auf den Mund gefallen, sagt was sie denkt und bringt damit nicht nur sich selbst in große Gefahr.

Diese Charaktereigenschaften fand ich zunächst wirklich spannend. Gerade bei der abwechselnden Erzählung der beiden Schwestern blieb es spannend und man konnte beide Perspektiven gut verstehen. Doch schon nach wenigen Seiten haben die Schwestern ihre Charakterzüge getauscht und die, die sich eigentlich weiter auflehnen sollte wurde still und kleinlaut. Ich fand, dass der Tausch der Geschichte nicht gut getan hat. Es hat häufig dazu geführt, dass ich die Protagonistinnen nicht mehr verstehen konnte und sie mir teilweise sogar unsympathisch wurden. Auch die anbahnende Liebesgeschichte von beiden war mir zu viel. Dafür, dass Frauen so schlecht behandelt wurden, fassten mir beide viel zu schnell Vertrauen zum anderen Geschlecht und auch der daraus profitierende Plot Twist war vorherzusehen.

Gut fand ich, dass die Geschichte nicht ausschließlich im Schloss handelt. Sie wurde aufgespalten und findet abwechselnd an zwei Orten statt. Nämlich dort, wo sich die beiden Schwestern aufhalten.  Der Schreibstil von Tracy Banghart war mir teilweise zu salopp und hätte an einigen Stellen weiter ausgeführt werden können.

Zitate aus dem Buch

„Nomi schluckte Schwer. Festlichkeiten einen Hauch von Eleganz zu verleihen war nicht die einzige Aufgabe einer Grace. Von ihnen wurde auch erwartet, dem Thronfolger privat zu Willen zu sein.“

Fazit

Ich bin trotz allem dem gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht, da ich glaube, dass die Autorin hier die Möglichkeit hat, eine tolle Fortsetzung zu schreiben.

Rund ums Buch

Iron Flowers – Die Rebellinnen • Tracy Banghart • Übersetzerin: Anna Julia Strüh • Sauerländer • 2018 • 384 Seiten • Hardcover mit Schutzumschlag • ISBN: 978-373735-542-8 • Preis: €16.99 • Buch kaufen


Ich danke dem Sauerländer / S.Fischer-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Iron Flowers gelesen und könnt anderes berichten?

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Die Eismacher

Vom lieben Florian bekam ich im Rahmen des Book Blind Dates im Mai das wunderbare Buch Die Eismacher zugesendet. Ich habe selten so lange für ein Buch gebraucht wie dieses Mal. Das lag aber weniger am Inhalt, viel mehr an meiner wenigen Zeit zuletzt. Nun bin ich aber fertig und freue mich besonders, dass ich den Roman heute rezensiere. 

Darum gehts

Die Geschichte dreht sich um eine Eismacher-Familie aus den italienischen Dolomiten, welche im niederländischen Rotterdam eine Eisdiele betreibt. Mutter, Vater und ihre beiden Söhne Giovanni und Luca, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der Großvater, der Vater und der Bruder sich ganz dem Eismachen verschrieben haben, hat Giovanni sein Herz der Literatur vermacht. Mit dieser Entscheidung stößt er bei Bruder und Vater auch Jahre später noch auf großes Unverständnis. Schließlich sind die Talaminis seit jeher Eismacher. Nachdem Luca mit seinem Bruder jahrelang kaum ein Wort gesprochen hat, kommt er mit einem wichtigen Anliegen zu ihm, welches das Leben der Beiden verändern soll.

Spoilerfreie Rezension

Das Cover ist sehr gelungen. Ich mag die alte Fotografie und konnte mir direkt vorstellen, dass man selbiges wunderbar in Szene setzen kann. Auch auf den Inhalt war ich direkt neugierig. Und ich wurde diesbezüglich nicht enttäuscht. Neben der hauptsächlichen Thematik, dem Eismachen, kommen auch viele andere Themen nicht zu kurz. Ab und an musste ich innehalten und mich fragen, ob mir das gefällt, inzwischen kann ich aber sagen, dass es das tat. Literatur und Eis. Wer von uns mag diese beiden Dinge nicht?

Den Schreibstil des niederländischen Autors finde ich besonders ansprechend. Er schafft es, wunderbare Metaphern zu schaffen und Wortspiele zu kreieren, die ich sehr schön fand. Ansonsten liest sich das Buch flüssig und leicht. Die einzelnen Abschnitte in denen es um das World Poetry Festival geht, auf welchen der ältere Sohn Giovanni arbeitet, waren mir ab und an etwas zu ausführlich. Nicht uninteressant, aber einfach etwas zu sehr in die Länge gezogen für meinen Geschmack. Die Figuren sind insgesamt sehr tieffündig ausgearbeitet, was mir sehr gefiel und als Leser bekommt man unglaublich viel Historisches zum Ursprung des Eises mitgeteilt, was durchaus spannend ist. Vor allem, wenn man wie ich, gerne aus dazu Büchern lernt.

Ich habe wieder so viele Zitate markiert, dass es mir am Ende sehr schwer fiel, mich auf einige wenige festzulegen. Das ist immer ein gutes Zeichen. Die Familiengeschichte bietet viel Emotionen und nicht vorhersehbare Ereignisse. Ich konnte mich besonders mit Giovanni identifizieren, mit dem ich auf jeder Seite mitfühlte. Von den wichtigsten Menschen im Leben immer das Gefühl zu bekommen, nicht vollkommen zu sein, nur weil man einen anderen Berufsweg einschlug, als den, welchen die Familie vorsah, muss schlimm sein. Umso mehr bewunderte ich seine Geduld und seine Liebe für das, was ihn erfüllt: die Literatur.

Zitate aus dem Buch

„Was wissen wir schon darüber, wie das Herz funktioniert? Wie man es schneller schlagen lassen, wie man es erobern und für immer behalten kann?“

„Zuerst hab ich nur das Eis gehasst, aber dann fing ich an, auch die Menschen zu hassen, die es bestellten.“

„Was ist leckerer als Eis? Wer kennt jemanden, der kein Eis mag? Wer erfreut sich nicht am Anblick eines Eiscafés? Die Eistüte versetzt uns in unsere Kindheit zurück, oder der Eisbecher, in dem wir alle einmal mit einem flachen Plastiklöffelchen so lange gerührt haben, bis eine neue Farbe und ein neuer Geschmack entstanden.“

„Schließlich kam der Sommer, und was für einer, mit allem, was die Jahreszeit zu bieten hat: hellblauer Himmel, verschwitzte Bettwäsche und kurze Röcke, späte Sonnenuntergänge und verführerisch blinzelnde Sterne, Sommersprossen, Wespen, Hagelkörner und verbrannte Nasen. Ein Sommer, der zu wissen schien, dass er nur wenig Zeit hatte, und sich deshalb verausgabte.“

„Glaubst du, ich hätte keine Träume gehabt? Glaubst du, ich hätte nur an Eis gedacht?“

Eismacher weinen nicht, sie schwitzen. Sie leiden, sie haben keinen Sommer, sie haben kein Leben.“

Fazit

Eine sehr gelungene Geschichte zum Ursprung des Speiseeises und einer Familie, die in ihrem Leben auf viele Sommer verzichtet, um sich dem Eismachen zu widmen und dabei hier und da vergisst, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Rund ums Buch

Die Eismacher • Ernest van der Kwast • Originaltitel: De Ijsmakers • Übersetzer: Andreas Ecke • btb • 2018 • 400 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-442-71597-8 • Preis: €10.00 • Buch kaufen


Wer von euch kennt das Buch bereits?

Die Grimm-Chroniken Teil 2 – Asche, Schnee und Blut

Der zweite Band der Grimm-Chroniken blieb weiterhin spannend. Nachdem ich Teil eins beendet hatte, konnte ich es kaum erwarten weiter zu lesen und ich bin noch immer begeistert. Mayas Art zu schreiben verzauberte mich genauso wie die Geschichte selbst. Ich musste dieses Buch einfach an einem Tag verschlingen.

Darum gehts

Im zweiten Teil geht es mit der Geschichte von Will und seinen Freunden weiter. Nachdem sie eine Nacht in einem Lebkuchenhaus verbringen mussten, müssen sie sich weiteren gefährlichen Situationen stellen und treffen dabei auf alte Bekannte aus dem ein oder anderen Märchen.  Auch die Geschichte von Schneewittchen geht weiter, wodurch die Grenze zwischen Gut und Böse zu verschwimmen scheint.

Spoilerfreie Rezension

Gleich zum Anfang des Buches war ich wieder voll und ganz in der Geschichte gefangen. Für diejenigen, für die das erste Buch jedoch schon länger her ist, findet sich gleich am Anfang ein Kapitel, welches das vorherige Buch zusammenfasst. Über diesen Link, gelangt ihr direkt zur Rezension von Die Grimm-Chroniken Teil 1 – Die Apfelprinzessin Direkt danach befindet sich der Leser dann schon wieder im Lebkuchenhaus, wo der letzte Teil von Will und seinen Freunden geendet hatte.

Ich muss jedoch zugeben, dass mich in diesem Band die Geschichte von Schneewittchen ein wenig mehr interessiert hat. Im ersten Band hatte ich noch das Gefühl, ich wüsste worauf dies alles hinauslaufen könnte, doch hier hat die Autorin alles auf den Kopf gestellt. Im Nachhinein erscheint mir ihre neue Erzählung des Märchens sogar so sinnvoll, dass ich mich wunderte, selbst nie einen Gedanken daran verschwendet zu haben. Auch die Recherchen, die am Ende des Buches aufgezeigt werden, unterstützen die Story und bringen den Leser noch einmal mehr dazu, an all die Geschehnisse zu glauben.

Die Bücher der Grimm-Chroniken

Die Apfelprinzessin • Maya Shepherd • Sternensand Verlag • 2018 • 146 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-906829-70-8 • Preis: €8.95€ • Buch kaufen

Asche, Schnee und Blut • Maya Shepherd • Sternensand Verlag • 2018 • 150 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-906829-71-5 • Preis: €8.95€ • Buch kaufen

Der schlafende Tod • Maya Shepherd • Sternensand Verlag • 2018 • 132 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-906829-72-2 • Preis: €8.95€ • Buch kaufen

Der Gesang der Sirenen • Maya Shepherd • Sternensand Verlag • 2018 • 142 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-906829-71-5 • Preis: €8.95€ • Buch kaufen

Zitate aus dem Buch

„Alles Lügen!“, schimpfte er. „Dafür könnt ihr euch bei Jacob bedanken. Wer erstickt schon an einem Apfelstück und wacht wieder auf, sobald dieses aus dem Hals rutscht?“

„Es wirkte alles so friedlich, bis meine Erinnerungen mit einer erstickenden Härte auf mich einstürzten. Schockiert schnappte ich nach Luft als all die Bilder in meinem Kopf Gestalt annahmen: Asche, Schnee und Blut.“

Fazit

Die Geschichte wurde einfach immer spannender und ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil, der zum Glück schon in meinem Regal auf mich wartet.

Rund ums Buch

Die Grimm-Chroniken Teil 2 – Asche, Schnee und Blut • Maya Shepherd • Sternensand Verlag • 2018 • 150 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-90682-971-5 • Preis: €8.95 • Buch kaufen


Kennt ihr die „Grimm-Chroniken“ von Maya Shepherd?

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Goodbye Beziehungsstress

Von Beziehungsratgebern habe ich nie viel gehalten. Jeder so genannte Experte scheint DAS Geheimrezept zu haben und alle meinen etwas anderes. Ich denke, das Menschen und ihre Beziehungen ganz individuell sind und schon deshalb ist es doch fragwürdig, ob allgemeine Ratschläge hilfreich sind. Dennoch glaube ich, dass Fachleute durchaus in der Lage sind, Paare einander wieder näher zu bringen und dem Einzelnen Verhaltensmuster an die Hand zu geben, die es ihm ermöglichen, sein eigenes Glück wieder zu finden. Mit Goodbye Beziehungsstress wurde ich jedoch nicht warm.

Darum gehts

Elena-Katharin Sohn ist Gründerin der Agentur Die Liebeskümmerer. Gemeinsam mit Psychologen und Psychotherapeuten berät sie seit Jahren Menschen, die in ihrer Beziehung unglücklich sind oder unter einer unglücklichen Beziehung leiden. In diesem Ratgeber möchte sie Paaren, welche ihr Glück verloren haben, hilfreiche Tipps geben, wie sie selbst und somit ihre Beziehung wieder glücklicher werden kann.

Spoilerfreie Rezension

Ich hatte von dem Beststeller Goodbye Herzschmerz gelesen, welches ebenfalls von Sohn geschrieben wurde. Vielen Menschen, vordergründig Frauen, soll es geholfen haben, ihren Liebeskummer besser verarbeiten zu können. Ich verarbeite solche Erfahrungen grundsätzlich auf andere Weise. Dennoch glaube ich, dass es verzweifelten Menschen helfen kann, wieder einen Weg zu finden, um den eigenen Wert wieder zu entdecken. Das Cover von Goodbye Beziehungsstress ähnelt dem seines Vorgängers stark. Obwohl ich Schlichtheit mag, finde ich es nicht sehr ansprechend. Es erscheint mir, dem Thema entsprechend, zu verspielt.

Beim Lesen der ersten Seiten war ich bereits genervt. Das muss ich leider so klar sagen. Die Autorin spricht den Leser direkt an. Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Allerdings gelang es ihr in keinster Weise, mich mit ihren Worten zu erreichen. Das lag vor allem an der Tatsache, dass ich mich nicht ernst genommen fühlte. Ihre Formulierungen wirkten häufig belehrend und weckten in mir das Gefühl, beschränkt zu sein. Beispielhafte, sich immer wieder wiederholende Aussagen sind „Sicher magst Du jetzt denken…und damit hast Du ganz recht“ oder „Schäm Dich dafür nicht“. Ich möchte gerne selbst entscheiden, was ich denke und wann und für was ich mich schäme. Ich finde es grässlich, wenn das automatisch impliziert wird.

Ich fühlte mich zu keiner Zeit ernst genommen. Das ist das Tragische daran. Ich befinde mich zwar aktuell nicht in einer schwierigen Beziehung, glaube aber auch nicht, dass dieses Buch mir hätte ernsthaft helfen, mich unterstützen können. Vielleicht mag es dem einen oder anderen anders gehen, mir jedoch nicht. Ab Mitte des Buches werden dem Leser Aufgaben vorgestellt, die ihn unterstützen sollen, herauszufinden, was er selbst will und wie die Beziehung stabilisiert werden kann. Diesen Teil des Buches habe ich mir gespart.

Zitate aus dem Buch

„Warum schaffen wir es nicht, auch über das Verliebtheitsstadium hinaus zumindest ähnlich offen, großherzig und wohlwollend zu bleiben?“

„Haben glückliche Paare ein Erfolgsrezept? Eindeutig Ja. Es sind ihre Erwartungen und Einstellungen gegenüber dem Partner.“

Fazit

Überhaupt nichts für mich. Ich kann mit mitleidsvollen Äußerungen in Dauerschleife nichts anfangen. Denn gerade das erwarte ich in einer solchen Situation nicht.

Rund ums Buch

Goodbye Beziehungsstress • Elena-Katharina Sohn • Ullstein • 2018 • 236 Seiten • Paperback • ISBN: 978-3-548-37714-8 • Preis: €13.00 • Buch kaufen


Für das Rezensionsexemplar danke ich Vorablesen
Habt ihr bereits einen Beziehungsratgeber gelesen und was haltet ihr davon?

@Leselaunen
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